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Wirtschaft
Stand: März 2012
Wirtschafts- und Finanzpolitik
Island ist die kleinste Volkswirtschaft in der OECD mit einem BIP von 10,1 Milliarden Euro (2011), liegt aber im BIP Pro-Kopf mit ca. 31.750 € in der höheren Kategorie (2010 OECD Statistik in USD Island hinter Deutschland und knapp vor Großbritannien). Sektoral tragen Dienstleistungen zwei Drittel, Industrie ein Fünftel und Fischerei ein Zehntel zum BIP bei. Das Land ist besonders reich an Meeres- und Energieressourcen.
Der Fischereisektor, historisch das Rückgrat der isländischen Wirtschaft, verlor in den vergangenen Jahrzehnten gegenüber den Industrie- und Dienstleistungssektoren erheblich an Bedeutung. Energiewirtschaft und energieintensive Industrien, vor allem Aluminiumherstellung mit preisgünstigem Strom aus Hydro- oder Geothermiekraftwerken, wurden ausgebaut. Die Gebäudeheizung wird heute zu 90 Prozent geothermisch betrieben. Die Stromerzeugung (75 Prozent Wasserkraft, 25 Prozent Geothermie) soll künftig weiter stark expandieren, da das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Hierfür ist ein Energie-Masterplan in Arbeit.
Weitere wichtige Industriezweige sind Maschinen- und Ausrüstungen für die Lebensmittelindustrie, IT/Software sowie medizinische und pharmazeutische Produkte. Einer der am schnellsten gewachsenen Wirtschaftszweige und inzwischen drittgrößter Devisenbringer Islands ist der Tourismus (Anstieg der ausländischen Besucherzahlen 2011 auf fast 570.000).
Nach einem beispiellosen, von der Finanzwirtschaft getriebenen Boom bis 2008 stellte die Finanzkrise Island vor die größte Herausforderung in seiner jüngeren Geschichte: Wiederaufbau des Bankensystems, Begrenzung der Auslandsverschuldung und Stabilisierung der Währung, Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, Kontrolle von Inflation und Arbeitslosigkeit, Überwindung der scharfen Rezession, Lösung der Verschuldungsprobleme von Privathaushalten und Unternehmen.
Die Regierung ging dies mit einem umfassenden Stabilisierungs- und Reformprogramm an, unterstützt durch den IWF (Beistandskredit 2,1 Milliarden US-Dollar) und bilaterale Partner. Der IWF beendete sein Programm planmäßig (August 2011) und bescheinigte Island gute Fortschritte. Die makroökonomischen Daten haben sich verbessert. 2011 wuchs die isländische Wirtschaft (BIP) zum ersten Mal nach der Wirtschafts- und Finanzkrise real um 3,1 Prozent (2009: -6,8%, 2010: -4%). Die Arbeitslosigkeit sank auf rund 7 Prozent. Im Juni 2011 kehrte Island erstmals an den internationalen Kapitalmarkt zurück (Staatsanleihe 1 Mrd. USD). Die isländische Krone ist weiterhin durch Kapitalverkehrskontrollen geschützt, deren schrittweise Lockerung bis Ende 2013 geplant ist.
Außenwirtschaft
Die außenwirtschaftliche Verflechtung Islands ist hoch: Exporte von Gütern und Dienstleistungen machten 2011 58 Prozent des BIP aus, Importe 50 Prozent. Bei den Exporten dominieren Dienstleistungen , Industrieprodukte (hauptsächlich Aluminium, Medizin-und Pharmaprodukte) und Fischereiprodukte, bei den Importen Konsumgüter, Kapitalgüter und Dienstleistungen.
Die EU steht für Islands Außenhandel an oberster Stelle: rund vier Fünftel der isländischen Exporte gehen in EU-Staaten und von dort kommen mehr als die Hälfte seiner Importe. Die Niederlande waren 2010 größter Abnehmer isländischer Exporte (34 Prozent; Hinweis des isländischen Statistikamts: Wert für die Niederlande überhöht durch Eingangshafeneffekt, sogenannter Rotterdam-Effekt) , gefolgt von Deutschland (14 Prozent) und Großbritannien (10 Prozent).
Größte Lieferanten isländischer Importe waren Norwegen (9 Prozent), gefolgt von Brasilien 8,7 Prozent, den Niederlanden (8,5 Prozent), USA (7,9 Prozent) und Deutschland (7,5 Prozent). Die Niederlande waren gemessen am bilateralen Handelsvolumen der wichtigste Partner, gefolgt von Deutschland, Großbritannien und Norwegen.
Umwelt
Island wurde 2010 beim World Economic Forum der beste Environmental Performance Index (Universitäten Yale/Columbia) unter 163 Ländern zuerkannt. Island nimmt im Rahmen des EWR an der EU-Umweltpolitik und am EU-Emissionshandelssystem teil. In der Nutzung regenerativer Energiequellen steht es weltweit an der Spitze: War die Energiewirtschaft in den 1960er Jahren noch zu zwei Dritteln von fossilen Energiequellen abhängig, so wird heute Strom vollständig und Primärenergie zu über vier Fünfteln aus Wasserkraft und Geothermie gewonnen.
Mehr zu Wirtschaft und Finanzen (englisch)
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Externer Link, öffnet in neuem FensterOECD Economic Survey Iceland 2011
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Wirtschaftsdatenblatt
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
