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Oman

Beziehungen zwischen dem Sultanat Oman und Deutschland

Stand: Januar 2014

Politische Beziehungen

Deutschland genießt in Oman hohes Ansehen. Die politischen Beziehungen sind freundschaftlich und problemlos. Bilaterale politische Konsultationen fanden zuletzt im April 2010 in Berlin statt. Bundespräsident Wulff besuchte Oman im Dezember 2011 im Rahmen eines Staatsbesuchs. Außenminister Westerwelle besuchte Oman im Mai 2011 und im März 2012. Bundestagspräsident Lammert stattete Oman im März 2013 einen Besuch ab. Außenminister Alawi reiste im Mai 2013 zu Gesprächen mit dem deutschen Außenminister nach Berlin.


Wirtschaftsbeziehungen

Die Tätigkeit deutscher Firmen in Oman seit den sechziger Jahren hat erfolgreich zum Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur im Sultanat beigetragen und ein beachtliches Vertrauenskapital geschaffen.

Deutschland gehört seit jeher zu den wichtigen Wirtschaftspartnern Omans. Die deutschen Ausfuhren nach Oman lagen 2012 bei 820 Mio. EUR. Wichtigste Exportprodukte sind Kraftfahrzeuge, Maschinen und Ausrüstungsgüter. Die Importe stiegen 2012 gegenüber dem Vorjahr von 37 auf 51 Mio. EUR. Deutschland ist bislang kein unmittelbarer Abnehmer von omanischem Öl und Gas. Es ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Exportwert höher liegt, da ein Teil der deutschen Exporte über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Oman gelangt.

Die 12. Tagung der 1978 konstituierten deutsch-omanischen Gemischten Wirtschaftskommission fand vom 10. – 12. Dezember 2012 in Maskat statt. Als Kernbereiche der Zusammenarbeit wurden Erneuerbare Energien, Infrastruktur/Verkehr, Gesundheitswesen, Bildung und Ausbildung und Tourismus vereinbart. Ende Oktober 2013 fand zum zweiten Mal (und von nun an jährlich) das „Owners Forum – Middle East“ in Maskat statt. 180 Unternehmer aus Familienunternehmen diskutierten über regionale Wirtschaftsthemen und erörterten unternehmerische Herausforderungen im interkulturellen Vergleich. Omanische Familienunternehmen nutzten das Forum zur Stärkung ihrer Beziehungen zur deutschen Wirtschaft.

Es besteht ein bilaterales Investitionsförderungs- und Schutzabkommen (trat am 4.4.2010 in Kraft). Das am 15.08.2012 in Maskat unterzeichnete deutsch-omanische Doppelbesteuerungsabkommen bedarf noch der Ratifizierung in Deutschland.

Der Bestand der deutschen Direktinvestitionen in Oman wurde 2010 mit 40 Mio. EUR veranschlagt. Deutsche Unternehmen konnten in letzter Zeit größere Aufträge in folgenden Infrastrukturprojekten in Oman akquirieren: Turbinen für Gaskraftwerke in Sohar und Barka und Beratung beim Ausbau der Flughäfen Maskat und Salalah. Brenk Systemplanung aus Aachen erhielt im September 2011 den Zuschlag für die Bewertung des Rohstoff- und Bergbausektors in Oman. Für omanische Geschäftsleute ist Deutschland in den vergangenen Jahren ein wichtiger Messeplatz geworden. Im März 2012 und 2013 gab es einen deutschen Pavillon auf der Baumesse BIG - Builders International Gathering in Maskat.

Zahlreiche omanische Patienten kommen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor soll auf der Basis eines im Januar 2011 von den beiden Gesundheitsministern unterzeichneten Memorandum of Understanding intensiviert werden.

Die wachsende Zahl deutscher Touristen schlägt sich in der bilateralen Leistungsbilanz zugunsten Omans nieder. Gegenwärtig stellen Touristen aus Deutschland nach Großbritannien die zweitgrößte Gruppe unter den Touristen aus Europa.


Kulturelle Beziehungen

Im Hochschulbereich bestehen Beziehungen zwischen der staatlichen Sultan-Qabus-Universität und deutschen Universitäten sowie mit dem DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), der Humboldt-Stiftung und deutschen Forschungsinstitutionen. Für deutsche Hochschulen ist der omanische Bildungsmarkt ähnlich wie der der anderen Golfstaaten erst in den letzten Jahren in den Blickpunkt des Interesses gerückt.

Schwerpunkt der bilateralen Kultur- und Bildungsbeziehungen ist die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit, insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Hochschulministerium, dem Ministry of Heritage and Culture sowie deutscher Universitäten mit der Sultan-Qabus-Universität und der Universität Nizwa. Seit 2005 kommen omanische Studierende im Rahmen des Stipendienprogramms der omanischen Regierung zum Studium nach Deutschland.

Im Dezember 2006 wurde ein Vertrag zur Errichtung einer deutsch-omanischen Privatuniversität ("GUtech") mit der RWTH Aachen als deutschem Partner unterzeichnet. Sie hat im Herbst 2007 in Maskat ihren Berieb aufgenommen. Derzeit sind rund 800 Studierende in verschiedenen ingenieurwissenschaftlichen Studienfächern an der GUtech eingeschrieben. Der Frauenanteil beträgt 70 Prozent. Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist mit einem Lektorat und zwei Sprachassistenzen vertreten. Das Goethe-Institut unterstützt die GUtech finanziell und organisatorisch beim Betrieb des deutschen Sprachlernzentrums. Die GUtech ist zum Wintersemester 2012/13 an den neuen Standort Halban umgezogen und hat dort im Oktober 2012 den Lehrbetrieb aufgenommen. 2012 gewann das „Eco-House“, Flagschiffprojekt der städtebaulichen Fakultät, einen vom omanischen Research Council ausgelobten Wettbewerb.

Derzeit lernen ca. 400 Omaner Deutsch. Der Sprachunterrichtet wird vornehmlich von Universitäten und Colleges angeboten (darunter die Sultan-Qabus-Universität, die Universität Nizwa sowie die GUtech).

Seit Beginn des Schuljahres 2012 / 2013 wird erstmals an einigen staatlichen Schulen in der Sekundarstufe Deutsch als zweite Fremdsprache angeboten.

Im Bereich der Archäologie bestehen langjährige bilaterale Kontakte mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Seit Februar dieses Jahres hält sich zum dritten Mal eine Gruppe von Archäologen der Universität Tübingen in Bat auf, um an der Erfassung und Erhaltung der Nekropole weiterzuarbeiten. Viele der dort gemachten Funde sollen zukünftig im neugebauten Nationalmuseum in Maskat ausgestellt werden. Das Auswärtige Amt unterstützt derzeit die Erfassung und Wiederherstellung von prähistorischen Gräbern in Bat. Die GUtech berät die Stadt Maskat bei städtebaulichen Projekten wie z.B. der Sanierung des Altstadtgebiets von Mutrah.

Die Sportbeziehungen erstrecken sich auf die Bereiche Fußball, Feldhockey, Volleyball und Leichtathletik. Omanische Trainer werden regelmäßig zu Weiterbildungen an die Universität Leipzig eingeladen.

Am 4. September 1992 wurde in Bonn die Deutsch-Omanische Gesellschaft gegründet, die sich dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und der Förderung der Zusammenarbeit auf kulturellem, wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und sportlichem Gebiet widmet. Der Sitz der Gesellschaft ist Berlin.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.