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Beziehungen zu Deutschland
Stand: März 2012
Die deutsch-maltesischen Beziehungen sind vielschichtig und spiegeln sowohl das politische und wirtschaftliche Geschehen als auch die Rollen beider Länder innerhalb der Europäischen Union wieder. Darüberhinaus haben über die Jahre viele persönliche Kontakte und hat auch der Tourismus dazu beigetragen, dass zwischen beiden Ländern trotz der geographischen Entfernung ein lebendiges Interesse und ein regelmäßiger Austausch besteht.
Politische Beziehungen
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Malta wurden 1965, kurz nach der Unabhängigkeit Maltas aufgenommen. Seit dem Beitritt Maltas zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 sind die traditionell engen und freundschaftlichen Kontakte noch intensiver geworden. Gegenseitige Besuche auf hochrangiger Regierungsebene unterstreichen dies. Zuletzt besuchte Premierminister Gonzi im Januar 2009 auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel Deutschland. Außenminister Guido Westerwelle war im September 2010 in Malta. Staatsminister Werner Hoyer besuchte Malta im November 2010. Bundeskanzlerin Angela Merkel war im Januar 2011 zu offiziellen Gesprächen in Malta. Der maltesische Außenminister Tonio Borg besuchte Berlin im September 2011. Diese Besuchsdiplomatie wird auch in 2012 mit hochrangigen Besuchen in beiden Richtungen fortgesetzt werden.
Malta hat sich einen Ruf als zuverlässiges Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft erworben und bringt eigene Projekte und Beiträge in internationale Gremien ein. Seit Oktober 2011 gibt es in der maltesischen Industrie- und Handelskammer einen deutsch-maltesischen Wirtschaftsausschuss.
Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt Malta bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik.
Wirtschaftliche Beziehungen
Deutschland ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Maltas. In Malta sind zurzeit 60 bis 70 deutsche Unternehmen registriert. Das Volumen des bilateralen Warenhandels Maltas mit Deutschland stieg 2011 bei Importen um 3,4 Prozent auf 305,2 Millionen Euro und bei Exporten aus Malta um 12 Prozent auf 315,3 Millionen Euro. Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen betrug Ende 2009 25,27 Milliarden Euro (Deutsche Bundesbank). Damit nimmt Malta weltweit den 11. Rang ein.
Zwischen Malta und Deutschland bestehen folgende Wirtschaftsabkommen:
- Investitionsschutzabkommen, in Kraft seit 17.12.1975
- Doppelbesteuerungsabkommen, in Kraft seit 27.12.2001
- Luftverkehrsabkommen von 1994 (seit März 1997 in Kraft)
Malta ist ein bei Deutschen beliebtes Reiseziel: Die Insel kann neben einem umfangreichen Kulturangebot auch im Winter angenehme Temperaturen bieten und ist schnell und zuverlässig mit dem Flugzeug von Deutschland aus ereichbar. Aufgrund seiner Lage im Mittelmeer ist Malta auch für Kreuzfahrten attraktiv, schon die Einfahrt in den „Grand Habour“ ist mit einer spektakulären Aussicht verbunden. Deutsche Touristen sind auf Malta gerne gesehen, sie gelten als Qualitätstouristen, d.h. sie zeigen Interesse an Geschichte, Kultur, Natur und Sprache. Auch die vielen englischen Sprachschulen auf Malta werden rege von deutschen Schülern genutzt.
2011 war ein Rekordjahr für den Tourismussektor in Malta. Die Anzahl deutscher Touristen ist überdurchschnittlich um 6,7 Prozent auf 134.584 Besucher gestiegen. Damit stellt Deutschland nach Großbritannien und Italien die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrttouristen hat sich im gleichen Zeitraum sogar fast verdoppelt und ist auf 151.398 Personen angestiegen.
Kulturelle Beziehungen
Auch kulturell sind die Beziehungen zwischen Malta und Deutschland eng. Seit 1962 existiert der "Deutsch-Maltesische Zirkel", der Aufgaben des auf Malta nicht vertretenen Goethe Institutes wahrnimmt. Vom "Deutsch-Maltesischen Zirkel" werden nicht nur Sprachkurse angeboten, sondern auch Ausstellungen und Filmvorführungen. In Deutschland existiert als Gegenstück die Deutsch-Maltesische Gesellschaft.
Zum Wintersemester 2008/2009 wurde ein eigenständiger Germanistik-Studiengang an der Universität von Malta eingerichtet. Zudem hat die Bundesregierung seit Herbst 2009 für zunächst fünf Jahre einen deutschen Lehrstuhl zur „Friedens- und Konfliktforschung im Mittelmeer-Raum“ an der renommierten Mittelmeerakademie Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) geschaffen. Seit Herbst 2009 unterstützt das Fraunhofer-Institut in einem durch die EU finanzierten Projekt die maltesische Berufsbildungsakademie MCAST bei der Weiterbildung von Lehrkräften und ist beim Aufbau neuer Ausbildungsgänge behilflich.
Deutschland fördert 2012 finanziell die Restaurierung der "Deutschen Kapelle" in der St. John Co-Kathedrale in Valletta.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
