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Malta

Wirtschaft

Stand: Mai 2017

Wirtschaftsstruktur

Malta hat eine sehr offene im- und exportabhängige Marktwirtschaft. Weltwirtschaftliche Entwicklungen sind aufgrund dieser Offenheit und der geringen Größe der Volkswirtschaft besonders spürbar. Seit den Anfängen ausländischer Direktinvestitionen in den 60er Jahren in Malta erlebt die maltesische Wirtschaft einen kontinuierlichen Strukturwandel. Maltas Wirtschaft basiert insbesondere auf den Bereichen hochwertige Produktion und Dienstleistung. Zu nennen wären insbesondere Tourismus, Finanzdienstleistungen, Onlineglücksspiele, pharmazeutische Industrie, Informations- und Kommunikationstechnologie und Flugzeugwartung. Darüber hinaus will Malta sich als Standort für Biotechnologie und Kreativwirtschaft etablieren. Außerdem soll die maritime Wirtschaft noch stärker ausgebaut werden.


Internationale Verflechtung

Gemäß Schätzungen sind mehr als 25 Prozent der Arbeitsplätze in Malta direkt und indirekt vom Tourismus abhängig. 2016 war erneut ein Rekordjahr und die Besucherzahlen stiegen um 11 Prozent auf fast 2 Millionen. Deutsche Touristen stellten 2016, nach den Urlaubern aus Großbritannien und Italien, mit 156.786 Maltaurlaubern  die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der Kreuzfahrttouristen hat sich im gleichen Zeitraum um 4,3 Prozent auf 626.082 Besucher erhöht. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrturlauber ist um 15 Prozent auf 105.373 Besucher gesunken und ist die zweitgrößte Gruppe.

Die zentrale Fremdenverkehrsbehörde „Malta Tourism Authority“ unterhält auch ein Büro in Frankfurt a.M. Informationen zum Urlaubsland Malta finden sich in verschiedenen Sprachen auf der Internetseite der Maltesischen Tourismuszentrale (s. Liste „Nützliche Links“ rechts).

Mitte 2016 betrug der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Malta 157 Milliarden Euro, 98 Prozent davon im Finanz- und Versicherungssektor. Der Bestand maltesischer Direktinvestitionen im Ausland betrug Mitte 2016 62 Milliarden Euro, mit mehr als 99 Prozent fast vollständig im Bereich Finanzen und Versicherungen.

Die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft „MaltaEnterprise“ ist generell für Unternehmensansiedlungen zuständig. Die von der Regierung und Privatwirtschaft gegründete Stiftung „Finance Malta“ hat den Auftrag, Malta als Finanzzentrum weiter auszubauen. „GamingMalta“ ist für die Standortwerbung im Bereich Online-Glücksspiele verantwortlich.

Als Standortvorteile werden angeführt: EU-Mitgliedschaft und der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, Potential an guten und qualifizierten Arbeitskräften, Lohnniveau, Englisch als zweite Amtssprache, Doppelbesteuerungsabkommen mit zahlreichen Ländern, Unternehmensbesteuerung, schneller Zugang zu Entscheidungsträgern.

2016 stiegen die Warenausfuhren aus Malta um 3 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. 34 Prozent der Waren wurden nach Europa (32 Prozent in die EU), 22 Prozent nach Nord- und Zentralamerika, 18 Prozent nach Asien und 15 Prozent nach Afrika exportiert. Die Wareneinfuhren stiegen um 5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. 56 Prozent wurden aus Europa importiert (aus der EU 49 Prozent), 14 Prozent aus Nord- und Zentralamerika  und jeweils 12% aus Asien sowie der Karibik und den Bahamas. Das Handelsdefizit sank um 8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Die von der Regierung und der Privatwirtschaft gegründete Organisation „Trade Malta“ ist für die Förderung der Außenhandelsbeziehungen zuständig.


Wirtschaftslage

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2016  9,9 Milliarden Euro und ist damit im Vergleich zu 2015 um real 6,7 Prozent gestiegen. Für 2017 wird ein Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent prognostiziert. Das BIP je Einwohner betrug 2016 22.800 Euro. Gemäß Eurostat hatte Malta im Februar 2017 eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent (2016: 5,1 Prozent) und lag damit im EU-Vergleich nur hinter der Tschechischen Republik und Deutschland. Allerdings hat Malta mit 70 Prozent (2016) im Vergleich mit den anderen EU-Mitgliedstaaten eine leicht unter dem Durchschnitt liegende Erwerbstätigenquote. Mit 56 Prozent (2016) hat Malta eine der niedrigsten Frauenerwerbsquoten in der EU. Im Februar 2017 betrug die jährliche Inflationsrate in Malta 1,2 Prozent. Seit 2008 ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in Malta.


Umwelt

Gemäß Eurostat hat Malta den geringsten Süßwasservorrat je Einwohner. In den vergangenen 11 Jahren ist die Grundwasserentnahme um 44,1 Prozent gestiegen, hauptsächlich durch die Landwirtschaft. Das Entnahmeniveau ist inzwischen so hoch, dass der Grundwasserspiegel sinkt, wodurch Salzwasser in die Grundwasserreservoirs eindringen kann. Im europäischen Vergleich liegt der Wasserverbrauch je Einwohner in Malta aber im unteren Bereich. Nur die Hälfte des von den Wasserwerken bereit gestellten Leitungswassers besteht aus Grundwasser, die andere Hälfte wird durch Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen.

Das Abfallaufkommen insgesamt je Einwohner ist seit dem EU-Beitritt in Malta zwar gestiegen, das Aufkommen von Sonderabfall ist jedoch gesunken. Das Abfallaufkommen je Einwohner in Malta liegt insgesamt betrachtet unter dem EU-Durchschnitt. Ebenso unter dem europäischen Durchschnitt liegt jedoch der Anteil des recycelten Abfalls.

Ende 2015 lag der Anteil der erneuerbaren Energien in Malta bei ca. 5%, der zweitniedrigste Wert in der EU. Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 10% betragen.

Die Volksabstimmung am 11.04.2015 über die weitere Anwendung der Ausnahmeregelung von der Vogelschutzrichtlinie (2009/147/EG) zur Frühlingsjagd von Turteltauben und Wachteln konnten die Jagdbefürworter mit einer knappen Mehrheit von 2.200 Stimmen und einem Wahlergebnis von 50,4 Prozent für sich entscheiden. Hinsichtlich des Vogelfangs von Finken hat die Europäische Kommission beim Europäischen Gerichtshof im September 2015 Klage eingereicht.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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