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Lettland

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Februar 2017

Politische Beziehungen

Am 28. August 1991 nahm Deutschland diplomatische Beziehungen zum wieder unabhängigen Lettland (21. August 1991) auf.

Die bilateralen Beziehungen sind eng und freundschaftlich. Deutschland hat Lettland auf seinem Weg in die Europäische Union und die euro-atlantischen Strukturen unterstützt und dem Land bei der Umgestaltung der Wirtschaft, Verwaltung und Justiz geholfen.

Durch den Beitritt Lettlands zur EU und zur NATO im April/Mai 2004 haben die Beziehungen eine neue Qualität erhalten. Seit 2008 ist Lettland auch Mitglied im Schengen-Raum und seit 01.01.2014 zudem Teil der Euro-Zone.

Deutschland wird von lettischer Seite offiziell als „strategischer Partner und Verbündeter in Europa“ bezeichnet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel stattete Lettland im August 2014 einen Besuch ab, Bundespräsident Gauck im Sommer 2013 einen Staatsbesuch und im Februar 2017 seinen letzten Auslandsbesuch als deutsches Staatsoberhaupt. Der damalige Außenminister Steinmeier besuchte Lettland als Außenminister insgesamt siebenmal (zuletzt im Mai und September 2016). Ministerpräsident Kučinskis wurde 2016 zweimal von der Bundeskanzlerin in Berlin zu Gesprächen empfangen. Am 17. April 2015 veröffentlichten die Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Lettland eine gemeinsame Erklärung, in der sie eine vertiefte bilaterale Zusammenarbeit vereinbarten.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist weiterhin einer der wichtigsten Handelspartner Lettlands. Am lettischen Gesamtimport hatte Deutschland im Jahr 2015 einen Anteil von 11,3 Prozent (Platz 2), vom lettischen Gesamtexport gingen 6,3 Prozent nach Deutschland (Platz 4). Auch bei den Direktinvestitionen nimmt Deutschland einen der vorderen Plätze ein. Zu den bedeutenden Investoren gehören E.ON Ruhrgas AG, Ergo International AG (Versicherungen), Gebr. Knauf Verwaltungsgesellschaft und Glasseiden Oschatz GmbH.

In Lettland sind rund 1.200 Firmen mit deutschem Kapitalanteil, hauptsächlich in der Metallverarbeitung, in Dienstleistungen sowie im Handel aktiv. Mit der Deutsch-Baltischen Handelskammer Estland, Lettland, Litauen (AHK) gibt es in Riga einen direkten Ansprechpartner für die deutsche Wirtschaft. Deutschland ist zudem im Bereich der Berufsbildung Schwerpunktpartner Lettlands und bietet der lettischen Regierung u.a. über die AHK Expertise auf diesem Gebiet an.

Bilaterale Abkommen wurden zum Schutz und zur Förderung von Investitionen (April 1993), See-, Luft- und Straßenverkehr (April 1993) sowie Doppelbesteuerung (Februar 1997) geschlossen.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland sind sehr eng. Bedingt durch die Geschichte ist die deutsche Sprache in Lettland (noch) weit verbreitet. Es besteht ein reger Kultur-, Wissenschaftler-, Studenten- und Schüleraustausch. Lettische Chöre, Theater, Tanzgruppen, Maler, Literaten und andere Kulturschaffende pflegen einen intensiven Kontakt mit Deutschland und umgekehrt. Durch die Ausrichtung der Weltchorspiele sowie als Europäische Kulturhauptstadt stand Riga 2014 besonders im Fokus der Weltöffentlichkeit.

Einen wesentlichen Beitrag zu den vielseitigen bilateralen Kulturbeziehungen leisten die zahlreichen lebendigen Partnerschaften zwischen deutschen und lettischen Städten, Gemeinden, Hochschulen, Schulen und sonstigen kulturellen und sozialen Einrichtungen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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