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Kultur- und Bildungspolitik, Medien
Stand: September 2010
Bildung
Das kenianische Schulsystem gliedert sich in die obligatorische Grundschule (Primary School – acht Jahre) und die darauf aufbauende freiwillige weiterführende Schule (Secondary School – vier Jahre). Die Grundschulausbildung ist inzwischen gebührenfrei, wodurch Kindern aus ärmeren Schichten (insbesondere aus den Slums) ermöglicht wird, zumindest die Grundschule zu besuchen. Da die bestehenden staatlichen Schulen dem dadurch ausgelösten Ansturm (mehr als 1,3 Millionen zusätzliche Kinder) nicht gewachsen sind, leidet das Grundschulsystem jedoch unter überfüllten Klassen und Lehrermangel. Bildungspolitik bleibt daher ein wichtiges Politikfeld. Seit Frühjahr 2007 ist teilweise auch die Secondary School gebührenfrei. Im Bereich Secondary School bleibt die Bedeutung kostenpflichtiger Privatschulen (oftmals nach britischem Vorbild ausgerichtet) für eine qualitativ hochwertige Ausbildung jedoch weiterhin sehr groß.
Unterrichtssprache ist in der Regel Englisch; Kiswahili ein eigenes Unterrichtsfach. In den weiterführenden Schulen (Secondary School) werden Französisch, Deutsch oder Arabisch (vorwiegend an der Küste) als Fremdsprachen unterrichtet.
Die Hochschulausbildung umfasst ein vierjähriges Studium. Kenia verfügt über sieben staatliche und eine Vielzahl privater Universitäten (ca. 11) sowie über mehrere private Forschungseinrichtungen. Die Plätze an den staatlichen Hochschulen werden nach einer Rangliste des landesweiten Abschlussexamens der Secondary School verteilt.
Das Goethe-Institut in Nairobi bietet Deutschunterricht auf allen Lernstufen an und verfügt über eine eigene Bibliothek. Der DAAD unterhält in Nairobi ein Regionalbüro für Afrika und ist mit derzeit einem Lektor an der staatlichen Kenyatta Universität in Nairobi vertreten.
Kulturpolitik
Ein wichtiges Ziel der kenianischen Kulturpolitik ist der Erhalt und die Restaurierung von Kulturdenkmälern. Deutschland unterstützt dies beispielsweise mit der geplanten Restaurierung des ehemaligen Deutschen Postamts in Lamu. Aus Mitteln für den Kulturerhalt hat die Botschaft zudem 2009/2010 die Restaurierung des "casting building" des Nationalmuseums in Nairobi finanziert, in dem Replikate der urzeitlichen Knochensammlung des Museums hergestellt werden. Schließlich wurde 2007/2008 mit deutschen Mitteln die Ludwig-Krapf-Gedenkstätte in Mombasa restauriert, die an das Wirken des Afrikaforschers und Missionars Ludwig Krapf in Ostafrika erinnert.
Medien
In den TV- und Printmedien ist grundsätzlich eine freie und regierungskritische Berichterstattung möglich. Seit Bildung der Großen Koalition 2008 übernehmen sie mehr und mehr die Rolle der Opposition als kritischer Beobachter der kenianischen Politik. Dennoch bleibt der Einfluss einzelner Führungspersönlichkeiten des Landes im Medienbereich deutlich sichtbar, was sich 2011 u.a. bei der Berichterstattung über die Strafverfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof sowie über die Anti-Korruptionsbehörde und die Steuerpflicht von Abgeordneten gezeigt hat. Im Sommer 2007 wurde ein neues Mediengesetz verabschiedet, das die Einrichtung und Arbeitsweise eines Medienrates und die Etablierung eines professionellen Journalismus (genaue Definition und Bildungsvoraussetzungen des Journalistenberufes) beinhaltet.
Das Thema Presse- und Meinungsfreiheit wird immer wieder kontrovers diskutiert. Anlass ist oft die regierungskritische Berichterstattung der Medien, die in Auseinandersetzungen mit der Regierung mündet. Als Beispiele zählen hier die Krise um die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Dezember 2007 oder Vorfälle zur Jahreswende 2008/2009, als es zu verschärften Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Medienhäusern über die sog. "Communication Amendment Bill" kam. Trotz dieser Einzelfälle blieb die Pressefreiheit jedoch weitgehend gewahrt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
