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Beziehungen zwischen dem Sultanat Oman und Deutschland
Stand: März 2012
Politische Beziehungen
Deutschland genießt in Oman hohes Ansehen. Die politischen Beziehungen sind freundschaftlich und problemlos. Die bilateralen politischen Konsultationen fanden zuletzt im März 2010 in Berlin statt. Bundespräsident Wulff stattete Oman im Dezember 2011 einen Staatsbesuch ab.
Wirtschaftsbeziehungen
Die Tätigkeit deutscher Firmen in Oman seit den sechziger Jahren hat erfolgreich zum Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur im Sultanat beigetragen und ein beachtliches Vertrauenskapital geschaffen.
Deutschland gehört seit jeher zu den wichtigen Wirtschaftspartnern Omans. Die deutschen Ausfuhren beliefen sich 2011 auf 831,4 Millionen Euro. Wichtigste Produkte sind neben Kraftfahrzeugen Maschinen, elektrische und chemische Erzeugnisse, Eisen und Eisenwaren sowie Fabrikationsanlagen. Es ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Exportwert höher liegt, da ein Teil der deutschen Exporte über die VAE nach Oman gelangt.
Omanische Ausfuhren nach Deutschland beliefen sich 2011 auf 36,7 Millionen Euro. Deutschland ist bislang kein unmittelbarer Abnehmer von omanischem Öl und Gas.
Die 1978 konstituierte gemeinsame deutsch-omanische Wirtschaftskommission trat zuletzt im Juni 2010 in Berlin zusammen.
Es besteht ein bilaterales Investitionsförderungs- und Schutzabkommen (trat am 4.4.2010 in Kraft).
Deutsche Firmen sind sowohl an industriellen Großprojekten als auch an kleineren Vorhaben (etwa Wasseraufbereitung) beteiligt. Die Methanolfabrik und der Flüssiggasterminal im Industriehafen von Sohar gehören derzeit zu den größten deutschen Investitionen auf der arabischen Halbinsel.
Für omanische Geschäftsleute ist Deutschland in den vergangenen Jahren ein wichtiger Messeplatz geworden. Im März 2012 wird es erstmals einen deutschen Pavillon auf der Baumesse BIG - Builders International Gathering in Maskat geben.
Zahlreiche omanische Patienten kommen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor soll auf der Basis eines im Januar 2011 von den beiden Gesundheitsministern unterzeichneten Memorandum of Understanding intensiviert werden.
Die wachsende Zahl deutscher Touristen schlägt sich in der bilateralen Leistungsbilanz zugunsten Omans nieder. Gegenwärtig stellen Touristen aus Deutschland nach Großbritannien die zweitgrößte Gruppe unter den Touristen aus Europa.
Kulturelle Beziehungen
Ein bilaterales Kulturabkommen gibt es mit Oman bislang nicht.
Schwerpunkt der bilateralen Kultur- und Bildungsbeziehungen ist die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit, insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Hochschulministerium, dem Ministry of Heritage und Culture sowie deutscher Universitäten mit der Sultan-Qabus-Universität und der Universität Nizwa. Seit 2005 kommen omanische Studierende im Rahmen des Stipendienprogramms der omanischen Regierung zum Studium nach Deutschland.
Im Dezember 2006 wurde ein Vertrag zur Errichtung einer deutsch-omanischen Privatuniversität ("GUtech") mit der RWTH Aachen als deutschem Partner unterzeichnet. Sie hat im Herbst 2007 in Maskat ihren Betrieb aufgenommen. Derzeit sind rund 400 Studierende in verschiedenen ingenieurwissenschaftlichen Studienfächern an der GUtech eingeschrieben. Der Frauenanteil beträgt 70 Prozent. Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist mit einem Lektorat und zwei Sprachassistenzen vertreten. Das Goethe-Institut unterstützt die GUtech finanziell und organisatorisch beim Betrieb des deutschen Sprachlernzentrums.
Derzeit lernen ca. 400 Omaner Deutsch. Der Sprachunterrichtet wird vornehmlich von Universitäten und Colleges angeboten (darunter die Sultan-Qabus-Universität, die Universität Nizwa sowie die GUtech). Das Goethe-Institut hat im Juli 2010 ein Memorandum of Understanding mit dem omanischen Bildungsministerium unterzeichnet, um omanische Lehrer in einem Pilotprojekt auf Deutsch umzuschulen und Deutsch erstmals als zweite Fremdsprache an voraussichtlich vier staatlichen Schulen einzuführen.
Im Bereich der Archäologie bestehen langjährige bilaterale Kontakte mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Das Auswärtige Amt unterstützt derzeit die Erfassung und Wiederherstellung von prähistorischen Gräbern in Bat. Die GUtech berät die Stadt Maskat bei städtebaulichen Projekten wie z.B. der Sanierung des Altstadtgebiets von Mutrah.
Die Sportbeziehungen erstrecken sich auf die Bereiche Fußball, Feldhockey, Volleyball und Leichtathletik. Omanische Trainer werden regelmäßig zu Weiterbildungen an die Universität Leipzig eingeladen.
Am 4. September 1992 wurde in Bonn die Deutsch-Omanische Gesellschaft gegründet, die sich dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und der Förderung der Zusammenarbeit auf kulturellem, wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und sportlichem Gebiet widmet. Der Sitz der Gesellschaft ist Berlin.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
