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Mexiko

Beziehungen zwischen Mexiko und Deutschland

Stand: Oktober 2016

Politik

Bereits Alexander von Humboldts Bericht über seine Mexiko-Reise von 1803/04 hat die Faszination Deutschlands für Mexiko geweckt. Sie ist seither ungebrochen. Umgekehrt erfreut sich auch Deutschland traditionell hohen Ansehens in Mexiko.

Die bilateralen Beziehungen stehen auf einer sehr soliden Basis: 2015 fand die erste Sitzung der deutsch-mexikanischen Binationalen Kommission (BNK) zu den Themen Politik, nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Klimawandel, Wissenschaft, Forschung und Innovation, Wirtschaft und Energie sowie Kultur und Bildung statt. Die BNK dient der stetigen Vertiefung der DEU-MEX bilateralen Beziehungen. Sie soll das das nächste Mal 2017 in Mexiko stattfinden. Am 11./12. April 2016 stattete der mexikanische Staatspräsidenten Peña Nieto Deutschland einen Staatsbesuch ab. Es wurden 13 Abkommen gezeichnet - u.a. zu Energie, Klima und Korruptionsbekämpfung.

Mexiko und Deutschland haben zudem für den Zeitraum 2016/17 beschlossen, sich in aufwendigen Länderschauen umfassend zu präsentieren. Das Mexikojahr wurde im Rahmen des Staatsbesuchs im April 2016 in Berlin eröffnet. BM Steinmeier eröffnete das Deutschlandjahr, in dessen Rahmen mehr als 1000 Einzelveranstaltungen vorgesehen sind, am 6. Juni 2016 in Mexiko-Stadt.

Deutschland gilt als wichtiger Partner in Europa, von dem man ein starkes wirtschaftliches, politisches und kulturelles Engagement in Mexiko und auch auf multilateraler Ebene eine enge Zusammenarbeit erwartet.

Es gibt zudem einen regen und hochrangigen gegenseitigen Besucheraustausch. Besonders Wirtschaftsdelegationen aus den Bundesländern werden in Mexiko sehr positiv aufgenommen.

Berlin und Mexiko-Stadt sowie die Bundesländer Bayern und Jalisco sind durch einen Partnerschaftsvertrag verbunden. Auch Rheinland-Pfalz und Aguascalientes haben eine Partnerschaft begründet.

Die Außenminister beider Länder treffen sich häufig zu Konsultationen über bilaterale und multilaterale Fragen.


Wirtschaft

Die mexikanische Wirtschaft ist weiter stark vom Exportmarkt USA abhängig, durch die zahlreichen Freihandelsabkommen exportiert Mexiko aber auch zunehmend in andere Länder. Für das Jahr 2017 wird mit einem Wirtschaftswachstum von 2 bis 2,5 % gerechnet.

Mexiko ist auch Förderer von Öl- und Gas. Der Staatshaushalt ist stark von den Einnahmen aus diesem Bereich abhängig. Wegen des zuletzt sehr niedrigen Ölpreises hat die Regierung im September 2016 Haushaltskürzungen angekündigt. 

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Mexiko sind sehr dynamisch und vor allem von hohen und weiter wachsenden deutschen Investitionen in Mexiko geprägt.

Der Handelsaustausch erreichte 2015 ein Volumen von 17,4 Milliarden USD. Vor allem die Automobilindustrie, daneben aber auch die Chemie-, Pharma- und Elektroniksparte sind Schwerpunkte im bilateralen Handel. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Mexikos in der EU.

Über 1.800 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind im mexikanischen Wirtschaftsministerium registriert - konzentriert vor allem auf die Sektoren Automobil- und Automobilzulieferindustrie sowie Pharma, Chemie und Logistik. Das akkumulierte Kapital der deutschen Firmen beträgt nach Schätzungen der deutschen Auslandshandelskammer (CAMEXA) mindestens 25 Mrd. USD.


Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Mexiko zielt darauf ab, das Land bei der Umsetzung seiner ambitionierten Entwicklungsstrategien in den Schwerpunkten nachhaltige Energie (Erneuerbare Energien/ Energieeffizienz) sowie Umweltpolitik und Schutz natürlicher Ressourcen (städtisch-industrieller Umweltschutz und Biodiversitätserhalt) zu unterstützen und in seiner regionalen Gestaltungsrolle zu stärken. In direkter Unterstützung der Entwicklungsbehörde AMEXCID und mit Dreieckskooperationen hilft die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Mexiko dabei, seine Rolle als Entwicklungspartner für Drittstaaten in der Region zu stärken. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) finanziert das BMUB bilaterale und Mehrländerprojekte mit der mexikanischen Regierung, darunter die "Deutsch-Mexikanische Klimaschutz-Allianz". Über AHK, GIZ und BiBB unterstützt Deutschland die mexikanische Regierung bei der Einführung und Implementierung eines mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung. Der entwicklungs- und umweltpolitische Dialog zwischen Deutschland und Mexiko gestaltet sich aufgrund der sehr guten Beziehungen partnerschaftlich.


Kultur und Bildung

Mexiko ist ein Schwerpunktland der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, in dem alle wichtigen deutschen Kulturmittler vertreten sind.

In Mexiko gibt es mehrere öffentlich geförderte deutsche Begegnungsschulen – drei in Mexiko-Stadt und je eine in Puebla und Guadalajara; die Schulen in Mexiko-Stadt und in Puebla führen zum deutschen Abitur, in Guadalajara wird das Internationale Baccalaureat angeboten. Insgesamt werden sie von fast 6.000 Schülern besucht.

In Mexiko-Stadt, Puebla und Cuauhtémoc führen außerdem Schulen zum Deutschen Sprachdiplom. Zudem sind fünf mexikanische Schulen aus dem ganzen Land Partnerschulen des Goethe-Instituts im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft“. Die Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache wächst - etwa 75.000 Menschen lernen in Mexiko Deutsch.

Das Goethe-Institut spielt in der kulturellen Zusammenarbeit eine herausgehobene Rolle. Das 1966 in Mexiko-Stadt gegründete Institut bietet neben intensiver Spracharbeit (aktuell etwa 6.000 Kursteilnehmer) ein qualitativ hochkarätiges, modernes Kulturprogramm. Deutsche Kulturgesellschaften wirken ferner in Monterrey, San Luis Potosí.

Die 'Kulturstiftung der Deutschen Wirtschaft' in Mexiko-Stadt wird von namhaften deutschen Unternehmen getragen. Mit Mitteln der Stiftung werden unter Mitwirkung des Goethe-Instituts herausragende Kulturprojekte mit Breitenwirkung organisiert. Eine weitere lokale 'Kulturstiftung der Deutschen Wirtschaft' existiert in San Luis Potosí und unterstützt Projekte der dortigen Kulturgesellschaft.

Der DAAD unterhält seit 2001 eine seiner weltweit 15 Außenstellen in Mexiko-Stadt. Die vielfältigen Aktivitäten in der dynamischen und prosperierenden Hochschullandschaft Mexikos werden von vier Lektoren und einer Reihe von Lang- und Kurzzeitdozenten unterstützt. Neben der Studienberatung und Stipendienvergabe liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Zusammenarbeit mit dem nationalen Forschungs- und Technologierat CONACYT, den Alumnivereinigungen und anderen mexikanischen Partnern. Etwa 2.400 Mexikaner studieren in Deutschland.

Insgesamt sind derzeit 348 Hochschulkooperationen zwischen Deutschland und Mexiko registriert. Weitere Impulse für die Zusammenarbeit gehen von dem seit 1998 am Colegio de México bestehenden "Sonderlehrstuhl Wilhelm und Alexander von Humboldt" sowie von der "Vereinigung der ehemaligen Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung" aus.


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