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Malediven

Wirtschaft

Stand: März 2012

Der Tourismus ist der größte Wirtschaftszweig der Malediven. Er trägt rund 35 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und erbringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen. Über 90 Prozent der Steuer- und Zolleinnahmen sind tourismusbezogen. 11 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Fischerei, diese trägt allerdings nur knapp zwei Prozent zum BIP bei.

Die Malediven hatten 1989 ein Wirtschaftsprogramm verabschiedet sowie nach und nach Liberalisierungsmaßnahmen eingeleitet, die ausländische Investitionen erlauben. Nach der Festigung demokratischer Verhältnisse Ende 2008 hatte sich die neue Regierung unter Präsident Mohamed Nasheed um verstärktes Engagement aus dem Ausland bemüht. In diesem Zusammenhang erlangten insbesondere Investitionen in Erneuerbare Energien (z.B. Solaranlagen) Bedeutung. Nach dem Machtwechsel hat Präsident Mohammed Waheed Hassan angekündigt, diese Politik fortsetzen zu wollen.

Die Landwirtschaft und die verarbeitende Industrie (Textilien und Bootsbau) spielen eine eher nachgeordnete Rolle. Die Böden der Inseln sind wenig fruchtbar, so dass fast alle Nahrungsmittel eingeführt werden müssen. Hirse, Mais, Süßkartoffel und Zuckerrohr werden angepflanzt. Reis wird importiert. Die wichtigste Nutzpflanze für den Export ist die Kokospalme, aus der Kopra, Kokosfasern und Kokosnussöl gewonnen werden.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichte 2010 1,480 Mrd. USD. Realwirtschaftlich lag es um 4,8 Prozent höher als im Vorjahr, vor Beginn der innenpolitischen Krise zeichnete sich für 2012 sogar ein BIP-Wachstum von 8,3 Prozent ab. Das Pro-Kopf-Einkommen hat 4.760 USD erreicht (Stand 2010). Aufgrund der überwiegend positiven wirtschaftlichen Entwicklung zählen die Malediven seit dem 1.1.2011 nach VN-Kriterien nicht mehr zu den LDC-Ländern (Least Developed Countries). Nach einer dreijährigen Übergangsphase graduierten sie formell zu einem Upper Middle-Income-Country.

Der Tsunami in 2004 hatte die touristische Infrastruktur der Malediven erheblich getroffen und in 2005 zu einem erstmals seit vielen Jahren beobachteten Rückgang der Besucherzahlen geführt. Nach zwischenzeitlicher Erholung gaben die Wachstumszahlen wegen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise ab Ende 2008 erneut nach. Nach einem Rückgang von noch vier Prozent in 2009 stieg die Anzahl der ausländischen Besucher in 2010 jedoch kräftig um 20,7 Prozent auf 791.917. Reisende aus Deutschland nahmen dabei mit 77.108 den dritten Platz der Herkunftsländer nach Großbritannien und Italien ein. Im Jahr 2011 war ein weiterer deutlicher Anstieg der Tourismuszahlen zu verzeichnen, von Januar 2011 bis September 2011 um 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund hierfür ist u.a., dass die Malediven in China als Urlaubsziel immer mehr Bedeutung erlangen. Chinesische Touristen reisen zudem bevorzugt in der europäischen Sommersaison, in der sich weniger Touristen aus Europa auf den Malediven aufhalten. Vorhandene Kapazitäten können so noch gewinnbringender ausgeschöpft werden. Touristen aus Europa stellen jedoch mit einem Anteil von 60 Prozent an der Gesamtzahl der Reisenden noch immer mit Abstand die größte Gruppe dar.

Das staatliche Budgetdefizit, das 2009 noch 33,3 Prozent des BIP ausmachte, konnte 2010 auf 16,7 Prozent des BIP gesenkt werden. Dazu trugen u.a. höhere Erträge im Tourismus-Sektor und Einsparungen im öffentlichen Sektor bei. Für den Zeitraum 2010-2012 veranschlagt die Regierung aufgrund notwendiger Infrastrukturprojekte ein kumuliertes Budgetdefizit von rund 450 Mio. USD. Bei einer internationalen Geberkonferenz auf den Malediven im März 2010 wurden der Regierung feste Zusagen über 313 Mio. USD gemacht.

Die Malediven sind stark importabhängig. Das Handelsbilanzdefizit lag 2010 mit 789 Mio. USD bei 31,3 Prozent des BIP. Die Außenverschuldung nahm von 40,5 Prozent im Vorjahr auf 41,0 Prozent des BIP leicht zu. Die Budgetplanung sieht eine Senkung auf 39,8 Prozent bis 2013 vor.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.