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Irland

Wirtschaft

Stand: Mai 2016

Wirtschaftslage

Irlands für ausländische Investoren offene und exportorientierte Volkswirtschaft hat von der Globalisierung außerordentlich profitiert. Auf einen langen Aufschwung seit den 90er Jahren mit hohen Wachstumsraten, steil wachsendem Pro-Kopf-Einkommen und starkem Rückgang der Arbeitslosigkeit folgte ab 2008 ein tiefer Einbruch, der mehrere Jahre andauerte. Inzwischen ist dieser Einbruch überwunden und Irland verzeichnet wieder gute Wachstumszahlen (+5,2% für 2014, +7,8% für 2015 und für 2016 +4,9% prognostiziert – Quelle: Eurostat), die jedoch wegen der beschränkten Größe der irischen Wirtschaft und dem Einfluss zahlreicher Sonderfaktoren nur eingeschränkt mit denen anderer Länder vergleichbar sind. Auslöser des Einbruchs war die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sowie in Irland ein überdimensionierter Banken- und Bausektor im Zusammenwirken mit Immobilien- und Kreditblasen.

Im Zuge der  Immobilien- und Bankenkrise ab September 2008 musste  die Regierung . über 60 Mrd. Euro  für die Rettung und Abwicklung von Banken aufbringen, wobei offen ist, wieviel dieser Summe letztendlich abgeschrieben werden muss. Eine „National Assets Management Agency“ (NAMA) hat den Großteil notleidender Kredite von den Banken übernommen. Irland musste wegen der Bankenrettung, zusammenbrechender Staatseinnahmen und wachsenden Sozialausgaben zwischenzeitlich unter den „Rettungsschirm“ eines EU/IWF-Programms schlüpfen, konnte dieses Programm jedoch bereits Ende 2013 wieder verlassen.

Der in den Boomzeiten kräftige Zustrom ausländischer Arbeitskräfte, insbesondere aus Polen und den baltischen Staaten, versiegte; in der Krise kam es verstärkt zu Rückwanderungen und zur Emigration irischer Fachkräfte. Die Arbeitslosenrate stieg bis auf 14,7% (2012), die inzwischen jedoch wieder auf 7,8% (Mai 2016, Quelle: Central Statistics Office) reduziert werden konnte, den tiefsten Stand seit Oktober 2008.


Wirtschaftssektoren

Verteilung: Dienstleistungen (41 Prozent), Industrie (26 Prozent), Verkehr und Kommunikation (24 Prozent), Fischerei, Land- und Forstwirtschaft (2 Prozent).


Ausländische Direktinvestitionen und Wettbewerbsfähigkeit

Irland ist weiterhin ein attraktiver Standort für ausländische Direktinvestoren, die von Irland aus exportieren. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Kommunikationsindustrie, Software- und Pharmaprodukte sowie Medizinindustrie.

Die USA sind mit Abstand der bedeutendste ausländische Direktinvestor mit rund 140.000 durch amerikanische Unternehmen geschaffenen Arbeitsplätzen und Direktinvestitionen in Höhe von insgesamt 310,6 Mrd. USD bis Ende 2014 (Quelle: US Bureau of Economic Analysis).

Irlands Exportsektor, zu dem auch heimische Unternehmen vor allem im Agrar- und Nahrungsmittelsektor zählen, ist international wettbewerbsfähig. Zu den attraktiven Rahmenbedingungen gehören eine gute Infrastruktur, ein vor allem im universitären Bereich leistungsfähiges Bildungswesen attraktive Lebensbedingungen, die englische Sprache, der EU-Binnenmarktzugang und ein attraktives System der Unternehmensbesteuerung, wegen dem das Land in die internationale Kritik geraten ist. An dem niedrigen Unternehmenssteuersatz von 12,5% will Irland allerdings festhalten. Anfang 2016 ist ein Gesetz in Kraft getreten, wonach für Gewinne aus Patenten und ähnlichen immateriellen Gütern die Steuerbelastung sogar auf 6,25% halbiert wird, wenn diese in Irland entwickelt wurden.


Handel

Die irische Wirtschaft ist stark exportorientiert (die Exportquote lag 2013 bei 106,7% und 2014 bei 113,7% des BIP – Quelle: Weltbank). Exportüberschüsse werden vor allem von ausländischen Unternehmen in den Bereichen Chemie/Pharmazie, Software, Elektronik, Dienstleistungen sowie von in- und ausländischen Unternehmen im Nahrungsmittelbereich erzielt.

Deutschland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Irlands (Platz 3 bei den Importen Irlands im Jahr 2015 mit einem Anteil von  ca. 9,3% und Platz 4 mit einem Anteil von 6,6% der irischen Exporte – Quelle: Germany Trade & Invest). Die deutschen Exporte nach Irland erreichten 2015 ein Volumen von ca. 5,8 Mrd. € (Platz 36 der Zielländer) und die Importe aus Irland ein Volumen von ca. 11 Mrd.€ (Platz 21 der Herkunftsländer) (Quelle: Statistisches Bundesamt).


Staatsverschuldung

Durch weit überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum und damit verbundene hohe Steuereinnahmen konnte die Staatsverschuldung von 1990 bis 2007 von 95% des Bruttoinlandsprodukts auf 25% gesenkt werden. Im Zuge der Krise stieg sie jedoch wieder stark an und lag 2014 bei 110,5% (Quelle: Department of Finance – Monthly Economic Bulletin). Geplant ist ein kontinuierlicher Abbau über die nächsten Jahre. 2015 wurde bereits ein Prozentanteil von 93,8% erreicht und für 2016 ist ein Prozentanteil von 88,2% avisiert. Ebenfalls bereits gesenkt werden konnte das Haushaltsdefizit, das 2011 bei über 13% und 2015 nur noch bei 2,3% lag. Die Regierung strebt eine Rückführung des Defizits auf 1,2% 2016 und 0,8% 2017 an (Quelle: Department of Finance. Monthly Economic Bulletin).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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