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Mexiko

Beziehungen zwischen Mexiko und Deutschland

Stand: April 2012

Politische Beziehungen

Bereits Alexander von Humboldts Bericht über seine Mexiko-Reise von 1803/04 hat die Faszination Deutschlands an Mexiko geweckt. Sie ist seither ungebrochen. Umgekehrt erfreut sich auch Deutschland traditionell hohen Ansehens in Mexiko.

Deutschland wird als privilegierter Partner in Europa angesehen, von dem man ein starkes wirtschaftliches, politisches und kulturelles Engagement in Mexiko und auch auf multilateraler Ebene eine enge Zusammenarbeit erwartet. Auf der Grundlage einer von beiden Außenministern im April 2007 unterzeichneten „Gemeinsamen Erklärung“ werden die Beziehungen in allen Bereichen intensiviert. Deutsche offizielle Besucher, besonders Wirtschaftsdelegationen aus vielen Bundesländern, werden in Mexiko sehr positiv aufgenommen.

Mexiko-Stadt und Berlin sowie die Bundesländer Jalisco und Bayern sind durch einen Partnerschaftsvertrag verbunden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte Mexiko im Mai 2008. Bundespräsident Christian Wulff war im Mai 2011 auf Staatsbesuch in Mexiko-Stadt und Guanajuato. Der mexikanische Staatspräsident Felipe Calderón besuchte Deutschland bereits mehrmals, zuletzt war er vom 02. bis 03. Mai 2010 auf Staatsbesuch in Bonn und Berlin.

Die mexikanische Außenministerin Patricia Espinosa reist regelmäßig nach Deutschland. Im September 2010 war sie Ehrengast der deutschen Botschafterkonferenz.

Bundesaußenminister Westerwelle bereiste im Juli 2011 Mexiko-Stadt und den südlichen Bundesstaat Chiapas und nahm Ende Februar 2012 am ersten Treffen auf Ministerebene der mexikanischen G20-Präsidentschaft in Los Cabos teil.

Im November 2010 besuchte eine hochrangige mexikanische Delegation aus dem Kongress, den Sicherheitsorganen und der Wissenschaft Deutschland zu einem Erfahrungsaustausch über die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität. Im Oktober 2011 war eine Delegation der Deutsch-Mexikanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages zu Gast in Mexiko.


Wirtschaftsbeziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Mexiko stehen auf einer soliden Basis.

Der Handelsaustausch erreichte 2010 ein Volumen von rund 15 Milliarden USD. Insbesondere in der Chemie-, Pharma- und Elektroniksparte sowie vor allem der Automobilindustrie besteht ein traditioneller bilateraler Handel.

Deutsche Traditionsunternehmen schenken dem Wirtschaftsstandort Mexiko teilweise bereits seit Jahrzehnten ihr Vertrauen. Viele haben in Mexiko wichtige Niederlassungen aufgebaut und beschäftigen insgesamt über 120.000 Mitarbeiter im Land.


Entwicklungszusammenarbeit/Umweltkooperation

Der Schwerpunkt der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Mexiko liegt in den Themenfeldern Nachhaltige Energie (Erneuerbare Energien und Energieeffizienz), Städtisch-industrielles Umweltmanagement (Abfall- und Altlastenmanagement) sowie Klimawandel.

Die Entwicklungszusammenarbeit ist seit 2008 zunehmend mit der Kooperation mit Mexiko auf dem Umweltsektor im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit verzahnt. Wichtige IKI-Projekte sind der „Schutz von natürlichen Kohlenstoffspeichern im ökologischen Korridor Sierra Madre Oriental“, das Projekt „25.000 Solardächer für Mexiko“ und die „Deutsch-Mexikanische Klimaschutzallianz“ zur Unterstützung der mexikanischen Regierung bei der Entwicklung und Umsetzung ihres ehrgeizigen Klimaschutzprogramms.


Kulturelle Beziehungen

Die kultur- und bildungspolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und Mexiko basieren auf einer langen Tradition. Sie haben seit dem bereits erwähnten historischen Aufenthalt Alexander von Humboldts in Mexiko in den Jahren 1803 und 1804 eine wichtige Stellung im deutsch-mexikanischen Verhältnis.

Mexiko ist ein Schwerpunktland der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, in dem alle wichtigen Kulturmittler vertreten sind.

Das Goethe-Institut spielt in der kulturellen Zusammenarbeit eine herausgehobene Rolle. Das 1966 in Mexiko-Stadt gegründete Institut bietet neben intensiver Spracharbeit ein qualitativ hochkarätiges, modernes Kulturprogramm. Deutsch-mexikanische Kulturzentren wirken ferner in Monterrey und San Luis Potosí.

Der DAAD unterhält seit 2001 eine seiner weltweit 14 Außenstellen in Mexiko-Stadt. Die vielfältigen Aktivitäten in der dynamischen und prosperierenden Hochschullandschaft Mexikos werden von vier Lektoren und einer Reihe von Lang- und Kurzzeitdozenten unterstützt. Neben der Studienberatung und Stipendienvergabe liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Zusammenarbeit mit dem nationalen Forschungs- und Technologierat CONACyT, den Alumnivereinigungen und anderen mexikanischen Partnern.

Insgesamt sind 231 Hochschulkooperationen zwischen Deutschland und Mexiko registriert. Weitere Impulse für die Zusammenarbeit gehen von dem seit 1998 am Colegio de México und der Nationaluniversität UNAM bestehenden „Sonderlehrstuhl Wilhelm und Alexander von Humboldt“ sowie von der „Vereinigung der ehemaligen Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung“ aus.

In Mexiko gibt es mehrere öffentlich geförderte deutsche Begegnungsschulen - drei in Mexiko-Stadt und je eine in Puebla und Guadalajara; die Schulen in Mexiko-Stadt und in Puebla führen zum deutschen Abitur, in Guadalajara wird das Internationale Baccalaureat angeboten. Insgesamt lernen an ihnen fast 6.000 Schüler.

In Mexiko-Stadt, Puebla und Cuauhtémoc führen außerdem Schulen zum Deutschen Sprachdiplom. Zudem konnten im Jahr 2008 fünf mexikanische Schulen aus dem ganzen Land als Partnerschulen des Goethe-Instituts im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" gewonnen werden.

Seit 1997 besteht in Mexiko-Stadt die "Kulturstiftung der Deutschen Wirtschaft". Unter Mitarbeit des Goethe-Instituts, der Botschaft und der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer werden mit Mitteln der Stiftung herausragende Kulturprojekte mit Breitenwirkung organisiert. Im Jahr 2005 hat sich in San Luis Potosí eine zweite – kleinere - "Kulturstiftung der Deutschen Wirtschaft" formiert.


Beziehungen zwischen den Streitkräften

Die Bundeswehr bietet im Rahmen der Militärischen Ausbildungshilfe den mexikanischen Streitkräften bereits seit einigen Jahren Ausbildungsplätze an. Mexiko erhält auf Antrag bis zu vier Lehrgangsplätze pro Jahr. Traditionell besteht das größte Interesse am Lehrgang General-/Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung (LGAI).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.