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Neuseeland

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Februar 2016

Politische Beziehungen

Am 10. November 2013 wurde der 60. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Neuseeland gefeiert. Über sechs Jahrzehnte hat sich ein Vertrauensverhältnis entwickelt, das nicht zuletzt auf die sehr oft ähnlichen Positionen zu internationalen Fragen zurückzuführen ist. Auf verschiedenen Ebenen hat sich ein regelmäßiger Dialog zwischen beiden Ländern entwickelt. Bundeskanzlerin Merkel besuchte Neuseeland vom 13.- 14. November 2014 vor dem G 20-Gipfel in Australien. Am 1. Dezember 2015 trafen Premierminister John Key und BKin Merkel in Berlin erneut zusammen. Der neuseeländische Außenminister Murray McCully führte im März 2014 in Berlin Gespräche mit Außenminister Steinmeier. Der Präsident des Parlaments von Neuseeland, David Carter, besuchte  im April 2015 mit einer Parlamentarierdelegation München und Berlin.



Wirtschaftliche Beziehungen

Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Neuseeland und Deutschland gestalten sich problemlos. Bereits 1978 wurde ein Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet. Die Aufgaben einer deutschen Außenhandelskammer werden durch die New Zealand-German Business Association (NZGBA)  in Auckland wahrgenommen, die im November 2013 ihr 30jähriges Jubiläum feierte. Sie vermittelt auf Anfrage Kontakte zu neuseeländischen Geschäftspartnern und erstellt Marktanalysen. Die neuseeländische Wirtschaft ist in Hamburg durch die staatliche neuseeländische Organisation "New Zealand Trade and Enterprise" vertreten.

Deutschland stand 2015 auf Platz 15. der neuseeländischen Exportdestinationen und auf Platz 5 der wichtigsten Lieferländer. Die wichtigsten Ausfuhrgüter Neuseelands nach Deutschland sind land- und forstwirtschaftliche Produkte, insbesondere Schaf- und Wildfleisch, Früchte und Molkereiprodukte. Aus Deutschland werden vor allem Fahrzeuge und Maschinen sowie medizinische und pharmazeutische Produkte importiert. Neuseeland stand 2014 auf Rang 67 der deutschen Exportdestinationen sowie auf Rang 70 der Herkunftsländer von Waren. Das Volumen des deutsch-neuseeländischen Warenhandels erhöhte sich 2014 auf 3,125 Mrd. NZD mit einem Handelsbilanzüberschuss von ca. 1,802 Mrd. NZD zugunsten Deutschlands.

 Deutsche Touristen spielen für Neuseeland eine wichtige Rolle: Mit 84,544Besuchern (Gesamtzahl: 3.131.927) standen deutsche Reisende im Jahr 2015 an 6. Stelle der Besucherstatistik (Quelle: Statistics New Zealand).

 [ThH1]Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.


Wissenschaftliche Beziehungen

Deutschland gehört neben den USA, Australien und Großbritannien zu den wichtigsten Partnern Neuseelands der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit. Seit Abschluss des Abkommens über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit im Dezember 1977 arbeiten Wissenschaftler beider Länder an zahlreichen gemeinsamen Forschungsprojekten. Im Februar 2007 wurden die Inhalte dieses Abkommens von den Forschungsministern beider Länder erneut bekräftigt. Bei bilateralen Wissenschaftskonsultationen Ende 2014 wurden als Schwerpunktbereiche der Kooperation für 2015-18 Gesundheit, Ernährung/Landwirtschaft/Biotechnologie, Umwelt, innovative Fertigungstechnologien, nachhaltige Stadtentwicklung (einschl. erneuerbarer Energien) sowie die Meeres- und Antarktisforschungvereinbart.

Herausragende Beispiele für die deutsch-neuseeländische Forschungskooperation sind die institutionelle Partnerschaft „GENESYS“ zwischen dem Geoforschungszentrum Potsdam und dem „Institute of Geological and Nuclear Science“(GNS) im Bereich der Geowissenschaften sowie das im Februar 2010 gestartete gemeinsame Graduiertenprogramm „INTERCOAST - Integrierte Küsten- und Schelfmeerforschung“ der Universitäten Bremen und Waikato. Anfang 2008 wurde offiziell der Deutsch-Neuseeländische Wissenschaftskreis („science circle“) ins Leben gerufen, eine Regierungsinitiative mit Vortragsveranstaltungen prominenter Wissenschaftler, die das gegenseitige Verständnis für die Forschungslandschaft weiter fördern soll. Am Rande des Besuches von Bundeskanzlerin Merkel in Auckland unterzeichneten im November 2014 die Universität Auckland und die Fraunhofer-Gesellschaft ein Memorandum of Understanding (MoU) zu einem Forschungsprojekt für präventive Ergonomie sowie Rehabilitationsmaßnahmen. Der offizielle Start des Projektes wurde beim Besuch des neuseeländischen Premierministers John Key in Deutschland am 01.12.2015 verkündet. Eine weitere Kooperation zwischen Fraunhofer IPA mit den Universitäten Auckland und Stuttgart im Bereich Produktionstechnik ist in der fortgeschrittenen Antragsphase.

Zahlreiche deutsche Wissenschaftler sind an neuseeländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen tätig. Während von deutscher Seite viele Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD und überdurchschnittlich viele Humboldt-Stipendien an Neuseeländer vergeben werden, wurde im Jahr 2004 von neuseeländischer Seite speziell für den deutsch-neuseeländischen Forscheraustausch das Von-Haast-Fellowship-Programm aufgelegt. Dieses Programm ermöglicht deutschen Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte in Neuseeland. An der Universität Auckland steht eine entsandte Deutsch-Lektorin des DAAD, zusammen mit der Botschaft und dem Goethe-Institut als Ansprechpartnerin für Anfragen zu Stipendien und zum Studien- und Forschungsstandort Deutschland zur Verfügung. Umgekehrt vertritt das Institut Ranke-Heinemann in Essen und Berlin alle neuseeländischen Universitäten. Es berät kostenlos und unabhängig zu allen Fragen über das Studium in Neuseeland. Im November 2014 wurde der an der Massey-Universität in Auckland forschende deutsche Chemiker Prof. Peter Schwerdtfeger von der Royal Society of New Zealand (RSNZ) mit dem höchsten neuseeländischen Wissenschaftspreis - der Rutherford-Medaille - ausgezeichnet.


Kulturelle Beziehungen

Der bilaterale Kulturaustausch ist intensiv und breit gefächert. Das Kulturleben Neuseelands ist durch eine besonders lebhafte Festivalszene für alle Formen der darstellenden Kunst (auch der Off-Kultur) gekennzeichnet. Deutsche Künstler sind auf vielen Festivals vertreten; am renommierten New Zealand Festival 2016 nehmen u. a. das Wuppertaler Tanztheater und die Kinderbuchautorin Cornelia Funke teil. Das Goethe-Institut unterhält ein Residenzprogramm für deutsche Kulturschaffende. Die neuseeländische Kulturförderanstalt Creative NZ vergibt im Gegenzug zwei alternierende Stipendien an neuseeländische Künstler und Schriftsteller, um ihnen einen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen, die Writer's und die Visual Artist's Residency. Neuseeland war 2012 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.

Das in Wellington beheimatete Goethe-Institut ist der landesweit wichtigste Mittler deutscher Sprache und Kultur. Es bietet jährlich neben seinem Sprachkursprogramm eine breite Palette kultureller Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit neuseeländischen Partnerorganisationen an. Darüber hinaus tragen die Goethe-Gesellschaften in Auckland, Waikato und Wellington zur Pflege der deutschen Sprache und Kultur bei.

In Neuseeland gibt es fünf Schulen des Partnerschul-Netzwerks (PASCH), in demSchulen vernetzt sind, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat. Die fünfte PASCH-Schule wurde im Mai 2013 in Anwesenheit von Premierminister John Key eröffnet.

Seit dem Jahr 2000 ermöglicht das "Working Holiday Programme" jungen Menschen, einen bis zu zwölfmonatigen Aufenthalt durch die Annahme von Ferienjobs im jeweils anderen Land selbst zu finanzieren und Kultur und Alltagsleben des Gastlandes kennen zu lernen. Jährlich reisen etwa 14.000 junge Deutsche im Rahmen dieses Programms durch Neuseeland. Darüber hinaus studieren etwa knapp 2.600 Deutsche an neuseeländischen Universitäten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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