Hauptinhalt

Oman

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2017

Politische Beziehungen

Deutschland genießt in Oman hohes Ansehen. Die politischen Beziehungen sind freundschaftlich und problemlos. Bilaterale politische Konsultationen fanden im Mai 2014 in Berlin statt; die Gemischte Wirtschaftskommission tagte am 5./6. Dezember 2016 zum 14. Mal in Maskat. Außenminister Alawi reiste im August und November 2015 zu Gesprächen mit dem deutschen Außenminister nach Berlin. Außenminister Steinmeier besuchte Maskat im März 2016. Bundespräsident Wulff besuchte Oman im Dezember 2011 im Rahmen eines Staatsbesuchs. Bundestagspräsident Lammert stattete Oman im März 2013 einen Besuch ab, Bundestagsvizepräsidentin Roth im März 2015. Die Bundesländer entsenden regelmäßig Delegation zu Gesprächen in das Sultanat.  Zuletzt reiste Staatsministerin Merk aus Bayern im Februar 2017 nach Maskat.


Wirtschaftsbeziehungen

Die Tätigkeit deutscher Firmen in Oman seit den sechziger Jahren hat erfolgreich zum Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur im Sultanat beigetragen und ein beachtliches Vertrauenskapital geschaffen.

Deutschland gehört seit jeher zu den wichtigen Wirtschaftspartnern Omans. Die deutschen Ausfuhren nach Oman lagen 2015 bei 942,8 Mio. EUR. Wichtigste Exportprodukte waren Industriechemikalien, Kraftfahrzeuge und -teile, Arzneimittel, Kunststoffe und Maschinen. Die Importe betrugen 2015 48 Mio . EUR. Es ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Exportwert höher liegt, da ein Teil der deutschen Exporte über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Oman gelangt. Deutschland ist kein unmittelbarer Abnehmer von omanischem Öl und Gas.

Die 14. Tagung der 1978 konstituierten deutsch-omanischen Gemischten Wirtschaftskommission fand vom 5. - 6. Dezember 2016 in Maskat statt. Als Kernbereiche der Zusammenarbeit wurden Handel und Investitionen, KMU-Entwicklung, Erneuerbare Energien, Umweltschutz, Bildung und Ausbildung Gesundheitswesen und Tourismus vereinbart. Im November 2014 und im November 2016 fand das "Owners Forum – Middle East" in Maskat statt. Etwa 160 Unternehmer aus Familienunternehmen diskutierten über regionale Wirtschaftsthemen und erörterten unternehmerische Herausforderungen im interkulturellen Vergleich. Omanische Familienunternehmen nutzten das Forum zur Stärkung ihrer Beziehungen zur deutschen Wirtschaft.

Es besteht ein bilaterales Investitionsförderungs- und Schutzabkommen, das am 4.4.2010 in Kraft trat. Das am 15.08.2012 in Maskat unterzeichnete deutsch-omanische Doppelbesteuerungsabkommen wurde seitens der Bundesrepublik Deutschland noch nicht ratifiziert und wird derzeit nachverhandelt.

Der Bestand der deutschen Direktinvestitionen in Oman wurde 2013 mit 55 Mio. EUR veranschlagt. Deutsche Unternehmen sind an Infrastrukturprojekten in Oman beteiligt: Siemens lieferte Turbinen für Gaskraftwerke in Sohar und Barka und die Flughafen München GmbH Beratung beim Ausbau der Flughäfen Maskat und Salalah. Für omanische Geschäftsleute ist Deutschland in den vergangenen Jahren ein wichtiger Messeplatz geworden. Seit März 2012 gibt es einen deutschen Pavillon auf der Baumesse BIG - Show in Maskat, so auch 2016. Zahlreiche omanische Patienten kommen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Das deutsche Gesundheitssystem genießt im Oman einen guten Ruf. Die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor soll auf der Basis eines im Januar 2011 von den beiden Gesundheitsministern unterzeichneten Memorandum of Understanding intensiviert werden.

Die wachsende Zahl deutscher Touristen schlägt sich in der bilateralen Leistungsbilanz zugunsten Omans nieder. Gegenwärtig stellen Touristen aus Deutschland nach Großbritannien die zweitgrößte Gruppe unter den Touristen aus Europa. 500 deutsche Staatsangehörige sind in Oman ansässig.


Kulturelle Beziehungen

Im Hochschulbereich bestehen Beziehungen zwischen der staatlichen Sultan-Qabus-Universität und deutschen Universitäten sowie mit dem DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), der Alexander von Humboldt-Stiftung und deutschen Forschungsinstitutionen. Für deutsche Hochschulen ist der omanische Bildungsmarkt ähnlich wie der der anderen Golfstaaten erst in den letzten Jahren in den Blickpunkt des Interesses gerückt.

Schwerpunkt der bilateralen Kultur- und Bildungsbeziehungen ist die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit, insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Hochschulministerium, dem Ministry of Heritage and Culture sowie deutscher Universitäten mit der Sultan-Qabus-Universität und der Universität Nizwa. Seit 2005 kommen omanische Studierende im Rahmen des Stipendienprogramms der omanischen Regierung zum Studium nach Deutschland.

Auf dem Gebiet wissenschaftlicher Forschung unterschrieb die Helmholtz-Gesellschaft am 01.06.2015 einen Kooperationsvertrag mit dem Research Council TRC. Daneben gibt es einige wissenschaftliche Einzelprojekte und Kontakte von Fraunhofer-Fokus.

Im Dezember 2006 wurde ein Vertrag zur Errichtung einer deutsch-omanischen Privatuniversität ("GUtech") mit der RWTH Aachen als deutschem Partner unterzeichnet. Sie hat im Herbst 2007 in Maskat ihren Betrieb aufgenommen. Im WS 2016/17 sind 1615 Studierende in verschiedenen ingenieurwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Studienfächern an der GUtech eingeschrieben. Der Frauenanteil beträgt ca. zwei Drittel. Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist mit einem Lektorat vertreten. Die GUtech ist zum Wintersemester 2012/13 an den neuen Standort Halban umgezogen und hat dort im Oktober 2012 den Lehrbetrieb aufgenommen. 2012 gewann das "Eco-House", Flagschiffprojekt der städtebaulichen Fakultät, einen vom omanischen Research Council ausgelobten Wettbewerb.

Derzeit lernen ca. 1500 Omaner Deutsch. Der Sprachunterrichtet wird vornehmlich von Universitäten und Colleges angeboten (darunter die Sultan-Qabus-Universität, die Universität Nizwa sowie die GUtech).

Seit Beginn des Schuljahres 2012 / 2013 wird an fünfstaatlichen Schulen in der Sekundarstufe Deutsch als zweite Fremdsprache angeboten. Zwei der Schulen wurden in die Partnerschulinitiative PASCH aufgenommen. Das Goethe-Institut betreibt Kulturarbeit vom Regionalinstitut Abu Dhabi aus.

Im Bereich der Archäologie bestehen langjährige bilaterale Kontakte mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen. 2017 hielt sich zum sechsten Mal eine Gruppe von Archäologen der Universität Tübingen zu Grabungen bei Al Khashba auf. Viele der dort gemachten Funde sollen im neugebauten Nationalmuseum in Maskat ausgestellt werden. Das Auswärtige Amt hatdie Erfassung und Wiederherstellung von prähistorischen Gräbern in Bat unterstützt. Die GUtech berät die Stadt Maskat bei städtebaulichen Projekten wie z.B. der Sanierung des Altstadtgebiets von Mutrah. Für 2017 ist eine neue Ausgrabung in Kooperation mit der Universität Heidelberg geplant.

Die Sportbeziehungen erstrecken sich auf die Bereiche Fußball, Feldhockey, Volleyball und Leichtathletik. Im Juni 2014 wurde in Maskat die Gründung der Omanisch-Deutschen Freundschaftsgesellschaft unter dem Ehrenvorsitz von S.H. Sayyid Tarik bin Shabib al Said offiziell bekannt gegeben. Auch die Deutsch-Omanische Gesellschaft, am 4. September 1992 in Bonn gegründet, widmet sich dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und der Förderung der Zusammenarbeit auf kulturellem, wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und sportlichem Gebiet. Der Sitz der Gesellschaft ist Berlin.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere