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Nepal

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2012

Schulsystem

Bildung und Ausbildung genießen Priorität im Rahmen der Armutsbekämpfung. Diesem Bereich sind auch die höchsten Haushaltsmittel der Regierung – mit Unterstützung von Geberländern – gewidmet.

Das nepalesische Bildungssystem besteht aus einer fünfjährigen Grundstufe, einer fünfjährigen unteren Sekundarstufe und einer zweijährigen oberen Sekundarstufe. Gemäß einer Entscheidung des obersten Gerichtshofs (Supreme Court) soll nunmehr die fünfjährige Grundstufe einschließlich der erforderlichen Bücher und Schuluniformen kostenlos sein. Die Analphabetenrate bei den Erwachsenen liegt noch bei ca. 45 %. Jedoch liegt die Einschulungsquote in der Grundstufe inzwischen bei 93,7%, wobei nach wie vor mehr Jungen als Mädchen die Schule besuchen. Oft besuchen Kinder die Schule nur kurz oder verlassen sie vorzeitig. Inzwischen beträgt die Quote im 5. Schuljahr jedoch bereits 78 %. Defizite im öffentlichen Schulsystem (u.a. auch der Mangel an qualifizierten Lehrern) haben die Entstehung von Privatschulen begünstigt. Primär wird Englisch als Fremdsprache unterrichtet.


Universitäten

Nepals größte staatliche Bildungseinrichtung ist die Tribhuvan Universität mit Zweigstellen im ganzen Land. Ihre Bildungsgänge führen jedoch nicht in allen Fächern (vor allem in naturwissenschaftlich-technischen) über den Bachelor-Grad hinaus. Die Sanskrit-Hochschule ist rein sprachlich von Bedeutung. Die privaten Universitäten (Kathmandu, Pokhara, Purbanchal und die Neugründung Siddharta), die zunächst nur begrenzte Lehrpläne anboten, weiten ihre Studienangebote insbesondere im Bereich der technischen Fächer ständig aus. Nicht wenige Schulabgänger, insbesondere aus wohlhabenden Familien, ziehen jedoch ein Studium im Ausland vor, vor allem in Indien und englischsprachigen Ländern.


Medien

Die Medienlandschaft in Nepal ist sehr vielfältig. Es gibt Hunderte von Zeitungen und Zeitschriften sowie zahlreiche Fernseh- und Radiosender. Daneben können über Satellit auch viele ausländische Programme (einschließlich Deutsche Welle-TV) empfangen werden. Einzige nepalesische Presseagentur ist die staatliche "Nepal National News Agency“.

Das Angebot an überregionalen Zeitungen und Zeitschriften auf Nepali und Englisch ist breit gefächert. Der Verbreitungsgrad ist zumeist lokal begrenzt und erreicht wegen der hohen Analphabetenrate nur Teile der Bevölkerung. Einige Zeitungen sind unabhängig und regierungskritisch. Viele wöchentlich erscheinende Zeitungen verstehen sich als Sprachrohr unterschiedlicher Parteien oder Interessengruppen.

Das Radio hat den höchsten Verbreitungsgrad und den größten Einfluss auf die politische Meinungsbildung. Neben dem staatlichen Radio Nepal bestehen zahlreiche private Rundfunkstationen, die vor allem Unterhaltungsprogramme senden. Das Fernsehen erreicht ca. 20% der nepalesischen Bevölkerung. Insbesondere auf dem Lande spielen jedoch die lokalen Radiosender die bedeutendere Rolle als Informationsquelle.

Das Internet wird auch in Nepal zu einem wichtigen Kommunikations- und Informationsmedium, insbesondere für die städtischen Eliten. Bisher verfügen nur 8 % der Bevölkerung über einen Internetzugang, durch tägliche Stromabschaltungen ist die Nutzung nur eingeschränkt möglich.

Die Verfassung garantiert die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit. In der Alltagsrealität ist diese jedoch nicht immer gewährleistet.


Kunst und Kultur

Nepal verfügt über ein bedeutendes kulturelles Erbe insbesondere in den Bereichen Architektur und bildende Kunst. Durch die lange Abgeschlossenheit des Landes haben sich eigenständige religiöse, rituelle und kulturelle Traditionen entwickelt und erhalten. Daneben sind indische und tibetische Einflüsse sichtbar. Historische Gebäude und Baudenkmäler sind nicht nur Attraktionen für ausländische Touristen, sondern werden durch die einheimische Bevölkerung auch weiter genutzt. Auch Musik, folkloristische Tänze und Schauspiel haben in Nepal Tradition. Vor allem auf dem Land sind handwerkliche Kunsterzeugnisse mit religiösen Motiven vorherrschend.

Basierend auf diesem weit gefächerten Erbe existiert ein reges künstlerisches Leben in Nepal. Großer Beliebtheit erfreuen sich im eigenen Land, aber auch in Indien produzierte Kinofilme. Auch moderne Einflüsse westlicher Provenienz werden aufgenommen. Als erster nepalesischer Film auf einem internationalen Filmfestival überhaupt wurde im Februar 2012 die nepalesische Produktion „Highway“ auf der Berlinale in Berlin präsentiert.

In den letzten Jahrzehnten haben sich besonders in der Hauptstadt Kathmandu zahlreiche Galerien etabliert, die sich auf eine kleine, aber interessierte Kunstszene stützen können. Kunstausstellungen stoßen bei einem breiten Publikum auf reges Interesse.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.