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Litauen

Wirtschaft

Stand März 2016

Zum litauischen Bruttoinlandspordukt (BIP) tragen Handel und Dienstleistungen mit ca. 60%, der industrielle Sektor mit knapp 20% sowie Landwirtschaft und Fischerei mit ca. 3% bei. Nach Überwindung der Wirtschaftskrise 2009 befindet sich die Wirtschaft auf kontinuierlichem Wachstumskurs (ca. 2- 3% jährlich). Das BIP lag 2015 bei 37,2 Mrd. Euro, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei 13.282 Euro. Die Inflationsrate liegt derzeit bei -0,6 %. Ungeachtet der Sparpolitik hat sich die Staatsverschuldung seit Beginn der Wirtschaftskrise fast verdoppelt. Sie liegt bei ca. 42,5% des BIP, ist dabei im europäischen Vergleich jedoch noch moderat.

Löhne und Gehälter sind im europäischen Vergleich niedrig und bewirken eine Emigration (vor allem junger Menschen) in Länder mit höheren Löhnen. Die Regierung hat im Juli 2015 den Mindestlohn auf 325 Euro und im Januar 2016 auf 360 Euro erhöht. Die Arbeitslosenrate konnte gesenkt werden. Sie ist aber mit ca. 9,1 % (Jugendarbeitslosigkeit ca. 17%) immer noch recht hoch, insbesondere angesichts der Emigration.

Der Außenhandel verzeichnete 2015 einen leichten Rückgang. Der Export ist im Vergleich zu 2014 um 5,7%, der Import um 1,9% gesunken. Der Rückgang des Exports ist durch niedrigere Preise für Erdölprodukte und einer geringeren Ausfuhr von Maschinen, Anlagen und Transportmittel (u. a. wegen Sanktionen gegen Russland) verursacht. Der leichte Rückgang des Imports hängt mit niedrigeren Rohölpreisen und einer geringeren Abnahmemenge von Gas aus Russland zusammen. Die Prognosen für das Jahr 2016 gehen wieder von einer Belebung des Außenhandels aus, u. a. vor dem Hintergrund der angestrebten Diversifizierung von Absatzmärkten für litauische Produkte.

Russland bleibt weiterhin der wichtigste Handelspartner, obwohl ein Rückgang des Handelsaustauschs zu verzeichnen ist. Im letzten Jahr sind die Anteile der Exporte von 21 % auf 14 % und die der Importe von 22% auf 17 % gesunken. Weitere wichtige Handelspartner sind die baltischen und nordischen Staaten, Polen und Deutschland. Hauptexportwaren sind Lebensmittel, Möbel und Holz, Plastik, Düngemittel und Metallerzeugnisse. Am 1. Januar 2015 wurde der litauische Litas aufgegeben und der Euro eingeführt.

Litauen ist von Energieimporten abhängig. Der Anteil eigener Primärenergieträger (vor allem Biomasse und Holzabfälle) an der Energieproduktion beträgt ca. 20 %. Litauen möchte die fast vollständige Abhängigkeit von Gas- und Stromimporten aus Russland aus politischen Gründen abschwächen und hat daher eine alternative Infrastruktur zur Energieversorgung aufgebaut. Ein Flüssiggas-Terminal wurde Ende 2014 in Betrieb genommen. Die Inbetriebnahme der Strombrücken nach Schweden und Polen erfolgte im Dezember 2015. Die Preise für Strom und Heizung (überwiegend mit Gas betrieben) sind hoch. Litauen nutzt EU-Fördermittel für Projekte zum Abfallmanagement (Müllverbrennungsanlagen, Schließung alter Müllkippen, Einrichtung moderner Anlagen, Müll-Recycling). In der Wasserwirtschaft sind die Anlagen modernisiert worden.

In Litauen sind rund 1.200 Unternehmen mit deutschem Kapital registriert. Die Bandbreite reicht von reinen Verkaufsrepräsentanzen über Klein- und Mittelständler bis hin zu Großinvestitionen. Ausländische Investoren genießen in Litauen dieselben Rechte wie Inländer, die durch Gesetz wie auch durch Investitionsschutzabkommen abgesichert sind. Für interessierte Wirtschaftskreise empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der Deutsch-Baltischen Auslandshandelskammer (AHK).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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