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Mexiko

Beziehungen zu Deutschland


Stand: Mai 017

Politik

Bereits Alexander von Humboldts Bericht über seine Mexiko-Reise von 1803/04 hat die Faszination Deutschlands für Mexiko geweckt. Sie ist seither ungebrochen. Umgekehrt erfreut sich auch Deutschland traditionell hohen Ansehens in Mexiko.

Die bilateralen Beziehungen stehen auf einer sehr soliden Basis: 2015 fand die erste Sitzung der deutsch-mexikanischen Binationalen Kommission (BNK) zu den Themen Politik, nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Klimawandel, Wissenschaft, Forschung und Innovation, Wirtschaft und Energie sowie Kultur und Bildung statt. Die BNK dient der stetigen Vertiefung der deutsch-mexikanischen bilateralen Beziehungen. Sie soll das das nächste Mal 2017 in Mexiko stattfinden. Am 11./12. April 2016 stattete der mexikanische Staatspräsident Peña Nieto Deutschland einen Staatsbesuch ab. Es wurden 13 Abkommen gezeichnet - u.a. zu Energie, Klima und Korruptionsbekämpfung.

Mexiko und Deutschland präsentieren sich zudem im Zeitraum 2016/17 in aufwendigen Länderschauen im jeweilig anderen Land. Das Mexikojahr in Deutschland eröffnete Staatspräsident Peña Nieto im April 2016. BM Steinmeier eröffnete das Deutschlandjahr in Mexiko, das über 1.000 Veranstaltungen in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Kunst und Kultur umfasst, am 6. Juni 2016 in Mexiko-Stadt.

Mexiko sieht in Deutschland einen wichtigen Partner in Europa, von dem man ein starkes wirtschaftliches, politisches und kulturelles Engagement in Mexiko und auf multilateraler Ebene eine enge Zusammenarbeit erwartet.

Ein reger und hochrangiger gegenseitiger Besucheraustausch, u.a. zahlreiche Wirtschaftsdelegationen aus den Bundesländern knüpfen immer engere Verbindungen zwischen beiden Ländern.

Berlin und Mexiko-Stadt sowie die Bundesländer Bayern und Jalisco sind durch einen Partnerschaftsvertrag verbunden. Auch Rheinland-Pfalz und Aguascalientes haben eine Partnerschaft begründet.

Die Außenminister beider Länder treffen sich häufig zu Konsultationen über bilaterale und multilaterale Fragen.


Wirtschaft

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Mexiko sind sehr dynamisch und vor allem von hohen und weiter wachsenden deutschen Investitionen in Mexiko geprägt.

Der Handelsaustausch erreichte 2016 ein Volumen von 17,83 Milliarden USD. Vor allem sind die Automobilindustrie, daneben aber auch die Chemie-, Pharma- und Elektroniksparte Schwerpunkte im bilateralen Handel. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Mexikos in der EU.

Über 1.800 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind im mexikanischen Wirtschaftsministerium registriert - konzentriert vor allem auf die Sektoren Automobil- und Automobilzulieferindustrie sowie Pharma, Chemie und Logistik. Das akkumulierte Kapital der deutschen Firmen beträgt nach Schätzungen der deutschen Auslandshandelskammer (CAMEXA) ca. 35 Mrd. USD.


Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Mexiko zielt darauf ab, das Land bei der Umsetzung seiner ambitionierten Entwicklungsstrategien in den Schwerpunkten nachhaltige Energie (Erneuerbare Energien/Energieeffizienz) sowie Umweltpolitik und Schutz natürlicher Ressourcen (städtisch-industrieller Umweltschutz und Biodiversitätserhalt) zu unterstützen und in seiner regionalen Gestaltungsrolle zu stärken. In direkter Unterstützung der Entwicklungsbehörde AMEXCID und mit Dreieckskooperationen hilft die deutsche EZ Mexiko dabei, seine Rolle als Entwicklungspartner für Drittstaaten in der Region zu stärken. Seit 2015 haben BMZ und AMEXCID einen paritätisch finanzierten TZ-Fonds eingerichtet, aus dem einzelne Projekte zur Unterstützung von Reformen in den Bereichen guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten gefördert werden. Mit einer Initiative zur Stärkung der Zivilgesellschaft wird die politische Teilhabe von NROen gefördert. Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) finanziert das BMUB bilaterale und Mehrländerprojekte mit der mexikanischen Regierung, darunter die "Deutsch-Mexikanische Klimaschutz-Allianz". Über AHK, GIZ und BiBB unterstützt Deutschland die mexikanische Regierung bei der Einführung und Implementierung eines mexikanischen Modells der dualen Berufsausbildung, welche weiterhin eine hohe Priorität in der mexikanischen Regierung und den beteiligten Unternehmerverbänden genießt. Der entwicklungs- und umweltpolitische Dialog zwischen Deutschland und Mexiko gestaltet sich aufgrund der sehr guten Beziehungen partnerschaftlich.


Kultur und Bildung

Mexiko ist ein Schwerpunktland der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, in dem alle wichtigen deutschen Kulturmittler vertreten sind.

In Mexiko gibt es mehrere öffentlich geförderte deutsche Begegnungsschulen – drei in Mexiko-Stadt und je eine in Puebla und Guadalajara; die Schulen in Mexiko-Stadt und in Puebla führen zum deutschen Abitur, in Guadalajara wird das Internationale Baccalaureat angeboten. Insgesamt werden sie von fast 6.000 Schülern besucht.

In Mexiko-Stadt, Puebla und Cuauhtémoc führen außerdem Schulen zum Deutschen Sprachdiplom. Zudem sind fünf mexikanische Schulen aus dem ganzen Land Partnerschulen des Goethe-Instituts im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft“. Die Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache wächst - etwa 75.000 Menschen lernen in Mexiko Deutsch.

Das Goethe-Institut spielt in der kulturellen Zusammenarbeit eine herausgehobene Rolle. Das 1966 in Mexiko-Stadt gegründete Institut bietet neben intensiver Spracharbeit (aktuell etwa 6.700 Kursteilnehmer) ein qualitativ hochwertiges, modernes Kulturprogramm. Deutsche Kulturgesellschaften wirken ferner in Monterrey und San Luis Potosí.

Die 'Kulturstiftung der Deutschen Wirtschaft' in Mexiko-Stadt wird von namhaften deutschen Unternehmen getragen. Mit Mitteln der Stiftung werden unter Mitwirkung des Goethe-Instituts herausragende Kulturprojekte mit Breitenwirkung organisiert. Eine weitere lokale 'Kulturstiftung der Deutschen Wirtschaft' existiert in San Luis Potosí und unterstützt Projekte der dortigen Kulturgesellschaft.

Der DAAD unterhält seit 2001 eine seiner weltweit 15 Außenstellen in Mexiko-Stadt. Die vielfältigen Aktivitäten in der dynamischen und prosperierenden Hochschullandschaft Mexikos werden von vier Lektoren und einer Reihe von Lang- und Kurzzeitdozenten unterstützt. Neben der Studienberatung und Stipendienvergabe liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Zusammenarbeit mit dem nationalen Forschungs- und Technologierat CONACYT, den Alumnivereinigungen und anderen mexikanischen Partnern. Etwa 2.800 Mexikaner studieren in Deutschland.

Mit über 360 Kooperationsabkommen zwischen deutschen und mexikanischen Universitäten liegt Mexiko auf Platz 29 in der Rangliste der internationalen Kooperationen deutscher Hochschulen. Weitere Impulse für die Zusammenarbeit gehen von dem seit 1998 am Colegio de México bestehenden "Sonderlehrstuhl Wilhelm und Alexander von Humboldt" sowie von der "Vereinigung der ehemaligen Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung" aus.


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