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Malta

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2016

Politik

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Malta wurden 1965 aufgenommen, kurz nach der Unabhängigkeit Maltas. Seit dem Beitritt Maltas zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 sind die traditionell engen und freundschaftlichen Kontakte noch intensiver geworden. Gegenseitige Besuche auf höchster politischer Ebene unterstreichen dies.

Im Frühjahr 2015 stattete Bundespräsident Joachim Gauck Malta einen Staatsbesuch ab. Im Februar 2015 traf Premierminister Dr. Joseph Muscat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zu offiziellen Gesprächen in Berlin.

Wirtschaft

Deutschland ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Maltas. In Malta sind zurzeit 60 bis 70 deutsche Unternehmen registriert. Das Volumen des bilateralen Warenhandels Maltas mit Deutschland stieg 2015 bei Importen um 15 Prozent auf 372 Mio. Euro und bei Exporten aus Malta um 6,5 Prozent auf 329 Mio. Euro. Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner für Malta (Rang 4 bei den Einfuhren und Rang 2 bei den Exporten). Der Bestand an deutschen unmittelbaren und mittelbaren Direktinvestitionen lag Ende 2013 bei 15,2 Mrd. Euro (Deutsche Bundesbank).

Zwischen Malta und Deutschland bestehen folgende Wirtschaftsabkommen:

  • Investitionsschutzabkommen, in Kraft seit 17.12.1975
  • Doppelbesteuerungsabkommen, in Kraft seit 27.12.2001
  • Luftverkehrsabkommen von 1994, in Kraft seit 17.03.1997

Malta ist ein bei Deutschen beliebtes Reiseziel: Die Insel kann neben einem umfangreichen Kulturangebot auch im Winter angenehme Temperaturen bieten und ist schnell und zuverlässig mit dem Flugzeug von Deutschland aus erreichbar. Aufgrund seiner Lage im Mittelmeer ist Malta auch für Kreuzfahrten attraktiv, schon die Einfahrt in den „Grand Harbour“ ist mit einer spektakulären Aussicht verbunden. Deutsche Touristen sind auf Malta gerne gesehen, sie gelten als  sog. "Qualitätstouristen", d.h. sie zeigen Interesse an Geschichte, Kultur, Natur und Sprache. Auch die vielen englischen Sprachschulen auf Malta werden rege von deutschen Schülern genutzt. 

2015 war erneut ein Rekordjahr für den Tourismussektor in Malta. Die Anzahl deutscher Touristen ist jedoch leicht um 0,7 Prozent auf 142.010 Besucher gesunken. Deutschland stellt nach Großbritannien und Italien die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrttouristen ist 2015 um 10 Prozent auf 124.285 Personen gestiegen und stellt die größte Gruppe vor Großbritannien und Italien dar.

Seit Oktober 2011 gibt es in der maltesischen Industrie- und Handelskammer einen deutsch-maltesischen Wirtschaftsausschuss.

Kultur und Bildung

Auch kulturell sind die Beziehungen zwischen Malta und Deutschland eng. Seit 1962 existiert der "Deutsch-Maltesische Zirkel", der Aufgaben des auf Malta nicht vertretenen Goethe Institutes wahrnimmt. Vom "Deutsch-Maltesischen Zirkel" werden nicht nur Sprachkurse angeboten, sondern auch Ausstellungen und Filmvorführungen. In Deutschland ist die Parallelorganisation Deutsch-Maltesische Gesellschaft aktiv.

An der Universität Malta hat zum Oktober 2008 erstmalig ein vollwertiger Germanistik-Studiengang eröffnet, der mittlerweile durch ein DAAD-Lektorat und eine Sprachassistenz ergänzt wurde. Außerdem gibt es eine Vielzahl von direkten Kooperationen der Universität Malta mit deutschen Hochschulen. Seit dem Wintersemester 2009/2010 gibt es einen durch das Auswärtige Amt finanzierten deutschen Lehrstuhl zur Friedens- und Konfliktforschung im Mittelmeerraum an der Mittelmeerdiplomatenakademie (Mediterranean Academy of Diplomatic Studies) der Universität Malta.

Das Fraunhofer-Institut unterstützte in einem durch die EU finanzierten Projekt die maltesische Berufsausbildungsakademie MCAST bei der Weiterbildung von Lehrkräften und dem Ausbau zur Fachhochschule. Die Akkreditierung von Master-Studiengängen läuft derzeit. Kooperationen bestehen u.a. mit dem Max Born Berufskolleg, dem Rheydt Mülfort Berufskolleg, der Kaufmännischen Berufsschule Bad Mergentheim, dem Louise Schröder Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung Berlin sowie der Universität Deggendorf.

Seit 2013 ist das staatliche St. Margaret’s College Partnerschule der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) des Auswärtigen Amts. Die Deutsche Kapelle (Chapel of the Langue of Germany) in der St. John’s Co-Cathedral in Valletta – eines der historisch bedeutendsten Monumente in Malta und zudem wichtiges Zeugnis einer gemeinsamen (europäischen) Geschichte bereits im Mittelalter – wurde mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amts 2011 und 2012 restauriert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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