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Lettland

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Februar 2017

Bildung und Kultur haben in Lettland traditionell einen hohen Stellenwert. Das Brauchtum ist in Lettland eine Quelle des Stolzes und der nationalen Identität. So ging die Unabhängigkeitsbewegung der 1980er Jahre als „Singende Revolution“ in die Geschichte ein. Auch die zahlreichen aus Lettland stammenden Künstler von Weltrang (u.a. Dirigenten Jansons und Nelsons, Sängerinnen Garanča und Opolais, Organistin Apkalna, Violinist Kremer, Tänzer Baryshnikov) erfüllen mit Stolz.

Die Erwartungen, die an die deutschen Bildungs- und Kulturmittler gestellt werden, sind daher ebenfalls hoch. Vor allem bei der Förderung der deutschen Sprache und im Hochschulbereich wird von Seiten der lettischen Regierung und lettischer Institutionen ein weiterhin aktives und großzügiges Engagement Deutschlands erhofft.

Deutsch-lettische Kulturprojekte finden größtenteils über die direkte Zusammenarbeit von deutschen und lettischen Institutionen statt, vor allem auf Städte- und Gemeindeebene, zwischen Theatern, Opern, Orchestern, Chören und Museen. Das Goethe-Institut Riga bietet Film-, Theater-, Musik- und Literaturprojekte, Ausstellungen und Vorträge sowie Veranstaltungen der Lehrerfortbildung und Sprachkurse an. Auch Stipendien für Deutschland- und Deutschlernaufenthalte werden vergeben. Im Sommer 2014 richtete Riga die Weltchorspiele aus, die von der deutschen Nichtregierungsorganisation Interkultur organisiert werden. Schon jetzt richten sich die Blicke auf die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum der Staatsgründung Lettlands im Jahre 2018 mit zahlreichen Kulturveranstaltungen (auch großes Sängerfest).

Deutsche Sprache

Deutsch ist in Lettland nach Englisch und Russisch die 3. Fremdsprache. Im Schuljahr 2015/16 lernten an 298 allgemeinbildenden Schulen 22.334 lettische Jugendliche Deutsch (11 Prozent der Schülerinnen und Schüler). Hier ist erstmals seit Jahren ein leichter Zuwachs zu beobachten. Gleichbleibend hoch ist das Interesse an Deutsch auf hohem Niveau. So haben 84 Schülerinnen und Schüler aus Lettland im Mai 2016 das Deutsche Sprachdiplom II der Kultusministerkonferenz erhalten (im Vorjahr 80). Seit dem Jahr 2015 können in Lettland schulische Abschlussprüfungen in der deutschen Sprache durch die Vorlage eines DSD-, Goethe- oder TestDaF- Zertifikats ab dem Niveau B1 ersetzt werden. Rund 1.600 Personen lernten Deutsch am Goethe-Institut und weitere 177 Personen studieren Germanistik an Universitäten.

Hochschullandschaft

An den Hochschulen in Lettland sind 2015/2016 ca. 84.300 Studierende eingeschrieben. Das Studium in Lettland ist auch gebührenfinanziert, die Gebühren betragen an staatlichen Hochschulen je nach Fach und Studienort zwischen 700 und 2.000 Euro pro Jahr. Die Gebühren der privaten Hochschulen sind in der Regel noch höher. Das Baltisch-Deutsche Hochschulkontor mit Sitz in Riga bietet Information zum Studienstandort Deutschland sowie die örtlichen Curricula ergänzende Lehrveranstaltungen in deutscher Sprache an. Es soll zu einer Plattform nicht nur deutsch-lettischer, sondern auch deutsch-litauischer, deutsch-estnischer und innerbaltischer Hochschul- und Forschungskooperation ausgebaut werden. Derzeit sind 226 deutsch-lettische Hochschulkooperationen bei der Hochschulrektorenkonferenz registriert. Der DAAD ist mit einem Büro in Riga vertreten. Vermehrt studieren auch deutsche Studenten (vor allem Medizin und Zahnmedizin) an lettischen Hochschulen (derzeit ca. 1.000).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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