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Kambodscha

Wirtschaft

Stand: März 2016

Wirtschaftsstruktur

Obgleich aufgrund hoher Wachstumszahlen die Armutsquote von rund 53 Prozent im Jahr 2004 auf geschätzte 17,7 Prozent reduziert werden konnte, gehört Kambodscha nach wie vor der Gruppe der Least Developed Countries (LDC) an. Das Pro-Kopf-Einkommen wird für das Jahr 2015 auf 1.1104 (?) USD geschätzt. Bestimmend für den Status als LDC sind Entwicklungsdefizite bei Gesundheitsversorgung, Ernährung und Bildung sowie die geringe Diversifizierung einer hauptsächlich auf einzelne Exportprodukte  beschränkten Volkswirtschaft.

Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich 1,7 Prozent und einer sehr jungen Bevölkerung (mehr als 50 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt) betrug das durchschnittliche Wachstum des BIP pro Kopf und Jahr in der Zeit von 2010 bis 2014 mehr als 7 Prozent. In der 2014 veröffentlichten Entwicklungsstatistik der Vereinten Nationen ("Human Development Index", HDI) belegte Kambodscha für das Jahr 2013 den 136. von insgesamt 187 Rängen.

Die Landwirtschaft, die Nähereien- und Schuhproduktion, die Bauindustrie und der Tourismussektor sind die relevanten Sektoren der kambodschanischen Wirtschaft. Seit Beginn der 1990er Jahre findet eine Transformation von der Konzentration auf die Landwirtschaft hin zu einer Wirtschaftsstruktur mit abnehmendem Agraranteil und wachsender Bedeutung von Industrie und Dienstleistungssektor statt. Durch die offene Wirtschaftsstruktur Kambodschas spielt der Außenhandel eine tragende Rolle.

Korruption, mangelhafte Infrastruktur, hohe Energiekosten, niedriges Ausbildungsniveau, Rechtsunsicherheit und ungeklärte Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden stellen de facto erhebliche Wettbewerbs- und Investitionshindernisse dar. Dem stehen vergleichsweise niedrige Lohnkosten, die Anbindung an internationale Seewege (Hafen Sihanoukville) und eine liberale Wirtschaftspolitik der Regierung gegenüber. Dies hat trotz der vorgenannten Defizite zu einem kontinuierlichen Wachstum und Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen (FDI), vor allem aus Nachbarstaaten der Region (China, Vietnam, Südkorea, Singapur) geführt. Die Investitionen werden maßgeblich durch Unternehmen aus der Region, weniger dagegen durch westliche Unternehmen, getätigt.


Internationale Verflechtung

Kambodscha ist eine offene Volkswirtschaft, der Außenhandel bleibt der Motor der Wirtschaftsentwicklung. Die Importe erreichten 2014 einen Wert von geschätzten 10,9 Mrd. USD. Dabei werden vor allem Baumaterialien, Kraftfahrzeuge, Maschinen, Benzinprodukte, Gold und pharmazeutische Produkte aus der Volksrepublik China (39,8 Prozent des Imports für 2013),den USA (12,2 Prozent), sowie den benachbarten Ländern Thailand (11,9 Prozent) und Vietnam (10,7 Prozent) importiert.

Die Einnahmen aus Exporten stiegen 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 Prozent und betrugen damit knapp 7,7 Mrd. USD. Wichtigste Exportprodukte sind vor allem Textilien (ca. 70 Prozent), zudem Holz, Reis und Fisch, Rohstoffe sowie Schuhe. Von geringer, aber zunehmender Bedeutung sind außerdem Zwischenprodukte im Elektronik- und Automobilsektor, deren wichtigste Bestimmungsländer die USA (23,5 Prozent im Jahr 2013), die Volksrepublik China (17,2 Prozent) sowie aus der EU (insgesamt 27,2 Prozent) das Vereinigte Königreich und Deutschland(11,9 Prozent) sind.

Exporte in die EU sind durch die "Everything but arms"-Regelung zollrechtlich privilegiert, wovon vor allem der Textil- und Agrarsektor profitieren. Das Handelsbilanzdefizit für 2014 beläuft sich auf 3,2  Mrd. USD, was 20,2 Prozent des BIP entspricht. Das Leistungsbilanzdefizit ist weiter leicht auf USD 1,8 Mrd. angestiegen (entspricht 11,3 Prozent des BIP). Es wird fast ausschließlich durch ausländische Direktinvestitionen (an erster Stelle aus China und Südkorea) abgedeckt, die die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) für 2014 leicht rückläufig auf 1,6 Mrd. USD schätzt. Insbesondere chinesische und andere asiatische Investoren tätigen ihre Investitionen in von der Regierung errichteten "Special Economic Zones", die günstigere Steuern, verlässliche Stromversorgung und eine bestimmte Anzahl an lokal verfügbaren Arbeitskräften versprechen.

Neben ausländischen Direktinvestitionen flossen 2014 geschätzte 1,38 Mrd. USD an "Official Development Aid" (ODA) in das Land. Im Zeitraum 2015/16 wird Deutschland für die  Entwicklungszusammenarbeit mit Kambodscha insgesamt  38 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Zu internationalen Kapitalmärkten hat Kambodscha keinen Zugang. Kambodscha ist Mitglied in allen für die Region wichtigen internationalen und regionalen Wirtschaftsorganisationen und Institutionen (WTO, Weltbank, IWF, Asian Development Bank, ASEAN, AFTA, APEC, GMS – Greater Mekong Subregion).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Ansprechpartner in Auslandsvertretungen

Entwicklungs­zusammenarbeit

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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