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Mexiko

Wirtschaft

Stand: April 2012

Als „upper middle income country“ steht Mexiko an vierzehnter Stelle der größten Volkswirtschaften der Erde und ist zwölftgrößte Handelsnation. Mexiko ist zudem die Nummer sieben unter den Öl exportierenden Staaten der Welt. Die mexikanische Volkswirtschaft erwirtschaftet ihr BIP schwerpunktmäßig in den Bereichen Dienstleistungen, Industrie und Handel.

Mexiko ist als Schwellenland gleichzeitig Mitglied der OECD, in der es seit Juni 2006 den Generalsekretär Angel Gurría stellt - eine Tatsache, die Mexikos Selbstverständnis als Industrienation unterstreicht. Mexiko ist ebenfalls Mitglied der G20, deren Präsidentschaft es gegenwärtig ausübt. Grundsätzlich herrscht nach innen und außen ein offenes Wettbewerbssystem vor. Dieses ist in der Praxis durch das Bestehen zahlreicher Oligopole und Monopole allerdings faktischen Einschränkungen unterworfen. Experten schätzen, dass die Verbraucherpreise in Mexiko hierdurch teils erheblich überhöht sind. Verfassungsrechtliche Investitionsbeschränkungen bestehen in der weitgehend staatlich und monopolistisch organisierten Energiewirtschaft (Erdöl- u. Erdgasförderung, Elektrizität).

Mexikos Wirtschaft wird von einigen großen Unternehmen dominiert, insbesondere durch die beiden staatlichen Monopolisten: dem staatlichen Erdölgiganten Petróleos Mexicanos (Pemex) und die CFE (Comisión Federal de Electricidad - größter Stromproduzent Lateinamerikas). Namen wie Telmex (Telekommunikation), Cemex (auch in Deutschland engagierter Zementhersteller), Banamex (größte Privatbank, zur Citigroup gehörend), Televisa und TV-Azteca (Radio und TV), Femsa und Grupo Modelo (Getränke, u.a. Corona-Bier), Grupo Bimbo (Lebensmittel) oder Industrias Peñoles (Bergbau, insbes. Silber) sind über die Grenzen Mexikos hinaus bekannt.

Beschränkungen des Kapitalverkehrs oder wesentliche Handelshemmnisse bestehen nicht. Im Gegensatz zu früher betreibt Mexiko seit Anfang der neunziger Jahre eine Freihandelspolitik. Heute ist Mexiko über ein System von 12 Freihandelsabkommen mit 43 Staaten in der Weltwirtschaft vernetzt - darunter mit der EU, USA (NAFTA) und Japan, über die es 98% seines Außenhandels abwickelt.  

Mehr als 1.000 Firmen mit deutschem Kapital sind im mexikanischen Wirtschaftsministerium registriert - konzentriert vor allem auf die Sektoren Automobil- und Automobilzulieferindustrie sowie Pharma und Chemie. Das akkumulierte Kapital der deutschen Firmen beträgt nach Schätzungen der deutschen Außenhandelskammer (CAMEXA) ungefähr 25 Mrd. USD.  Die deutschen Firmen beschäftigen mehr als 120.000 Mitarbeiter in Mexiko. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Mexikos in der EU.

Außenhandel

Die mexikanischen Exporte entfallen vor allem auf Industrieerzeugnisse (insbesondere Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Maschinen, elektrische und elektronische Geräte) sowie mineralische Brennstoffe. Dabei ist die Abhängigkeit von den USA weiterhin ungebrochen: Im Rahmen von NAFTA wickelt Mexiko rund 80 Prozent seines Exports mit den Vereinigten Staaten ab. Die konjunkturelle Entwicklung der USA bestimmt also stark das mexikanische Wachstum.


Armutsentwicklung

Bei der Armutsbekämpfung hat es seit den 90er Jahren vorzeigbare Erfolge gegeben. Mexiko ist es annähernd gelungen, den mit unter 1,25 USD am Tag lebenden Bevölkerungsanteil (7,7%) zu halbieren. Die Verteilung des Vermögens hat sich ebenfalls leicht verbessert: Mexiko erreichte 2010 den niedrigsten Gini-Koeffizienten der letzten Dekaden. Die mexikanische Lebenswirklichkeit bleibt dennoch von sozialen Spannungen und einer nach wie vor auffälligen Ungleichverteilung des Vermögens gekennzeichnet. Trotz der erreichten Erfolge rutschen seit 2006 wieder mehr Menschen unter die Armutsgrenze: Laut einem 2011 erschienenen Bericht der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (VN-ECLAC) leben 36,6% aller Mexikaner unter der Armutsgrenze und der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe ist im Zeitraum 2008-2010 um 1,7% angestiegen. Betroffen sind insbesondere ländliche Gebiete mit schwacher Infrastruktur.


Wirtschaftsklima und aktuelle Wirtschaftsentwicklung

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von ca. 1.080 Mrd. USD 2011 verzeichnete Mexiko die zweitgrößte Wirtschaftsleistung Lateinamerikas (zweitgrößte Bevölkerung, drittgrößtes Territorium der Region, verantwortlich für ca. 1,6% des Welt-BIP). Das Pro-Kopf-Einkommen betrug ca. 10.000 USD. Die volkswirtschaftliche Entwicklung während 2011 war generell gut: Die Volkswirtschaft Mexikos erreichte ein Gesamtwachstum von ca. 4 %. Motor des Aufschwungs war vor allem der Export. Prognosen für das mexikanische Wirtschaftswachstum für 2012 liegen zwischen 2,8% und 3,5%. Die expandierende Exportindustrie und die damit einhergehende Erholung am Arbeitsmarkt haben zudem den bislang eher schwachen Binnenkonsum angestoßen. Die Erdölsorte „Mezcla Mexicana“ notierte 2011 über 100 USD pro Barrel. Der staatliche Erdölkonzern Pemex konnte seine Einnahmen aufgrund der steigenden Rohölpreise 2011 daher deutlich steigern.

Mit einer niedrigen Verschuldung des Bundeshaushalts von 32% des BIP und einem vergleichsweise  geringen Haushaltsdefizit von 2,5% (2011) steht Mexiko im internationalen Vergleich zudem solide da. Sorgen bereiten lediglich die Haushalte der Bundesstaaten: Deren Verschuldung hat sich seit 2006 um 131% erhöht.


Umwelt

Eine 2009 von der mexikanischen Regierung vorgestellte, viel beachtete Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels in Mexiko fasst erstmals dessen Auswirkungen in Mexiko zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass Mexiko dringend Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen einleiten muss, um wirtschaftliche und ökologische Schäden des Klimawandels einzudämmen. Mexiko hat sich deshalb in dem „Programa Especial de Cambio Climático 2009-2012“ (PECC) auf zahlreiche Einzelziele zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels auf nationaler Ebene selbst verpflichtet. Das Land nimmt bei der Klimaschutzpolitik eine ambitionierte Haltung ein. Insbesondere seit Ausrichtung der sehr erfolgreich verlaufenen VN-Klima-Vertragsstaaten-Konferenz COP 16 in Cancún 2010 unter mexikanischem Vorsitz profiliert sich das Land zunehmend als wichtiger Partner in der internationalen Klimaschutzpolitik.  



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.