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Malta

Wirtschaft

Stand: März 2012

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Malta hat eine sehr offene im- und exportabhängige Marktwirtschaft. Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatten in den ersten drei Quartalen 2011 die Sektoren verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Handel/Verkehr/Lagerei und der öffentl. Bereich. Der Warenimport Maltas betrug im Jahr 2011 5,3 Milliarden Euro (plus 22 Prozent), der Export stieg um 33 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro.

Gemäß vorläufiger Zahlen betrug das BIP im Jahr 2011 6,5 Milliarden Euro und stieg damit im Vergleich zu 2010 um real ca. 2,5 Prozent. Das BIP je Einwohner betrug 15.500 Euro. Gemäß Eurostat hatte Malta im Dezember 2011 eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent und lag damit im EU-Vergleich im unteren Fünftel. Allerdings hat Malta mit 58,1 Prozent im Vergleich mit den anderen EU-Mitgliedstaaten nicht nur eine der niedrigsten Erwerbstätigenquoten, sondern mit 41,6 Prozent auch die mit Abstand niedrigste Frauenerwerbsquote. Im Dezember 2011 betrug die jährliche Inflationsrate in Malta 1,3 Prozent. Seit 2008 ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in Malta.

Fremdenverkehr

Gemäß Schätzungen sind mehr als 20 Prozent der Arbeitsplätze in Malta vom Tourismus abhängig. 2011 war ein Rekordjahr und die Besucherzahlen stiegen um 5,6 Prozent auf 1,41 Millionen. Deutsche Touristen stellten, nach den Urlaubern aus Großbritannien und Italien, mit 134.584 Maltaurlaubern (plus 6,7 Prozent) in 2011 die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der Kreuzfahrttouristen hat sich im gleichen Zeitraum um 13 Prozent auf mehr als 550.000 Besucher erhöht. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrturlauber hat sich sogar fast verdoppelt (151.398 Besucher).
Die zentrale Fremdenverkehrsbehörde „Malta Tourism Authority“ unterhält auch ein Büro in Frankfurt/M. Informationen zum Urlaubsland Malta finden sich in verschiedenen Sprachen auf der Internetseite der Maltesischen Tourismuszentrale (s. Linkliste rechts).

Finanzdienstleistungen

Die „Malta Financial Services Authority“ ist die Aufsichtsbehörde für den Finanzdienstleistungssektor und unterhält außerdem das Handelsregister. Die bedeutendsten Universalbanken vor Ort sind die HSBC (Zentrale in Großbritannien) und die Bank of Valletta. Auch zahlreiche internationale Großunternehmen haben in Malta Tochtergesellschaften im Finanzdienstleistungsbereich gegründet.

Schifffahrtssektor

Gemäß Angaben der maltesischen Regierung hatte Malta Ende 2011 das größte Schiffsregister in Europa. Der Container-Freihafen in Malta spielt eine wichtige Rolle als Umschlagplatz im Zentrum des Mittelmeers.

Öffentlicher Dienst

Der öffentliche Dienst hatte immer einen großen Anteil an der Gesamtbeschäftigung, der aber in den letzten Jahren gesenkt wurde und im August 2011 ca. 27,4 Prozent betrug (Vollzeitbeschäftigung). Dabei war in der Vergangenheit ein Überhang in den Lohngruppen mit geringer Qualifizierung zu verzeichnen. Insbesondere seit dem Beitritt Maltas zur EU stieg die Nachfrage nach höher qualifizierten Kräften. Damit wuchs auch die Konkurrenz zur Privatwirtschaft als Arbeitgeber.

Öffentlicher Haushalt

Für das Jahr 2012 strebt die maltesische Regierung ein Haushaltsdefizit von 2,3 Prozent an. Die Staatsverschuldung soll 2012 auf 68,91 Prozent gesenkt werden. Auch in den kommenden Jahren sollen Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung weiter verringert werden. Probleme verursachen weiterhin die steigenden Kosten im Gesundheitssektor und die steigenden Rentenausgaben mit wachsender Zahl der Rentenempfänger.


Investorenwerbung

Die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft „MaltaEnterprise“ ist generell für Unternehmensansiedlungen zuständig. Die im Mai 2007 von der Regierung und Privatwirtschaft gegründete Stiftung „Finance Malta“ hat den Auftrag, Malta als Finanzzentrum weiter auszubauen. Die „Lotteries & Gaming Authority“ ist für die Standortwerbung für Unternehmen aus dem Bereich Online-Glücksspiele verantwortlich.

Als Standortvorteile werden angeführt: EU-Mitgliedschaft und Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, Potential an guten und qualifizierten Arbeitskräften, Lohnniveau (Bruttodurchschnittslohn 2011 circa 15.000 Euro; 2010 circa 14.500 Euro), Englisch als zweite Amtssprache, Doppelbesteuerungsabkommen mit zahlreichen Ländern, Unternehmensbesteuerung, schneller Zugang zu Entscheidungsträgern.


Wirtschaftsentwicklung

Weltwirtschaftliche Entwicklungen sind in Malta aufgrund der Offenheit und der Kleinheit der Volkswirtschaft besonders spürbar. Seit den Anfängen ausländischer Direktinvestitionen in den 60er Jahren in Malta erlebt die maltesische Wirtschaft einen kontinuierlichen Strukturwandel. Maltas Wirtschaft entwickelte sich insbesondere in den Bereichen hochwertige Produktion und Dienstleistung.. Zu nennen wären derzeit insbesondere Finanzdienstleistungen, Onlineglücksspiele, pharmazeutische Industrie und Flugzeugwartung. 2011 soll das BIP real um 2,5 Prozent gestiegen sein. Für 2012 prognostizierte die maltesische Regierung Ende 2012 ein Wachstum von 2,3 Prozent.

EU-Fördermittel spielen bei der Modernisierung des Landes eine wichtige Rolle. Für den Zeitraum 2007 bis 2013 rechnet Malta mit insgesamt 1.158,9 Millionen Euro.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.