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Kenia

Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2011

Politische Beziehungen

Deutschland pflegt traditionell enge und partnerschaftliche Beziehungen zu Kenia, die auf einem breiten Austausch im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich gründen. Deutschland war der erste Staat, der Kenia nach der Unabhängigkeit (1963) völkerrechtlich anerkannte. Der regionalpolitische Stellenwert macht Kenia zu einem wichtigen Ansprechpartner in einer von zahlreichen Krisen gezeichneten Region (Somalia, Südsudan, Große Seen). Kenia ist Partnerland der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Die wichtigen Träger der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind im Land vertreten. Deutsche Medien sowie die Mehrzahl der deutschen politischen Stiftungen unterhalten in Nairobi Regionalbüros. Neben der Botschaft in Nairobi ist Deutschland in Kenia durch einen Honorarkonsul in der Küstenmetropole und Hafenstadt Mombasa vertreten.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftliche Entwicklung Kenias ist, trotz der Wahlunruhen 2007/2008, der darauf folgenden Wirtschaftskrise und der langanhaltenden Dürre 2009, durchweg positiv. 2010 wurde ein Wirtschaftswachstum von 4,8 Prozent erreicht, die Prognose für 2011 liegt bei einem Wachstum von ca. 5,5 Prozent. Der Tourismus boomt wieder und hat 2010 mit knapp 1,1 Millionen Besuchern die alten Rekordzahlen von 2007 übertroffen. Die Zahl der deutschen Touristen lag 2009 bei ca. 65.000.

Das deutsche wirtschaftliche Interesse an Kenia ist seit Jahren auf gleichbleibendem niedrigen Niveau. Kenia nimmt jetzt bei der Rangfolge der Handelspartner der Bundesrepublik Deutschland den 89. Platz (2009: 95) ein. Bei den Einfuhren aus Kenia nach Deutschland verschlechterte sich Kenia vom 94. auf den 99. Platz. Die Importe nach Deutschland beliefen sich im Jahr 2010 auf ca. 99,1 Millionen Euro (2009: 92,4 Millionen Euro). Deutsche Ausfuhren nach Kenia betrugen 2010 283,9 Millionen Euro (2009: 232,3 Mio. Euro). Wichtigste deutsche Exportgüter für Kenia sind Solar- und Windtechnik, Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse und Kfz. Deutschland importiert aus Kenia insbesondere Schnittblumen, Tee, Kaffee und Gemüse.

Zwischen Kenia und Deutschland sind seit 2000 ein Investitionsschutzabkommen und seit 1979 ein Doppelbesteuerungsabkommen in Kraft. Seit mehr als 20 Jahren ist die deutsche Wirtschaft durch die "German Business Association" in der Hauptstadt Nairobi mit derzeit über 780 meist mittelständischen Unternehmen vertreten. Die Messe Frankfurt plant 2011 die Eröffnung eines Regionalbüros in Kenia, die DIHK möchte einen Wirtschaftsdelegierten nach Nairobi entsenden.

Kulturelle Beziehungen

Wissenschaftliche Zusammenarbeit, Stipendien und Sportförderung bilden Schwerpunkte der kulturpolitischen Kooperation. An mittlerweile 58 kenianischen Oberschulen wird Deutsch unterrichtet. Seit 1963 leistet das Goethe-Institut in Nairobi eine von den kenianischen Partnern geschätzte Sprach- und Kulturarbeit. Die Botschaftssprachkurse in Mombasa decken die dortige Nach­frage nach qualifiziertem Deutschunterricht ab, die infolge des Tourismus an der Küste besonders hoch ist. Das Regionalbüro des DAAD in Nairobi unterstützt Studienaufenthalte von Kenianern in unterschiedlichen Programmen, vor allem für die Förderung von Promotionsvorhaben. So reisen jährlich ca. 80 kenianische Studierende und Postgraduierte für Studien- und Forschungsaufenthalte nach Deutschland.

Die Deutsche Schule Nairobi mit ca. 150 Schülern und angeschlossenem Internat führt als deutschsprachige Auslandsschule bis zum Abitur. Neben einem Stipendienprogramm für Kenianer hat die Deutsche Schule 2007/2008 den zweisprachigen Unterricht ausgeweitet und 2009 das Internationale Abitur eingeführt, um die Schule auch für kenianische und internationale Schüler noch attraktiver zu machen. Die Deutsche Schule erfüllt eine wichtige Servicefunktion für deutschsprachige Experten, Wirtschaftsvertreter und Botschaftsangehörige in ganz Ostafrika und feierte im Oktober 2009 ihr 40jähriges Bestehen. Im März 2010 wurde in der Schule ein Kommunikations- bzw. Medienzentrum eröffnet, dass als kulturelles Austauschzentrum der Qualifizierung von Deutschlehrern- und -schülern aus Ostafrika dient.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.