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Japan

Kultur, Medien, Bildung, Wissenschaft

Stand: November 2016

Kultur

Kultur hat einen hohen Stellenwert in Japan, und es gibt insbesondere in den Großstädten ein sehr breites kulturelles Angebot.

Vor allem die Hauptstadt Tokyo bietet eine große Vielfalt von Unterhaltungsmöglichkeiten in allen Sparten und das kulturelle Leben der Stadt erweist sich als sehr rege. Tokyo gehört zu den großen Musikzentren der Welt. Es bietet zahlreiche Konzerte japanischer Orchester und Solisten, vor allem aber auch Darbietungen erstklassiger ausländischer Orchester und Solisten an. Deutsche Musik-Ensembles sind häufig Gäste in japanischen Konzertsälen. Auch große Opernhäuser wie z.B. aus Berlin oder München, sind regelmäßig zu Gast in Tokyo. Es gibt japanische Opernaufführungen in der Original- oder Landessprache. Das Theater bietet die klassischen japanischen Formen Kabuki, Noh und Bunraku (Puppenspiel). Daneben gibt es auch modernes Theater. Sowohl traditionelles wie modernes Theater setzen ausreichende Japanisch-Kenntnisse voraus; einige Kabuki-Theater bieten Erklärungen in Englisch mit Hilfe von Kopfhörern an. Erwähnenswert sind die vielen guten Museen in Tokyo (auch für westliche Kunst) sowie die zahlreichen hervorragenden Kunstausstellungen. Gerade gute Ausstellungen sind allerdings oft stark überlaufen. Kinos zeigen zahlreiche amerikanische und europäische Filme in der Originalfassung mit japanischen Untertiteln. Die japanische Populärkultur ist vor allem durch Manga, Anime und J-Pop bekannt und hat eine wachsende Fangemeinde im asiatischen und westlichen Ausland.

Die japanische Kulturpolitik nahm in den vergangenen Jahren deutlichere Konturen an und erhielt eine ausgeprägte außenpolitische Komponente, die sich unter dem Schlagwort „Cool Japan“ die im Ausland beliebten Elemente japanischer Kultur zunutze macht. Die Japan Foundation als offizielle Mittlerorganisation wurde mit einem Status größerer Regierungsunabhängigkeit versehen. Wesentliche Ziele sind ein verstärkter akademischer Austausch und die Förderung des Japanisch-Unterrichtes für Ausländer. Hier ist besonders ein Programm zur Entsendung von 3000 Sprachlehrern über 7 Jahre in die ASEAN-Staaten durch die Japan Foundation zu erwähnen. Besonderer Fokus liegt momentan ebenfalls auf den kulturellen Veranstaltungen, die ab 2016 auf die Olympischen Spiele 2020 hinführen sollen.

Einen regionalen Schwerpunkt bilden die asiatischen Nachbarländer. Am stärksten ist nach wie vor der kulturelle Austausch mit den USA, neuerdings gefolgt von Indonesien, Südkorea und der Volksrepublik China. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien teilen sich in der Europäischen Union die vordersten Ränge als Partner der japanischen auswärtigen Kulturpolitik.


Bildung

Es besteht ein eingliedriges Bildungssystem aus sechsjähriger Grundschule, dreijähriger Mittel- und dreijähriger Oberschule. Die Schulpflicht umfasst Grund- und Mittelschule. Ungefähr 96% aller Japaner eines Jahrgangs gehen auf eine Oberschule.

2015 gab es 779 Universitäten in Japan, etwa drei Viertel davon private Universitäten. Das Studium an einer japanischen Universität gliedert sich in die Abschnitte a) Bachelor (4 Jahre), b) Master (+ 2 Jahre) und c) Doktorat (+ 3 Jahre). Das Akademische Hochschuljahr ist aufgeteilt in zwei Semester: April bis September und Oktober bis März. Studiengebühren in Japan variieren seit einer Neuorganisation der Universitäten sehr stark, liegen aber im Durchschnitt deutlich unter den Studiengebühren amerikanischer Universitäten. Um die Studienplätze an angesehenen Hochschulen besteht ein harter Wettbewerb. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Initiativen gestartet um den internationalen Austausch der japanischen Hochschulen zu erhöhen und das Abschneiden der Hochschule in internationalen Rankings zu verbessern. Der akademische Austausch mit Deutschland wird von einem Büro des DAAD in Tokyo unterstützt. Die berufliche Bildung erfolgt an technisch-handwerklichen Oberschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft.


Medien

In Japan erscheinen täglich 117 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 55,1Millionen Exemplaren. Die Verteilungsrate bleibt mit 436 Exemplaren pro 1.000 Einwohner weltweit unerreicht.

Neben der öffentlich-rechtlichen Nippon Hoso Kyokai (NHK), der zweitgrößten Rundfunkgesellschaft der Welt, existieren ca. 206 private und kommerzielle Rundfunk- und Fernsehstationen. Junge Japaner nutzen fast alle die mobilen Medien und das Internet. Das meistgenutze Netzwerk dabei ist Facebook.

Die starke Durchdringung der japanischen Gesellschaft durch die Medien und ihr Einfluss auf öffentliche Meinung, Bewusstsein und Konsum- und Freizeitverhalten machen aus Japan die Medien- und Informationsgesellschaft schlechthin.

Die großen japanischen Medien berichten meist objektiv und detailliert und verstehen sich als tragende Säule von Staat und Gesellschaft, weniger als vierte Gewalt. Die so genannten Presseclubs, die von Regierungsstellen, Verbänden und wichtigen Wirtschaftsunternehmen unterhalten werden, schaffen eine größere Interessengemeinschaft zwischen den großen Medien einerseits und Staat und Wirtschaft andererseits, als dies in Deutschland denkbar wäre.


Wissenschaft und Technologie

Wissenschaft, Forschung und Technologie genießen in Japan große Aufmerksamkeit. Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (öffentliche Hand und Privatsektor) lagen im Haushaltsjahr 2014 (Beginn des Haushaltsjahres am 1. April) nach Angaben des japanischen Statistikamtes bei rund 18,97 Billionen Yen (eine Steigerung von 4,6% zum Vorjahr) und erreichten hiermit eine Quote von 3,87% für den Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben bezogen auf das japanische Bruttoinlandsprodukt. Dies ist im internationalen Vergleich ein Spitzenwert.

2015 wurden laut WIPO rund 2.039 Patente pro 1 Mio. Einwohner aus Japan registriert, womit Japan gemeinsam mit der Schweiz und Südkorea zur Weltspitze gehört. 2012 wurden der japanische Medizinforscher Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto (gemeinsam mit dem Briten John Gurdon) für die bahnbrechende Entdeckung der Rückprogrammierbarkeit reifer Zellen in pluripotente Stammzellen (sogenannte iPS-Zellen) mit dem Nobelpreis für Medizin sowie 2014 die Materialforscher Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shiji Nakamura für die Entwicklung blaues Licht emittierender Dioden, die helle und energiesparende Lichtquellen ermöglichen (weißes LED-Licht), mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet, 2015 erhielt Satoshi Omura (zusammen mit dem Iren William C. Campbell) den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung einer Therapie gegen durch Fedenwürmer ausgelöste Infektionskrankheiten, Takaaki Kajita und der Kanadier Arthur B. McDonald wurden für den Nachweis, dass Neutrinos eine Masse besitzen, mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. 2016 erhielt Yoshinori Ohsumi für seine Verdienste um die Zellforschung den Medizinnobelpreis: Damit stieg die Zahl japanischer Nobelpreisträger in den Naturwissenschaften und der Medizin auf insgesamt 23 an.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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