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Niger

Wirtschaftspolitik

Stand: Februar 2012

Wirtschaftsstruktur

Der Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. Auf dem Human Development Index von UNDP liegt es auf Platz 167 von 169 (2010). Das Land weist eine weitgehend agrarisch geprägte Wirtschaftsstruktur auf. Die Landwirtschaft trägt mit konstant 40% zum Bruttonationaleinkommen (BNE) bei. Der Lebenserwerb der ländlichen Bevölkerung (80%) hängt maßgeblich von den schwankenden klimatischen Bedingungen (Regen) ab, die sich direkt auf die Erntehöhe, aber auch die Qualität der Viehzucht auswirken.

Die Ernte 2011/2012 fällt aufgrund unzureichender Regenfälle in der Sahel-Region defizitär aus. Der Niger ist das am stärksten betroffene Land mit über 1,6 Mio notleidenden Menschen. Die zu erwartenden Ernteverluste könnten bis zu 70% betragen. Die Bundesregierung hat auf die verschlechterte humanitäre Lage in der Region reagiert und erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt, von denen auch der Niger profitiert.

Eine wichtige Aufgabe der nigrischen Regierung ist es, künftig mehr Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten. Präsident Issoufou hat dies zu einer Priorität seiner Politik erklärt. Der Niger hat jedoch das weltweit höchste Bevölkerungswachstum (3,6%), was Fortschritte auf diesem Gebiet sehr erschwert. Außerdem ist nur ein kleiner Teil des Landes landwirtschaftlich nutzbar.

Der Niger leidet permanent an einem Energiedefizit. Durch Importe aus Nigeria und eigener Stromerzeugung (auf der Basis von Dieselgeneratoren) ist Energie sehr teuer. Auf diesem Gebiet werden zukünftig größere Investitionen erforderlich sein.

Aktuelle Wirtschaftslage

Nach Angaben des IWF betrug das Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 3,8%. Für 2012 wird jedoch von einem sehr starkem Wachstum in Höhe von 14,1% ausgegangen. Der Aufschwung ist allerdings vor allem rohstoffbasiert und wird von hohen Auslandsinvestitionen in diesen Sektor getragen. Die Inflationsraten sind moderat. Der IWF geht für 2011 von 3,8% aus und schätzt die Inflation für 2012 auf lediglich 2%.

Von besonderer Bedeutung ist der Energie- und Rohstoffsektor, der über 40% zum BSP beiträgt und den größten Teil der Exporterlöse erzielt. Wichtig ist vor allem der Abbau von Uran. Der Niger hat 2010 knapp 4.200 Tonnen Uran exportiert. Auf Grund geplanter bedeutender Investitionen aus Frankreich und China soll die Produktion bis 2014 auf über 10.000 Tonnen gesteigert werden. Die von dem französischen Konzern AREVA entwickelte Mine in Imouraren soll 2013 oder 2014 die Produktion aufnehmen.

Seit Ende 2011 wird im Niger zum ersten Mal Erdöl in dem östlich gelegenen Agadem Ölfeld gefördert und eine Raffinerie in Zinder wurde in Betrieb genommen. Die Reserven in Agadem  werden auf ca. 650 Millionen Fass geschätzt. Auch in anderen Regionen des Landes werden Erdöl- und Gasvorkommen vermutet.

Positiv zu bewerten ist, dass wichtige Gesetze zur Transparenz der Verwendung von Einkünften aus dem Verkauf von Rohstoffen verabschiedet wurden. Im März 2011 wurde der Niger deshalb als „compliant“ mit der „Extractive Industries Transparency Iniative (EITI) erklärt.

Außenhandel

Der nigrische Außenhandel wird dominiert durch Uranexporte (knapp 50%% des Gesamtexports) überwiegend nach Frankreich, landwirtschaftliche Produkte/Vieh vorwiegend nach Nigeria und die westafrikanische Subregion sowie Gold. Nach wie vor ist die nigrische Handelsbilanz negativ. Das Handelsbilanzdefizit betrug 2011 781 Millionen US $. Es wird aber davon ausgegangen, dass es auf Grund zunehmender Rohstoffexporte zurückgehen wird. Für 2012 wird das Handelsbilanzdefizit auf 335 Millionen US $ geschätzt. China hat seine Ausfuhren in den Niger erheblich ausgeweitet und nimmt jetzt die Spitzenstellung ein (16.5% aller Importe). Wichtigstes Exportland für den Niger ist weiterhin Frankreich (51,8% der gesamten Ausfuhren).

Der Warenverkehr zwischen Deutschland und dem Niger wies 2008 ein Volumen von 118.000 EUR für deutsche Einfuhren aus dem Niger und von 18,4  Mio. EUR für deutsche Ausfuhren in den Niger auf. Wichtigste Ausfuhrprodukte Deutschlands waren Rohtabak und Tabakerzeugnisse sowie chemische Erzeugnisse.

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsorganisationen

Niger ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten ECOWAS, der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA , der Afrikanischen Entwicklungsbank AfDB, der Westafrikanischen Entwicklungsbank BOAD und des Comité Inter-états de lutte contre la sécheresse du Sahel (Interstaatliches Komitee zur Bekämpfung von Trockenheit und der Desertifikation im Sahel CILSS).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.