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Kambodscha

Beziehungen zwischen Kambodscha und Deutschland

Stand: September 2015

Politische Beziehungen

Nachdem die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kambodscha 1969 unterbrochen worden waren, nahm die Bundesrepublik Deutschland 1992 erneut offizielle Beziehungen zum Obersten Nationalrat (ONR) Kambodschas auf. Die deutsche Vertretung beim ONR wurde nach den Wahlen 1993 und der Wiedererrichtung des Königreichs Kambodscha in eine diplomatische Vertretung umgewandelt.

Kambodscha und die DDR unterhielten von 1969 bis 1975 und von 1979 bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten diplomatische Beziehungen.

Deutschland unterstützt Kambodscha aktiv in seinem Entwicklungs- und Demokratisierungsprozess. Tragende Säule der bilateralen Beziehungen ist die umfangreiche Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem finanziert Deutschland seit vielen Jahren ein Programm zum Minenräumen, trägt zur Erhaltung der Tempel von Angkor bei und unterstützt zudem die Arbeit des Rote-Khmer-Kriegsverbrechertribunals.


Wirtschaftsbeziehungen

Im Jahr 2014 importierte Deutschland aus Kambodscha Waren – hauptsächlich Bekleidung und Schuhe – im Gesamtwert von rund  955,9 Millionen Euro. Bekannte deutsche Abnehmer von Textilien und Schuhen sind Adidas, Puma, Deichmann, C&A, Aldi, Lidl und Tchibo. Damit stieg der Wert der importierten Güter im Vergleich zum Vorjahr um 119,8 Millionen Euro oder 14,3 Prozent. Im Jahr 2013 rangierte Deutschland  hinter den USA, der Volksrepublik China, Singapur und dem Vereinigten Königreich auf  Platz 5 der weltweit größten Absatzmärkte für kambodschanische Waren.

Deutschland exportierte 2014 Waren im Wert von 72,89 Millionen Euro nach Kambodscha. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Exportvolumen damit um 28,9 Prozent. Gemessen am Umsatz aus Ein- und Ausfuhr rangierte Kambodscha auf Platz 76 der Handelspartner Deutschlands für das Jahr 2014.

Die in Kambodscha ansässigen deutschen Geschäftsleute haben sich im "Arbeitskreis Deutsche Wirtschaft" (ADW) zusammengeschlossen, der als Anlaufstelle für deutsche Geschäftsinteressenten dient und aktive Hilfestellung leistet. Im Juni 2011 wurde die europäische Handelskammer "European Chamber of Commerce in Cambodia" (EUROCHAM) in Phnom Penh eröffnet, die vom ADW zusammen mit der französischen "Chambre de Commerce Franco-Cambodgienne" (CCFC) und der "British Business Association in Cambodia" (BBAC) gegründet wurde.

Die Anzahl der einreisenden Deutschen ist von 81.651 im Jahr 2013 auf 84.143 im Jahr 2014 angestiegen, was knapp 2 Prozent der ausländischen Besucher in Kambodscha entspricht. Deutsche nehmen damit  hinter Besuchern u.a. aus Ost- und Südostasien, USA, Frankreich und Australien einen weit abgeschlagenen Platz ein.

Am 14. April 2002 trat das bilaterale Investitionsförderungs- und Investitionsschutzabkommen zwischen Deutschland und Kambodscha in Kraft. Das Abkommen hat unter anderem den Schutz vor entschädigungsloser Enteignung und den Schutz des freien Devisentransfers zum Inhalt.


Entwicklungszusammenarbeit

Kambodscha ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Südostasien. Deutschland gehört zu den wichtigsten bilateralen Gebern (Platz Vier nach Japan, China und den USA). Die Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands orientiert sich an der kambodschanischen Entwicklungsstrategie („Rectangular Strategy“) und leistet einen mit anderen Entwicklungspartnern abgestimmten Beitrag zu den kambodschanischen Millennium-Entwicklungszielen. Diese werden aus den globalen Zielsetzungen der Vereinten Nationen abgeleitet. Bislang wurden Kambodscha im Rahmen der bilateralen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit von Deutschland seit 1993 insgesamt 358.77 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Schwerpunkte der deutsch-kambodschanischen Entwicklungszusammenarbeit sind die ländliche Entwicklung und der Aufbau des Gesundheitswesens. Darüber hinaus werden Vorhaben in der Querschnittsthematik "Gute Regierungsführung" (good governance), Menschenrechte und Demokratieförderung durchgeführt (z.B. Förderung der Frauenrechte, Dezentralisierung und Verwaltungsreform, Aufbau des Rechnungshofs). Die deutschen Programme werden überwiegend von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchgeführt. Die deutsche staatliche Entwicklungszusammenarbeit zeichnet sich durch langfristiges Engagement, nachhaltige Beiträge zum Aufbau leistungsfähiger Institutionen und große Nähe zu den kambodschanischen Partnern aus. Hinzu kommen Projekte nicht-staatlicher Träger wie z.B. der Evangelischen und Katholischen Kirche (Brot für die Welt, Misereor), Deutsche Welthungerhilfe, Malteser International sowie der deutschen politischen Stiftungen. Ergänzt werden diese Bemühungen durch großes Engagement privater Förderer.

Für den Zweijahreszeitraum 2013/2014 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Neuzusagen in Höhe von rund 47 Millionen Euro gegeben. Zusätzlich engagiert sich Deutschland in Kambodscha seit 1997 mit jährlich rund eine Million Euro im Bereich der humanitären Minenräumung, da Kambodscha weiterhin eines der am stärksten mit Landminen sowie Blindgängern belasteten Länder der Welt ist.


Kulturbeziehungen

Schwerpunkte der deutschen Kulturpolitik in Kambodscha sind die Mitwirkung am Erhalt des kulturellen Erbes Kambodschas, die Entwicklung des Hochschul- und Bildungswesens, die Vorstellung deutscher Kultur einschließlich der Förderung der deutschen Sprache in Kambodscha.

Das Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften der Fachhochschule Köln leistet – unterstützt durch Fördermittel des Auswärtigen Amtes – im Rahmen des "German-Apsara-Conservation-Project" (GACP) seit mehreren Jahren einen wesentlichen, international anerkannten Beitrag zum Erhalt der weltberühmten Tempelanlagen von Angkor. Dieser umfasst u.a. die Restaurierung der Apsara-Reliefs am Tempel Angkor Wat sowie ein Notsicherungsprogramm zur Erhaltung der Natursteinreliefs an anderen Tempeln in Angkor. Die Restaurierungsarbeiten am Tempel Preah Ko sind abgeschlossen.

In Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Kulturministerium und mit Archäologen des Memot-Centres in Phnom Penh werden in dem Dorf Prohear in der Provinz Prey Veng seit 2008 Ausgrabungen im Gräberfeld Prohear unter Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) durchgeführt. 2013 hat die German-Cambodian Conservation School in Phnom Penh eine Restaurierungswerkstatt für den gesamten südostasiatischen Raum eröffnet. Die Anzahl der Bewerber steigt stetig.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den Hochschulsektor durch die Entsendung eines deutschen Langzeitdozenten nach Kambodscha sowie die Vergabe von Kurz- und Langzeitstipendien an kambodschanische Studierende. Im Jahr 2002 wurde mit Unterstützung des DAAD und der Konrad-Adenauer-Stiftung der Studiengang "Medien- und Kommunikations-wissenschaften" an der Royal University of Phnom Penh neu eingerichtet. 2014 ermöglichte der DAAD 36 deutschen Stipendiaten - vom Studierenden bis zum Hochschullehrer - einen Aufenthalt in Kambodscha; 37 Kambodschanern wurden Studium, Lehre und Forschung in Deutschland ermöglicht. In Phnom Penh wird eine wachsende Zahl an Konzerten und Ausstellungen deutscher Künstler sowie Vorführungen deutscher Filme - zum Teil unterstützt durch das Goethe Institut - organisiert. Auf dem jährlich im Herbst stattfindenden Internationalen Musikfestival treten regelmäßig auch deutsche Künstler auf. Die seit Anfang 2007 bestehenden Kultureinrichtungen "Art Plus Foundation" und "Meta House" werden von der Deutschen Botschaft und dem Goethe Institut bei der Veranstaltung deutscher Kulturprogramme unterstützt.

Auch die 2012 in Berlin gegründete "Kambodschanisch-Deutsche Kulturgesellschaft" (KDKG e.V.) trägt zur Unterstützung der Einrichtungen bei. Die Art Plus Foundation, das Meta House und die Sprachmittlerin des Goethe-Instituts befinden sich seit Juni 2010 im Deutsch-Kambodschanischen Kulturzentrum unter einem Dach.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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