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Wirtschaftspolitik
Stand: Januar 2012
Entschuldung/Haushalt
Am 01.07.2010 erreichte die Demokratische Republik Kongo den Entscheidungspunkt der HIPC-Initiative, der zu einem Schuldenerlass von ca. 12,3 Milliarden US-Dollar führen wird. Die Mitglieder des Pariser Clubs führen derzeit bilaterale Verhandlungen zur Umsetzung des Schuldenerlasses. Der im Februar 2011 verabschiedete Haushalt 2011 besitzt ein Volumen von ca. 7,3 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 20,3 Prozent ggü. dem Vorjahr.
Geldpolitik
Der Franc Congolais ist frei konvertibel. Die Zentralbank (BCC) ist um Preisstabilität bemüht und nominell unabhängig. 2010 konnte die Inflation auf 9 Prozent im Jahresmittel begrenzt werden.
Investitionsklima – Strukturpolitik und Außenwirtschaftspolitik
Der Kongo als fragiler Postkonfliktstaat steht vor schwierigen strukturpolitischen Herausforderungen bei der Gestaltung eines attraktiven Wirtschaftsraumes. Hauptprobleme sind erstens mangelnde Infrastruktur – es gibt kein Verkehrssystem, das die Provinzen und Distrikte dieses großen Landes untereinander vernetzt; viele sind mit ihren internationalen Nachbarn besser verbunden als mit dem Rest des Landes; zweitens das Fehlen von Märkten aufgrund der schwachen Kaufkraft der Bevölkerung – weniger als 10 Prozent sind in regulären Beschäftigungsverhältnissen verankert - sowie drittens die ineffiziente Wirtschaftsverwaltung, die den Aufbau von Unternehmen nicht nur erschwert, sondern oft geradezu unmöglich macht.
Die Verbesserung des Investitionsklimas ist ein zentrales Anliegen der internationalen Gemeinschaft. Ein Schritt zur Verbesserung des Wirtschaftsklimas könnte der Beitritt zu OHADA (Organisation pour l'Harmonisation en Afrique du droit des affaires) sein.
Weltwirtschaftskrise
Wie die meisten Staaten in Afrika südlich der Sahara blieb die Demokratische Republik Kongo aufgrund des geringen weltwirtschaftlichen Verflechtung seines Finanzsektors von den ersten Auswirkungen der Weltfinanzkrise weitgehend verschont, bekam aber die Sekundäreffekte (contagion effects) in Form von Preisverfall der Hauptexportgüter zu spüren. Mittlerweile haben sich die Preise der wichtigsten kongolesischen Exportgüter allerdings erholt; die Wirtschaft dürfte 2011 um rd. 7 Prozent wachsen. Die negativen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise haben nicht zuletzt die Notwendigkeit zur Diversifizierung der kongolesischen Wirtschaft unterstrichen. Insbesondere in den Bereichen Energie und Landwirtschaft gibt viel Potential.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
