Hauptinhalt

Kongo, Republik

Kultur und Bildung

Stand: März 2017

Kultur

Die Republik Kongo wurde seit der Kolonialzeit durch den kulturellen Einfluss Frankreichs geprägt, hat aber die wichtigsten, stammesgeprägten Regionaltraditionen bewahrt (besonders die Kultur der Téké und Mbochi im zentralen Hochland). 

Während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg war Brazzaville als die Hauptstadt des Freien Frankreich ( "France Libre") zeitweise Dienstsitz von General de Gaulle. Aus dieser und der nachfolgenden Zeit stammen eine große Zahl moderner, bemerkenswerter Architekturbauten in Brazzaville, die vom Stil der Bauhaus-Tradition geprägt sind.

Von den 50er Jahren bis weit in die Zeit nach der politischen Wende Anfang der 90er Jahre existierte die in der zentralafrikanischen Region sehr bekannte Malerschule von Poto-Poto, die den typischen plakativ-magischen Malstil von Kongo-Brazzaville prägte. Bekanntester Vertreter dieser Schule ist der 2012 verstorbene Maler Marcel Gotène.

Institutioneller Mittelpunkt der aktuellen kulturellen Aktivitäten ist mangels sonstiger Kultur- und Aufführungseinrichtungen das französische Kulturzentrum in Brazzaville. Daneben gibt es eine lebhafte Musikszene im Stadtteil Bacongo und zaghafte private Initiativen im Bereich der bildenden und darstellenden Kunst (etwa die "Ateliers SAHM" der kongolesischen Malerin, Bildhauerin und Theaterautorin Bill Kouélany, die 2008 auf der Kasseler Documenta als erste und bisher einzige Künstlerin aus Kongo-Brazzaville ausgestellt hat). In Fortführung kultureller Traditionen wird im zweijährigen Turnus das panafrikanische Festival der Musik (FESPAM) begangen, das mit Unterstützung der UNESCO und der EU stattfindet. Brazzaville ist zudem seit 2013 "UNESCO-Musikstadt". Wichtige öffentliche Kultureinrichtungen, z.B. die Nationalbibliothek und das Nationalmuseum, wurde im letzten Bürgerkrieg 1997 zerstört und geplündert und von der öffentlichen Hand seitdem nicht wieder rehabilitiert.

Bildungspolitik

Das öffentliche Erziehungswesen gliedert sich in vier Ebenen: drei Jahre fakultative Vorschule, sechs Jahre Grundschule, vier Jahre Mittelstufe (Collège) und drei Jahre Oberstufe (Lycée). Es ist mit unzureichenden Mitteln ausgestattet, chronisch notleidend und wird von teuren Privatschulen immer mehr ins Abseits gestellt. Die niedrigen Gehälter zwingen die Lehrer zur Aufnahme von Nebenerwerben und Abwanderung in die Privatschulen. 

Durch Zerstörung oder Plünderung der Schulgebäude sowie Vertreibung und Flucht des Lehrpersonals in den Bürgerkriegen der neunziger Jahre erlitt das Erziehungswesen einen herben Rückschlag, von dem die Oberschulen besonders betroffen waren. Inzwischen sind die Schulen auf dem Land wieder aufgebaut, und die während der Zeit der marxistisch orientierten Volksrepublik enteigneten kirchlichen Schulen wurden zurückgegeben. Diese Schulen der (katholischen) Kirche sind die qualitativ hochwertigsten Ausbildungsstätten des Landes. Es ist bemerkenswert, dass selbst mit diesen Defiziten im öffentlichen Bildungssektor die Bildungsrate bei Kindern und Jugendlichen vergleichsweise hoch ist. 

Die Alphabetisierungsrate liegt bei etwa 79,3 Prozent. Die gesamte Bevölkerung, auch auf dem Land, beherrscht neben dem jeweiligen Lokaldialekt die französische Sprache.

Die Nachfrage nach Deutschunterricht wächst, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Das Goethe Institut in Jaunde/Kamerun hat gemeinsam mit dem DAAD und der 2013 wieder eröffneten deutschen Botschaft ein Stipendien-Ausbildungsprogramm für junge kongolesische Deutschlehrer an der Universität Jaunde begonnen.

Der Bereich der universitären Ausbildung wird im Wesentlichen durch Auslandsstipendien Frankreichs, Russlands, Kubas, Chinas und der Türkei. Deutschland bietet außer Postgraduatestipendien des DAAD kein Stipendienprogramm an.

Die Marien-Nguabi-Universität in Brazzaville bietet eine Ausbildung in allen Fächern außer Medizin und sucht Anschluss an den ausländischen universitären Wissenschaftsbetrieb. Eine Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen gibt es nicht.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere