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Kambodscha

Außenpolitik

Stand: Oktober 2017

Grundlinien der Außenpolitik

Nach der langjährigen Isolierung, die Kambodscha als Folge der PolPotHerrschaft (1975 - 1979) und den Jahren der Abhängigkeit von Vietnam (1979 - 1991) erfahren hatte, gelang dem Land seit der Unterzeichnung der Pariser Friedensübereinkommen 1991 mit der Erreichung von drei wichtigen außenpolitischen Zielen die erfolgreiche Reintegration in die internationale Gemeinschaft. Im Moment unterhält Kambodscha diplomatische Beziehungen mit 157 Nationen.

1993 konnte es seinen Sitz in den Vereinten Nationen (VN) wieder einnehmen, wurde am 30. April 1999 in die Gemeinschaft der südostasiatischen Staaten (Association of Southeast Asian Nations ASEAN) aufgenommen und ist seit Oktober 2004 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO). Kambodscha beteiligte sich 2006 erstmals an einer Friedensmission der VN durch Entsendung einer Spezialeinheit zur Minenräumung in den Sudan.


Beziehungen zu den Staaten der Region

Im Mai 2009 war Kambodscha erstmals Gastgeber eines EU- ASEAN- Außenministertreffens, das als großer außenpolitischer Erfolg gewertet werden kann. Demgegenüber wurde Kambodschas Rolle als Vorsitzland während des ASEAN-Gipfels 2012 wegen seiner Haltung in der Frage der chinesischen Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer vielfach kritisiert. Kambodscha gilt als Vertreter der chinesischen Haltung und hat in letzter Zeit insbesondere zur Frage des südchinesischen Meers (SCM) Sprachregelungen von ASEAN verwässert oder verhindert.

Die Beziehungen zu Japan, Süd-Korea und China genießen mit Blick auf deren Infrastrukturleistungen und Investitionen in Kambodscha hohe Priorität, wobei China aufgrund seiner finanziellen Unterstützung des Landes inzwischen eine Führungsrolle einnimmt, während Japan nach wie vor ein wichtiger  bilateraler Partner in der Entwicklungszusammenarbeit auf Zuschussbasis ist. Mit den beiden größten Nachbarn, Thailand und Vietnam, verbinden Kambodscha wichtige Handelsbeziehungen; 2011 kam es zu einem bewaffneten Grenzkonflikt mit Thailand um den Tempel Preah Vihear im Norden des Landes. Nachdem der Internationale Gerichtshof in Den Haag die Tempelanlagen Kambodscha zugesprochen hat, hat sich der unmittelbare Konflikt trotz weiterer Grenzstreitigkeiten im Zugangsgebiet des Tempels gelegt.


Beziehungen zu weiteren Staaten

Die Beziehungen zu ausgewählten westlichen Staaten basieren v.a. auf der Entwicklungszusammenarbeit (EU, USA, Australien, Japan, Deutschland, Frankreich und Schweden als wichtigste Geber). Gleichzeitig nimmt aber auch die Bedeutung der Handelsbeziehungen zu (ca. 80% aller Textilexporte gehen bereits nach Europa und Nordamerika).

Mit Frankreich, der ehemaligen Kolonialmacht, verbindet Kambodscha die gemeinsame Mitgliedschaft in der "Francophonie".

Kambodscha ist am Dialogforum Asia Europe Meeting (ASEM), das dem multilateralen Austausch zwischen Europa und Asien in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Bildung, Kultur, Umwelt- und Klimaschutz dient, beteiligt.

Seit 2008 bemüht sich das Land verstärkt um den Ausbau von Beziehungen zu den Golfstaaten Kuwait, Katar und den Vereinigte Arabischen Emiraten, von deren Staatsfonds man sich ebenfalls Investitionen erhofft. Mit Australien hat Kambodscha im September 2014 ein Abkommen über die Umsiedlung von Flüchtlingen von der Insel Nauru nach Kambodscha geschlossen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Kambodscha ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der ländlichen Entwicklung, der Aufbau des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung (Good Governance) sind die wichtigsten Themen dieser Partnerschaft. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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