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Nepal

Beziehungen zwischen Nepal und Deutschland

Stand: September 2016

Politik

Das bilaterale Verhältnis ist eng und freundschaftlich. 1958 haben Nepal und Deutschland diplomatische Beziehungen aufgenommen. Seit Beendigung des zehnjährigen Bürgerkriegs Ende 2006 unterstützt Deutschland aktiv den Friedens- und Demokratisierungsprozess in Nepal. Von besonderer Bedeutung ist dabei die gemeinsame Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit, im Handel sowie in Kultur und Wissenschaft.

Hochrangige Besuche sind nach Beilegung des bewaffneten Konflikts wieder häufiger. Der frühere nepalesische Außenminister Yadav war im März 2009 zu Gesprächen in Deutschland, Anfang März 2012 der damalige Handelsminister Lekh Raj Bhatt. Weitere nepalesische Fachminister haben außerdem wichtige Messen (ITB, Internationale Grüne Woche) besucht.

Mitglieder des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Deutsch-Südasiatischen-Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages besuchten im März und April 2016 Nepal.


Wirtschaft

Deutschland ist für Nepal ein wichtiger Absatzmarkt, insbesondere für Teppiche und Textilprodukte. Nepal importiert aus Deutschland vor allen Dingen Maschinen und industrielle Produkte. Die bilaterale Handelsbilanz verzeichnete in den vergangenen Jahren regelmäßig einen Überschuss zugunsten Nepals. Das jährliche bilaterale Handelsvolumen lag in den letzten Jahren relativ konstant bei etwa 50 Millionen Euro.

Ein Investitionsschutzabkommen besteht seit 1986. Eine 1990 gegründete Deutsch-Nepalesische Industrie- und Handelskammer (Nepal German Chamber of Commerce and Industry, NGCCI) in Kathmandu fördert die bilateralen Handelsbeziehungen.


Entwicklungszusammenarbeit

Nepal ist ein wichtiges Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Nepal dabei zu unterstützen, die Folgen des Bürgerkriegs zu überwinden und die Armut im Land langfristig zu lindern. Konkret konzentriert Deutschland seine Unterstützung auf die Verbesserung des Gesundheitswesens, die Förderung von erneuerbaren Energien (Solar-, Wasserkraft und Biogas) und Energieeffizienz sowie auf die Förderung von Handel und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung. Deutschland koordiniert dabei derzeit auch die internationale Unterstützung zur Intensivierung des Außenhandels.

Nach den schweren Erdbeben vom April und Mai 2015 hat die Bundesregierung insgesamt 35 Millionen Euro für Humanitäre Hilfe und Wiederaufbauprogramme bereitgestellt.

Eine ebenfalls bedeutende Komponente des deutschen Engagements bildete die Förderung des Friedensprozesses im Land. Neben Beratungsleistungen sowie der Beteiligung am Nepal Peace Trust Fund, einem Fonds zur Finanzierung der im Friedensabkommen von 2006 niedergelegten Vereinbarungen, leistete Deutschland mit konkreten Maßnahmen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung der ehemaligen maoistischen Kämpfer einen entscheidenden Beitrag zu deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Der Aufbau demokratischer Strukturen sowie der Schutz und die verbesserte Durchsetzung von Menschenrechten sind Deutschland ein wichtiges Anliegen. Das Auswärtige Amt unterstützt hier mit verschiedenen weiteren Projekten.

Die wichtigsten Durchführungsorganisationen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ und die KfW Entwicklungsbank, sind in Nepal mit eigenem Personal vertreten. Daneben fördern mehr als 130 private Initiativen und Vereine aus Deutschland – zum Teil mit Unterstützung aus öffentlichen Mitteln – Projekte und Programme in Nepal.

Über sein bilaterales Engagement hinaus ist die Bundesrepublik auch durch Beitragszahlungen und andere finanzielle Leistungen maßgeblich an den Entwicklungshilfeleistungen der internationalen Organisationen, insbesondere der EU und der Weltbank, in Nepal beteiligt.


Kultur

Seit vielen Jahren und ab 2016 zusammen mit der Gerda Henkel Stiftung fördert das Auswärtige Amt Projekte zur Restaurierung von kulturell oder religiös bedeutsamen Stätten in Nepal wie in den ehemaligen Königsstädten Patan und Bhaktapur im Kathmandutal. Deutsche Archäologen leisteten zudem bedeutsame Forschungsarbeit im Zuge von Ausgrabungen. Ein Kulturabkommen zwischen Nepal und Deutschland wurde 1992 unterzeichnet.

Einige der durch die schweren Erdbeben zerstörten oder beschädigten Stätten werden mithilfe des Kulturerhaltprogrammes des Auswärtigen Amtes wiederaufgebaut. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt bei der Wiederherstellung von wichtigen Kulturdenkmälern in Bhaktapur.

Deutsch als Fremdsprache unterrichtet das "Goethe-Zentrum Kathmandu" als Teil des Netzwerks des weltweit tätigen Goethe-Instituts. Die angebotenen Kurse sind sehr beliebt bei jungen Nepalesen, die sich zunehmend auch für ein Studium in Deutschland interessieren. Deutsch wird außerdem seit vielen Jahren auch an der Tribhuvan-Universität in Kathmandu gelehrt sowie seit 2010 auch (als zweite Fremdsprache neben Englisch) an zwei Schulen in Kathmandu im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH). Insgesamt lernen derzeit mehr als 1.000 junge Nepalesen Deutsch, mit steigender Tendenz.

Sehr positiv aufgenommen werden auch Kulturangebote wie Gastspiele deutscher Musikensembles sowie Malerei- und Fotoaustellungen. Die Deutsche Welle kooperiert mit mehreren Radio- und Fernsehstationen und regelmäßig werden nepalesische Journalisten zu Informationsprogrammen oder Fortbildungen nach Deutschland eingeladen.


Wissenschaft

Nepal ist auch ein Schwerpunktland der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit bislang über 40 Forschungsvorhaben.

Das Südasien-Institut der Universität Heidelberg ist in Kathmandu mit einer eigenen Repräsentanz vertreten.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt regelmäßig Stipendien, insbesondere für Aufbaustudiengänge in Fachrichtungen, die für Entwicklungsländer von besonderer Bedeutung sind. Zurückgekehrte Studenten haben sich inzwischen aktiv in verschiedenen Stipendiaten- und Alumniorganisationen vernetzt. Hierzu gehört auch die Dachorganisation GAAN (German Alumni Association of Nepal), welche aus insgesamt 7 Alumni-Organisationen besteht und seit 2015 aktiv ist.


Entwicklungs­zusammenarbeit

Nepal ist Partnerland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen derzeit vor allem in drei Bereichen: Gesundheitswesen, kommunale Selbstverwaltung und erneuerbare Energien. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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