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Nepal

Beziehungen zwischen Nepal und Deutschland

Stand: März 2012    

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen sind eng und freundschaftlich. In den über 50 Jahren nach Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1958 ist zudem ein vielfältiges Geflecht von Verbindungen auch im zivilgesellschaftlichen Bereich entstanden. Kernelement der Beziehungen ist der Dialog mit der Gastregierung und anderen Akteuren des öffentlichen Lebens in Nepal. Deutschland unterstützt dabei aktiv den Friedens- und Demokratisierungsprozess in Nepal. Weitere wichtige Komponenten sind die Entwicklungszusammenarbeit, der bilaterale Handel sowie die Kooperation in den Bereichen Kultur und Wissenschaft.

Nach Beendigung des Bürgerkriegs sind hochrangige Besuche wieder häufiger. Von nepalesischer Seite war der frühere Außenminister Yadav im März 2009 zu Gesprächen in Deutschland, u.a. mit dem damaligen Staatsminister Gloser im Auswärtigen Amt. Auch Besuche nepalesischer Fachminister aus Anlass wichtiger Messen (ITB, Internationale Grüne Woche) nehmen wieder zu.

In 2011 reisten erstmals wieder Abgeordnete des Deutschen Bundestages nach Nepal, Anfang 2012 zuletzt auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp, MdB.


Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist für Nepal einer der wichtigsten Absatzmärkte, insbesondere für Teppiche und Textilprodukte. Nepal importiert aus Deutschland vor allen Dingen Maschinen und industrielle Produkte. Der traditionelle Überschuss in der bilateralen Handelsbilanz zugunsten Nepals ist ein marktwirtschaftlicher Beitrag zur Entwicklung des Landes.

Ein Investitionsabkommen besteht seit Oktober 1986. Die 1990 gegründete Deutsch-Nepalesische Industrie- und Handelskammer in Kathmandu fördert die bilateralen Handelsbeziehungen und wurde in ihrer Arbeit bis Ende 2011 von einer aus Deutschland entsandten Fachkraft unterstützt.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Nepal ist ein wichtiges Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die drei am Ziel der Armutsbekämpfung orientierten Schwerpunktsektoren sind erneuerbare Energie (Solar-, Wasserkraft und Biogas), Förderung von Kommunalentwicklung und Zivilgesellschaft sowie das Gesundheitswesen. Seit Kurzem koordiniert Deutschland die internationale Unterstützung zur Umsetzung der nepalesischen Strategie zur Förderung des Außenhandels. Zudem unterstützt Deutschland durch Beratungsleistungen und eine Beteiligung am Nepal Peace Trust Fund den Friedensprozess im Land. Konkrete Maßnahmen zur berufliche Aus- und Weiterbildung der ehemaligen maoistischen Kämpfer leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zu deren Reintegration in die Gesellschaft.

Die wichtigsten Durchführungsorganisationen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit (GIZ, KfW Entwicklungsbank) sind in Nepal mit eigenem Personal vertreten. Daneben fördern mehr als 120 private Initiativen und Vereine aus Deutschland – zum Teil mit Unterstützung aus öffentlichen Mitteln – Projekte und Programme in Nepal.

Über sein bilaterales Engagement hinaus ist Deutschland auch durch Beitragszahlungen und andere finanzielle Leistungen maßgeblich an den Entwicklungshilfeleistungen der internationalen Organisationen (insbesondere der EU) in Nepal beteiligt.

Das Auswärtige Amt unterstützt darüber hinaus Projekte der Friedenskonsolidierung und Konfliktprävention, dabei unter anderem auch die Fortbildung von Richtern und Staatsanwälten im Rahmen der Rechtsstaatsförderung.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist mit einem eigenen Büro in Kathmandu vertreten. Andere politische Stiftungen arbeiten mit Partnern aus Nepal im Rahmen ihrer regionalen Programme für Südasien zusammen.


Kulturaustausch

1992 wurde zwischen Nepal und Deutschland ein Kulturabkommmen unterzeichnet. Aus Mitteln des Kulturerhaltprogramms wurden in den letzten 30 Jahren zahlreiche Projekte zur Restaurierung von kulturell oder religiös bedeutsamen Stätten in Nepal gefördert, u.a. in den ehemaligen Königsstädten Patan und Bhaktapur im Kathmandutal. Deutsche Archäologen leisten zudem bedeutsame Forschungsarbeit im Zuge von Ausgrabungen.

Nach der Schließung des Goethe-Instituts in Kathmandu wurde 1997 ein "Goethe-Zentrum Kathmandu" gegründet. Die dort angebotenen Deutschsprachkurse erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei jungen Nepalesen, unter denen das Interesse an einem Studium in Deutschland wächst. Deutsch wird seit vielen Jahren auch an der Tribhuvan-Universität in Kathmandu unterrichtet sowie seit April 2009 im Rahmen der Partnerschulinitiative als zweite Fremdsprache an zwei Schulen ab dem 6. Schuljahr. Insgesamt lernen derzeit über 1.000 junge Nepalesen Deutsch.

Die eher seltenen Gastspiele deutscher Musikensembles in Kathmandu, zuletzt das Stuttgarter Kammerorchester im Januar 2010, werden mit Begeisterung aufgenommen.

Die Deutsche Welle kooperiert mit mehreren Radio- und Fernsehstationen und regelmäßig werden nepalesische Journalisten zu Informationsprogrammen nach Deutschland eingeladen.


Wissenschaftsaustausch

Nepal ist auch ein Schwerpunktland der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Bisher wurden über 40 Forschungsvorhaben finanziert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt regelmäßig Stipendien, insbesondere für Aufbaustudiengänge mit besonderer Relevanz für Entwicklungsländer. In Nepal tätig ist ferner das Südasien-Instituts der Universität Heidelberg mit einer eigenen Repräsentanz, dem Nepal Research Center, welches ein größeres Projekt zur Mikroverfilmung tibetischer und newarischer Schriften inzwischen abschließen konnte.

Darüber hinaus bestehen mehrere nepalesische Stipendiaten- und Alumniorganisationen sowie eine Reihe engagierter Freundschaftsvereinigungen in Kathmandu und Deutschland, insbesondere die Deutsch-Nepalesische Gesellschaft in Köln.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Nepal ist Partnerland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen vor allem in drei Bereichen: Gesundheitswesen, kommunale Selbstverwaltung und erneuerbare Energien. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: