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Kroatien

Wirtschaftspolitik

Stand: Januar 2012

Wirtschaftssektoren

Kroatien ist ein Transitionsland mit klarer Orientierung zu einer überwiegend privatwirtschaftlich strukturierten Marktwirtschaft.

In der verarbeitenden Industrie dominiert die Nahrungsmittelindustrie, gefolgt von der Verlags- und Druckindustrie, der Produktion nichtmetallischer Mineralprodukte, der chemischen Industrie, der Herstellung von Metallprodukten, der Transportmittelherstellung, der Herstellung von elektrischen Maschinen und Geräten, sowie der Holzverarbeitung und –herstellung. Der Tourismussektor als Querschnittsbereich erwirtschaftet allein rund 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der zweitgrößte einzelne Industriezweig ist der Schiffsbau; die Werften sollen in naher Zukunft privatisiert werden. Voraussetzung dafür ist allerdings der Abbau der hohen staatlichen Subventionen, worüber die kroatische Regierung derzeit mit der EU-Kommission verhandelt.

Im Jahr 2010 haben rund 10,6 Millionen Touristen Kroatien besucht, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr, 2011 hat ein neues Rekordergebnis mit einer Steigerung von ca. 10 Prozent erbracht.

Die regionalen Unterschiede bei der Wirtschaftskraft sind beträchtlich. Das Hinterland Dalmatiens und die gebirgige Grenzregion zu Bosnien und Herzegowina liegen deutlich hinter dem relativ wohlhabenden Nordkroatien (Istrien und Zagreb) zurück.

Außenhandel

Rund 60 Prozent des Außenhandels wird mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union abgewickelt. Wichtigste Handelspartner gemessen am Außenhandelsumsatz waren 2010 Italien, Deutschland, Österreich, Slowenien, Russland, Bosnien und Herzegowina, China und Ungarn. Das strukturelle Handelsbilanzdefizit, das sich in den letzten Jahrern jedoch verringert hat, wird durch Einnahmen aus dem Tourismus und durch Überweisungen von Auslandskroaten teilweise kompensiert. Wichtigste Exportgüter sind Schiffe, Maschinenbauerzeugnisse, elektrische und elektronische Komponenten sowie Textilien; dabei besteht ein hoher Anteil an lohnveredelten Produkten.

Die Auslandsverschuldung des Staates, des Bankensystems, der Wirtschaft sowie der privaten Haushalte lag Ende 2010 bei 46,5 Milliarden Euro (101,3 Prozent des BIP). Die Leistungsbilanz weist für 2010 ein Defizit von -1,1 Prozent des BIP auf (Vorjahr: -5,1 Prozent). Die Devisenreserven der Kroatischen Nationalbank beliefen sich Ende 2010 auf 10,6 Milliarden Euro und deckten die Importe von acht Monaten ab.

Ausländische Investitionen

Im Zeitraum 1993 bis zum zweiten Quartal 2011 beliefen sich die Auslandsinvestitionen auf insgesamt etwa 24,7 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt rund 12 Prozent, damit steht Deutschland an dritter Stelle nach Österreich und den Niederlanden.

Ausländisches Kapital wurde insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Immobilienwirtschaft, Petrochemie, Erdöl- und Gasförderung, Hotel- und Gastgewerbe sowie pharmazeutische Industrie angelegt. Der größte deutsche Investor ist die Deutsche Telekom, die eine Mehrheit an der Kroatischen Telekom hält.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.