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Kamerun

Wirtschaft

Stand: November 2016

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Unter den Staaten der zentralafrikanischen Regionalorganisation CEMAC ist Kamerun das wirtschaftlich stärkste Land. Das Bruttoinlandsprodukt erreichte 2015 geschätzte 29,198 Milliarden US-Dollar, pro Kopf ca. 1.330 US-Dollar. Die öffentliche Verschuldung Kameruns liegt bei ca. 24 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, steigt aber schnell an.
Die Kredite werden vor allem für Infrastrukturprojekte wie Straßenbau und Energieerzeugung sowie die Entwicklung der Landwirtschaft, Telekommunikation, Bergbau und Wasserversorgung eingesetzt.

Kamerun will bis 2035 den Status eines demokratischen und in seiner Diversität geeinten Schwellenlandes erreichen. Dieses langfristige Entwicklungskonzept "Vision 2035" beinhaltet eine Erhöhung des Wirtschaftswachstums, die Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens, Förderung von Investitionen und eine Senkung des Bevölkerungswachstums auf 2 Prozent.
Laut der Strategie für Wachstum und Beschäftigung soll die Wirtschaft zwischen 2010 und 2020 um durchschnittlich mindestens 5,5 Prozent im Jahr wachsen, um Arbeitslosigkeit und Armut zu reduzieren. Weiterer Schwerpunkt ist die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Energie, Transport und Kommunikation. Außerdem haben die nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft und die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse besondere Bedeutung. Makroökonomisch wurden in den letzten Jahren Fortschritte erzielt: Kamerun erreichte 2014 ein Wirtschaftswachstum von ca. 3,3 Prozent.
2015 lag das Wachstum  bei 3,7 Prozent. Neben der Öl- und Gasförderung und den Infrastrukturinvestitionen ist der tertiäre Sektor eine treibende Kraft.

2013 hat die private Nachfrage um 2,6 Prozent zugenommen. Der Außenhandel wirkte sich als Folge schlechterer Terms of Trade und zunehmender Einfuhr von Grundnahrungsmitteln 2014 insgesamt negativ auf das kamerunische Wirtschaftswachstum aus.

Der Investitionsbedarf Kameruns zur Finanzierung von Infrastrukturvorhaben ist sehr hoch. Allein für 2012 beliefen sich die Kosten für die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen auf rund 3,5 Milliarden Euro.

Die Inflationsrate in Kamerun lag 2015 bei geschätzten 2,6 Prozent. Großen Einfluss auf die Inflationsrate haben Nahrungsmittelpreise. Kamerun bleibt trotz Produktionssteigerung im Agrarsektor abhängig von Nahrungsmittelimporten. Um Preissteigerungen einzudämmen, subventioniert die Regierung Schlüsselprodukte wie Kraftstoffe und Getreideerzeugnisse.
2013 sollen die Subventionen für Kraftstoffe ca. 4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen haben. Zu Jahresende 2015 senkte die Regierung die staatl. festgelegten Kraftstoffpreise um ca. 4 Prozent.

Das derzeitige Wirtschaftswachstum reicht nicht aus, um Arbeitsplätze in größerem Umfang zu schaffen und die Armutsrate von circa 39 Prozent nachhaltig zu senken.
Der größte Teil der Armen lebt im ländlichen Raum. Der UNDP-Human-Development Index stufte Kamerun 2015 auf Position 153 von 188 Ländern ein. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 55 Jahren, das Bevölkerungswachstum betrug Zahlen der Weltbank zufolge 2015 2,5 Prozent.

Im von Transparency International 2015 veröffentlichten Korruptionswahrnehmungsindex nimmt Kamerun den 130. Rang von 168 Staaten ein.
Im "Doing Business 2015"-Bericht der Weltbank steht Kamerun im internationalen Vergleich des Geschäftsklimas auf Rang 166 von 185 Ländern.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen, Währungspolitik

Kamerun ist Mitglied der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC), der außerdem Äquatorialguinea, Gabun, die Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik angehören.
Auf Ebene der CEMAC war die makroökonomische Situation im Jahr 2015 durch ein Wirtschaftswachstum von nach IMF-Schätzungen nur noch 1,6 Prozent gekennzeichnet; für 2016 geschätzt auf 1,9 Prozent.
Die Inflationsrate auf regionaler Ebene lag 2015 bei 2,3 Prozent und soll 2016 sogar auf 2,0 Prozent zurückgehen. Kameruns Handel mit Ländern innerhalb der CEMAC ist gering: Lediglich 5 Prozent der kamerunischen Exportprodukte gehen in CEMAC-Länder.

Kamerun gehört der CFA-Zone (Franc de la Coopération Financière en Afrique Centrale) an. Der Franc CFA ist mit einem festen Wechselkurs an den Euro gekoppelt. Dadurch steht Kamerun ein autonomes geld- und währungspolitisches Instrumentarium nicht zur Verfügung. Soweit der Handel nicht in Euro abgewickelt wird, wird die Konkurrenzfähigkeit seiner Produkte von dem Außenwert des Euro gegenüber Fremdwährungen bestimmt (insbesondere US-Dollar).


Wichtigste Wirtschaftszweige

Insbesondere der primäre und tertiäre Sektor tragen derzeit zum Wachstum bei. Rohöl und Holz sind die wichtigsten Exportprodukte. Einnahmen aus der Ölförderung konnte Kamerun zuletzt wieder steigern.
In der Landwirtschaft wurde die Produktion von Schlüsselprodukten (Kakao, Kaffee, Bananen, Rohkautschuk) durch erleichterten Zugang zu Finanzierung, Ausbildung und Forschung gesteigert. In der Folge erwartet die Regierung künftig weitere Produktionssteigerungen.

Weitere Impulse für das Wirtschaftswachstum kommen aus dem sekundären Sektor und basieren auf der beginnenden Umsetzung der Investitionsprogramme zur Verbesserung der Infrastruktur.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Ansprechpartner in Auslandsvertretungen

Entwicklungs­zusammenarbeit

Kamerun ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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