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Mosambik

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2015

Politische Beziehungen

Schon im Unabhängigkeitsjahr 1975 nahm die DDR diplomatische Beziehungen zu Mosambik auf, ein Jahr später auch die Bundesrepublik Deutschland. Mosambik unterhielt intensive Beziehungen zur früheren DDR. Viele Mosambikaner haben dort studiert, rund 22.000 waren als sogenannte Vertragsarbeiter dort tätig. Nach dem Ende des Bürgerkriegs in Mosambik im Jahr 1992 hat sich Deutschland am Wiederaufbau des Landes beteiligt. Zahlreiche hochrangige Besuche belegen die freundschaftliche Qualität der Beziehungen. Im April 2006 hat der damalige Bundespräsident Köhler Mosambik einen Staatsbesuch abgestattet, Staatspräsident Guebuza besuchte Deutschland im November 2007. Im Januar 2010 war Bundesminister Niebel zu Besuch in Maputo und Beira, im Juni 2011 war der frühere  Premierminister Ali in Bayern zu Gast. Im März 2013 besuchten die Staatssekretäre des Auswärtigen Amts und des Bundeswirtschaftsministeriums mit einer Unternehmerdelegation Mosambik, kurz darauf im April 2013 der damalige Außenminister Westerwelle, ebenfalls mit einer Unternehmerdelegation. Außenminister Baloi besuchte Deutschland im Juni 2014, der spätere Präsident Nyusi im August 2014. Der Bundesratspräsident und hessische Ministerpräsident Volker Bouffier reiste im März 2015 in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation nach Mosambik. Eine Delegation von fünf Abgeordneten des mosambikanischen Parlaments besuchte Bundestag und Bundesrat im Oktober 2015 und führte Gespräche im Auswärtigen Amt sowie im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit. Mosambikanische Fachminister haben Deutschland in den letzten Jahren mehrfach besucht.


Wirtschaftsbeziehungen

Aufgrund bedeutsamer Rohstofffunde, insbesondere Offshore-Erdgasfunde im nördlichen Rovuma-Becken im Jahre 2011, ist das Interesse der deutschen Wirtschaft an Mosambik gewachsen. Seither entwickeln sich die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen mit neuer Dynamik.

Regelmäßig finden mosambikanische Wirtschaftsinformationstage in Deutschland und Reisen deutscher Unternehmer nach Mosambik z.B. zu den Themen Rohstoffe und Bauwirtschaft, Energie und Transportinfrastruktur statt.

Im April 2014 eröffnete die Außenhandelskammer für das südliche Afrika in Maputo ein deutsch-mosambikanisches Büro für Wirtschaftsförderung. Die Einrichtung dieses Büros, das mit Bundesmitteln unterstützt wird, war im Jahr zuvor aus Anlass der Reisen des damaligen Außenministers Westerwelle Staatssekretäre von Auswärtigem Amt und Bundeswirtschaftsministerium beschlossen worden. Seit 2012 ist Deutschland wieder regelmäßig – nach einer Pause seit 2007 - mit einem offiziellen Pavillon auf der multisektoralen Internationalen Industrie- und Handelsmesse FACIM in Maputo vertreten, 2015 mit 13 deutschen Firmen.

Das bilaterale Handelsvolumen mit Mosambik belief sich 2014 auf 213,1 Millionen Euro (2013: 242,4 Millionen; 2012: 188), das Land lag damit an 128. Stelle. Den Großteil der mosambikanischen Exporte nach Deutschland machen Aluminium-Exporte aus der Aluminium-Schmelze MOZAL aus. Deutsche Lieferungen nach Mosambik sind seit 2013 deutlich gewachsen und betrugen 2014 92,4 Millionen Euro. Exportgeschäfte deutscher Firmen werden teilweise auch über Südafrika abgewickelt und erscheinen dann nicht in der bilateralen Handelsstatistik.

Für Deutschland ist Mosambik viertwichtigster Handelspartner in der Entwicklungs-gemeinschaft im südlichen Afrika (SADC) nach der Republik Südafrika, Angola und Namibia.

Größere ausländische Direktinvestitionen im Land stammen in den letzten Jahren insbesondere aus China, Südafrika, und Portugal.

Ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht nicht.


Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein Schwerpunkt der deutsch-mosambikanischen Beziehungen. Deutschland stellt Mosambik derzeit circa 60 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit erhielt Mosambik seit den 1980er Jahren rund eine Milliarde Euro aus Deutschland. 

Hinzu kommen multilaterale Beiträge unter deutscher Beteiligung für Mosambik, vor allem über die Europäische Union und die Weltbank.

Zur Ausgestaltung der Entwicklungszusammenarbeit finden zwischen der deutschen und der mosambikanischen Regierung regelmäßig Regierungskonsultationen und -verhandlungen statt, in denen unter anderem die gemeinsamen Arbeitsschwerpunkte festgelegt werden. Die nächsten Regierungsverhandlungen sind für Mitte 2015 in Mosambik geplant.

Entsprechend der vereinbarten Schwerpunkte konzentriert sich die deutsch-mosambikanische Entwicklungszusammenarbeit auf die Bereiche 

  • Bildung einschließlich berufliche Bildung
  • Dezentralisierung für ländliche Entwicklung und
  • nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. 

Besonderer Fokus liegt dabei auf den Provinzen Inhambane, Manica und Sofala. 

Weitere Projekte umfassen die Themen HIV/Aids, Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel, Gute Regierungsführung im Rohstoffsektor, den Aufbau des transnationalen Limpopo Nationalparks, des "Biofund" zur Unterstützung der Nationalparks im Allgemeinen und die Verbesserung nachhaltiger Energieversorgung.

Die Bundesregierung koordiniert ihr Engagement vor Ort eng mit  anderenEU- und internationalen Geberländern und –organisationen insbesondere im Rahmen der sogenannten Gebergruppe "G19". Diese Gruppe führt mit der mosambikanischen Regierung einen engen politischen Dialog zur Erreichung gemeinsamer Entwicklungsziele.

Neben der bilateralen staatlichen Zusammenarbeit führen die politischen Stiftungen sowie zahlreiche deutsche Nichtregierungsorganisationen breit gefächerte Aktivitäten in Mosambik durch. Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist mit einem eigenen Büro in Mosambik vertreten.


Kulturelle Beziehungen

Für die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik sind vor allem die zahlreichen Mosambikaner, die als Studenten oder Vertragsarbeiter in der damaligen DDR gelebt haben, ein wichtiges Bindeglied. Sie sprechen vielfach noch Deutsch und haben sich in Ehemaligenorganisationen zusammengeschlossen. Das 2003 gegründete Deutsch-Mosambikanische Kulturinstitut/Goethezentrum ICMA bietet ein regelmäßiges Kulturprogramm sowie Sprachkurse an. Ein bilaterales Kulturabkommen ist im Oktober 2009 in Kraft getreten.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist seit September 2012 mit einer Lektorin an der Universidade Pedagógica in Maputo vertreten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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