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Kanada

Kultur und Bildung

Stand: April 2017

Kanada ist stolz auf sich und seine Kultur; es sieht sich als moderne, multikulturelle, aufgeschlossene, kreative und innovative Nation. Das große Schlagwort heißt "Diversität" und meint Kanadas Bilingualität, seinen Multikulturalismus, die gelungene Integration neuer Einwanderergruppen und den Einfluss der Ureinwohner.

Kanada versteht sich ausdrücklich - anders als der südliche Nachbar USA - nicht als Schmelztiegel ("melting pot"), in dem Minderheitskulturen in einer Mehrheitskultur aufgehen, sondern legt Wert darauf, dass hier ein friedliches Miteinander verschiedener Bevölkerungsgruppen möglich ist. Allerdings wird die Integration der sogenannten "visible minorities" in die kanadische Gesellschaft zunehmend schwieriger, da diese Minderheiten in den Ballungsgebieten schon einen hohen Anteil an der Gesamtbevölkerung haben.

Kanada ist ähnlich föderal strukturiert wie Deutschland; es gibt kein Bildungsministerium auf Bundesebene und kein einheitliches nationales Bildungssystem. Der kanadischen Verfassung entsprechend liegt die Zuständigkeit für alle Bildungsfragen bei den zehn Provinzen und drei Territorien.

Viele Kommunen bieten für Kinder im Alter von vier oder fünf Jahren eine Vorschulerziehung (pre-elementary/pré-scolaire) an. Grundschule (elementary oder primary school/école élémentaire oder primaire) und Sekundarstufe dauern in den meisten Provinzen zwölf Jahre; davon beansprucht die Grundschule sechs Jahre (in British Columbia sieben Jahre, in Ontario und Manitoba acht Jahre). Darauf folgt der jeweils zwei- oder dreijährige Besuch der junior high school und der senior high school bzw. der combined junior/senior high school (in Ontario secondary school genannt).

Im Allgemeinen sind die weiterführenden Schulprogramme zweizügig. Ein Zweig führt zum Studium an einer Universität, der andere bereitet auf eine weiterführende Ausbildung an einem community college/ collège communautaire, auf eine technische Studienrichtung (institute of technology/ institut de technologie) oder auf den Arbeitsmarkt vor.

Ziel der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik ist in erster Linie das Werben der kanadischen Bildungseinrichtungen um ausländische Studenten sowie die Beziehungspflege zu Akademikern, die den kanadischen Werten und dem "Canadian Way of Life" positiv gegenüberstehen. Zu diesem Zweck werden Programme für Kanadastudien gefördert und internationale Stipendien vergeben. Durch deutlich höhere Studiengebühren als für einheimische Kommilitonen sorgt eine hohe Anzahl ausländischer Studenten so für einen nicht unerheblichen Anteil an der Finanzierung der Bildungsausgaben in Kanada.

Auf Bundesebene hat das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und wirtschaftliche Entwicklung die Zuständigkeit für Wissenschaft und Forschung. 

Nach innen ist die im Innovationsministeriumangesiedelte Staatsministerin für Wissenschaft und Technologie verantwortlich, gegenüber dem Ausland übernimmt dies das kanadische Außenministerium.

Kanada hat seine seit 2007 geltende Hightech-Strategie 2014 aktualisiert. Die als prioritär identifizierten Bereiche werden fortgeschrieben: Umwelt, natürliche Ressourcen und Energie, Gesundheit und Lebenswissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnologien. Hinzu kommt als neuer Bereich moderne Fertigungstechnologien; der Bereich Umwelt wird um den der Landwirtschaft erweitert. 

Mit der Neuauflage der Hightech-Strategie hat Kanada als neues Instrument einen „First Research Excellence Fund“ in Höhe von 1,5 Mrd. CAD über die nächsten 10 Jahre eingerichtet. Mit dem Fonds, der durch die deutsche Exzellenzinitiative inspiriert ist, wird exzellente Forschung an Hochschulen in den oben genannten Schwerpunktbereichen gefördert. In den letzten Jahren hat Kanada seine Forschungsförderung immer mehr in Richtung anwendungsorientierte, industrienahe Forschung ausgerichtet.

Deutschland und Kanada haben 1971 ein Regierungsabkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit abgeschlossen. Die bilaterale Kommission zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit trifft sich alle zwei Jahre. Das letzte Treffen fand im Dezember 2015 in Ottawa statt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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