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Kambodscha

Wirtschaft

Stand: September 2016

Wirtschaftsstruktur

Obgleich aufgrund hoher Wachstumszahlen die Armutsquote   auf geschätzte 17,7% reduziert werden konnte, gehört Kambodscha nach wie vor der Gruppe der Least Developed Countries (LDC) an. Das Pro-Kopf-Einkommen wird für das Jahr 2015 auf ca. 1.228 USD geschätzt und hat damit den Status eines lower-middle-income country erreicht. Bestimmend für den Status als LDC sind Entwicklungsdefizite bei Gesundheitsversorgung, Ernährung und Bildung sowie die geringe Diversifizierung einer hauptsächlich auf einzelne Exportprodukte  beschränkten Volkswirtschaft.

Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich 1,7 Prozent und einer sehr jungen Bevölkerung (mehr als 50 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt) betrug das durchschnittliche Wachstum des BIP pro Kopf und Jahr in der Zeit von 2010 bis 2015  um die  7%. In der 2015 veröffentlichten Entwicklungsstatistik der Vereinten Nationen ("Human Development Index", HDI) belegte Kambodscha für das Jahr 2015 den 143. von insgesamt 187 Rängen (2014 = Rang 136).

Die Landwirtschaft, die Nähereien- und Schuhproduktion, die Bauindustrie (seit 2014 größter Wachstumssektor) und der Tourismus sind die relevanten Sektoren der kambodschanischen Wirtschaft. Seit Beginn der 1990er Jahre findet eine Transformation von der Konzentration auf die Landwirtschaft hin zu einer Wirtschaftsstruktur mit abnehmendem Agraranteil und wachsender Bedeutung von Industrie und Dienstleistungssektor statt. Durch die offene Wirtschaftsstruktur Kambodschas spielt der Außenhandel eine tragende Rolle.

Korruption, mangelhafte Infrastruktur, hohe Energiekosten, niedriges Ausbildungsniveau, Rechtsunsicherheit und ungeklärte Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden stellen de facto erhebliche Wettbewerbs- und Investitionshindernisse dar. Dem stehen vergleichsweise niedrige Lohnkosten, die Anbindung an internationale Seewege (Hafen Sihanoukville) und eine liberale Wirtschaftspolitik der Regierung gegenüber. Dies hat trotz der vorgenannten Defizite zu einem kontinuierlichen Wachstum und Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen (FDI), vor allem aus Nachbarstaaten der Region (China, Vietnam, Südkorea, Singapur) geführt. Die Investitionen werden maßgeblich durch Unternehmen aus der Region, weniger dagegen durch westliche Unternehmen, getätigt.


Internationale Verflechtung

Kambodscha ist eine offene Volkswirtschaft, der Außenhandel bleibt der Motor der Wirtschaftsentwicklung. Im Jahr 2014 betrug das Außenhandelsvolumen USD 18,1 Mrd. (ein Anstieg von 13,8% zum Vorjahr). Dabei werden vor allem Baumaterialien, Kraftfahrzeuge, Maschinen, Benzinprodukte, Gold und pharmazeutische Produkte aus der Volksrepublik China, den USA sowie den benachbarten Ländern Thailand  und Vietnam  importiert.

Die Einnahmen aus Exporten stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund 14% und betrugen  ca. 8,5 Mrd. USD. Wichtigste Exportprodukte sind vor allem Textilien (ca. 70%), zudem Holz, Reis und Fisch, Rohstoffe sowie Schuhe. Von geringer, aber zunehmender Bedeutung sind außerdem Zwischenprodukte im Elektronik- und Automobilsektor,  45% der kambodschanischen Exporte gehen mittlerweile in die EU, da sie dort aufgrund der"Everything but arms"-Regelung zollrechtlich privilegiert sind. Das Handelsbilanzdefizit für 2015 beläuft sich auf ca. 3,5  Mrd. USD, was ca. 19% des BIP entspricht. Das Leistungsbilanzdefizit ist auf 9,2 % des BIP gesunken. Es wird fast ausschließlich durch ausländische Direktinvestitionen (an erster Stelle aus China und Südkorea) abgedeckt, die laut der kambodschanischen Nationalbank 2015 mit 1,8 Mrd. USD wieder leicht angestiegen sind. Insbesondere chinesische und andere asiatische Investoren tätigen ihre Investitionen in von der Regierung errichteten "Special Economic Zones", die günstigere Steuern, verlässliche Stromversorgung und eine bestimmte Anzahl an lokal verfügbaren Arbeitskräften versprechen.

Neben ausländischen Direktinvestitionen flossen 2015 geschätzte 1,3 Mrd. USD an "Official Development Aid" (ODA) in das Land.  Für den Zeitraum 2015/16 hat Deutschland für die  Entwicklungszusammenarbeit mit Kambodscha insgesamt  38 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Zu internationalen Kapitalmärkten hat Kambodscha keinen Zugang. Kambodscha ist Mitglied in allen für die Region wichtigen internationalen und regionalen Wirtschaftsorganisationen und Institutionen (WTO, Weltbank, IWF, Asian Development Bank, ASEAN, AFTA, APEC, GMS – Greater Mekong Subregion).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Ansprechpartner in Auslandsvertretungen

Entwicklungs­zusammenarbeit

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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