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Kambodscha

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2017

Politische Beziehungen

Die ersten diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kambodscha wurden 1967 aufgenommen. Nach einer Aussetzung der Beziehungen nahm die Bundesrepublik 1992 erneut offizielle Beziehungen zum Obersten Nationalrat (ONR) Kambodschas auf. Die deutsche Vertretung beim ONR wurde nach den Wahlen 1993 und der Wiedererrichtung des Königreichs Kambodscha in eine diplomatische Vertretung umgewandelt.

Kambodscha und die DDR unterhielten von 1969 bis 1975 und von 1979 bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten diplomatische Beziehungen.

Deutschland unterstützt Kambodscha aktiv in seinem Entwicklungs- und Demokratisierungsprozess. Tragende Säule der bilateralen Beziehungen ist die umfangreiche Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem finanziert Deutschland seit vielen Jahren ein Programm zum Minenräumen, trägt zur Erhaltung der Tempel von Angkor bei und unterstützt zudem die Arbeit des Rote-Khmer-Kriegsverbrechertribunals.


Wirtschaftsbeziehungen

Im Jahr 2016 importierte Deutschland aus Kambodscha Waren – hauptsächlich Bekleidung und Schuhe – im Gesamtwert von rund  1,357 Mrd. Euro (Steigerung um 9,9% gegenüber 2015). Bekannte deutsche Abnehmer von Textilien und Schuhen sind Adidas, Puma, Deichmann, C&A, Aldi, Lidl und Tchibo..   Die Exporte nach Kambodscha machten dagegen mit 150 Mio. Euro nur einen sehr geringen Betrag aus, wenngleich auch hier eine  hohe Steigerungsrate von knapp 25 Prozent erzielt werden konnte. Gemessen am Umsatz  rangierte Kambodscha auf Platz 57 bei der Einfuhr und Platz 109 bei der Ausfuhr der Handelspartner Deutschlands für das Jahr 2016

Die in Kambodscha ansässigen deutschen Geschäftsleute haben sich im "Arbeitskreis Deutsche Wirtschaft" (ADW) zusammengeschlossen, der als Anlaufstelle für deutsche Geschäftsinteressenten dient und aktive Hilfestellung leistet.

Die Anzahl der einreisenden Deutschen steigt stetig. 2014 wurden ca 84.000 Einreisen, 2015 bereits ca. 89.000 Einreisen registriert., was ca. 2 Prozent der ausländischen Besucher in Kambodscha entspricht. Deutsche nehmen damit hinter Besuchern u.a. aus Ost- und Südostasien, USA, Frankreich und Australien einen weit abgeschlagenen Platz ein.

Am 14. April 2002 trat das bilaterale Investitionsförderungs- und Schutzabkommen zwischen Deutschland und Kambodscha in Kraft. Das Abkommen hat unter anderem den Schutz vor entschädigungsloser Enteignung und den Schutz des freien Devisentransfers zum Inhalt.


Entwicklungszusammenarbeit

Kambodscha ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Südostasien. Deutschland gehört zu den bilateralen Gebern auf Zuschussbasis (neben Japan, Australien und den USA) und bringt sich darüber hinaus im Rahmen der europäischen Entwicklungspolitik ein. Die Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands orientiert sich an der kambodschanischen Entwicklungsstrategie („Rectangular Strategy“). Sie leistete bisher einen mit anderen Entwicklungspartnern abgestimmten Beitrag zu den kambodschanischen Millennium-Entwicklungszielen und soll sich künftig an den nationalen Zielen Kambodschas zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele ausrichten. Letztere  wurden im Jahr 2015 bei den Vereinten Nationen verabschiedet und stellen die Weiterentwicklung der Millenniums-Entwicklungsziele dar. Bislang wurden Kambodscha im Rahmen der bilateralen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit von Deutschland seit 1993 insgesamt ca. 430 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Schwerpunkte der deutsch-kambodschanischen Entwicklungszusammenarbeit sind die ländliche Entwicklung und der Aufbau des Gesundheitswesens. Darüber hinaus werden Vorhaben in der Querschnittsthematik "Gute Regierungsführung" (good governance), Menschenrechte und Demokratieförderung durchgeführt (z.B. Förderung der Frauenrechte, Dezentralisierung und Verwaltungsreform, Aufbau des Rechnungshofs). Die deutschen Programme werden überwiegend von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchgeführt. Die deutsche staatliche Entwicklungszusammenarbeit zeichnet sich durch langfristiges Engagement, nachhaltige Beiträge zum Aufbau leistungsfähiger Institutionen und große Nähe zu den kambodschanischen Partnern aus. Hinzu kommen Projekte nicht-staatlicher Träger wie z.B. der Evangelischen und Katholischen Kirche (Brot für die Welt, Misereor), Deutsche Welthungerhilfe, Johanniter sowie der deutschen politischen Stiftungen. Ergänzt werden diese Bemühungen durch großes Engagement privater Förderer.

Für den Zweijahreszeitraum 2017/2018 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Neuzusagen in Höhe von rund 36,8 Millionen Euro getätigt. Zusätzlich engagiert sich Deutschland in Kambodscha seit 1997 mit jährlich rund eine Million Euro im Bereich der humanitären Minenräumung, da Kambodscha weiterhin eines der am stärksten mit Landminen sowie Blindgängern belasteten Länder der Welt ist.


Kulturbeziehungen

Schwerpunkte der deutschen Kulturpolitik in Kambodscha sind die Mitwirkung am Erhalt des kulturellen Erbes Kambodschas, die Entwicklung des Hochschul- und Bildungswesens, die Vorstellung deutscher Kultur einschließlich der Förderung der deutschen Sprache in Kambodscha.

Das Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften der Fachhochschule Köln leistet – unterstützt durch Fördermittel des Auswärtigen Amtes – im Rahmen des "German-Apsara-Conservation-Project" (GACP) seit nunmehr 20 Jahren  einen wesentlichen, international anerkannten Beitrag zum Erhalt der weltberühmten Tempelanlagen von Angkor. Dieser umfasst u.a. die Restaurierung der Apsara-Reliefs am Tempel Angkor Wat sowie ein Notsicherungsprogramm zur Erhaltung der Natursteinreliefs an anderen Tempeln in Angkor.

Im August 2016 wurden dem Ehepaar Prof. Dr. Hans Leisen und Frau Dr. Esther von Plehwe-Leisen das Verdienstkreuz 1. Klasse für deren langjähriges Engagement in Bezug auf Konservierungsarbeiten von Weltkulturerbestätten, insbesondere an den Tempelanlagen von Angkor, verliehen.

In Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Kulturministerium und mit Archäologen des Memot-Centres in Phnom Penh werden in dem Dorf Prohear in der Provinz Prey Veng seit 2008 Ausgrabungen im Gräberfeld Prohear unter Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) durchgeführt. Von 2013 bis Ende 2016 hat die German-Cambodian Conservation School in Phnom PenhRestaurierungslehrgänge für Teilnehmer aus der ganzen Region durchgeführt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den Hochschulsektor durch die Entsendung eines deutschen Langzeitdozenten nach Kambodscha sowie die Vergabe von Kurz- und Langzeitstipendien an kambodschanische Studierende. Im Jahr 2002 wurde mit Unterstützung des DAAD und der Konrad-Adenauer-Stiftung der Studiengang "Medien- und Kommunikations-wissenschaften" an der Royal University of Phnom Penh neu eingerichtet. Jedes Jahr ermöglichteder DAAD deutschen Stipendiaten - vom Studierenden bis zum Hochschullehrer - einen Aufenthalt in Kambodscha;  Kambodschanern wurden Studium, Lehre und Forschung in Deutschland ermöglicht. Die Kambodschanisch-Deutsche Kulturgesellschaft e.V. ist sowohl in Deutschland wie Kambodscha registriert. Zur ihr gehören das 2007 gegründete Meta-House, die Art+Foundation und das Sprachlernzentrum. Seit Mitte 2016 hat diese den Status eines Goethezentrums inne.

Die Kulturgesellschaft verfügt über Memoranda of Understanding zur Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Erziehungs- und Kulturministerium. Die Kulturgesellschaft hat bereits bisher –teils mit Unterstützung des Goethe-Instituts, ein vielfältiges Programm des kulturellen Austausches durchgeführt (u.a. Film, Musik, Kunst). Das jährlich im Herbst stattfindende Internationale Musikfestival in Phnom Penh wird regelmäßig von deutscher Seite organisiert und unterstützt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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