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Beziehungen zu Deutschland
Stand: November 2011
Politische Beziehungen
Deutschland und Irak verbinden enge freundschaftliche Beziehungen, die bis weit vor die Gründung des modernen irakischen Staates reichen. Seit dem Regime-Wechsel im Jahre 2003 sind die Beziehungen immer intensiver geworden und bauen inzwischen auf zahlreichen hochrangigen gegenseitigen Besuchen auf. Iraks Außenminister Hoschiar Zebari im Jahr 2009: „Deutschlands Unterstützung für Irak ist sehr wichtig.“
Mit der Akkreditierung von Botschaftern in Bagdad und Berlin am 24. und 28. August 2004 wurden die vollen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Irak wieder hergestellt. Seit dem Golfkrieg 1990/91 und während der zivilen Übergangsverwaltung hatten eingeschränkte diplomatische Beziehungen bestanden. In Erbil unterhält Deutschland seit Anfang 2009 ein Generalkonsulat. Derzeit leben etwa 84.000 Iraker in Deutschland. Mehrere Tausend ehemalige Exil-Iraker sind seit 2003 nach Irak zurückgekehrt.
Unterstützung beim Wiederaufbau und Humanitäre Hilfe
Deutschland leistete in Irak unmittelbar nach Beginn des Krieges 2003 umfangreiche humanitäre Hilfe und unterstützt das Land seither beim politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprozess. Schwerpunkte sind Unterstützung beim Aufbau des Rechtsstaats (v.a. Justizbereich), Menschenrechte, (berufliche) Bildung, Kultur und die Reintegration von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen durch Wirtschafts- und Wiederaufbaumaßnahmen. Insgesamt wurden seit 2003 Unterstützungsleistungen von ca. 400 Mio. Euro erbracht. Darin waren der deutsche Anteil an den EU-Hilfen und multilaterale Beiträge Deutschlands (über Weltbank oder den IWF) eingeschlossen. Hinzu kommt ein Schuldenerlass von 4,7 Mrd. EUR im Rahmen des Pariser Clubs.
Wirtschaftsbeziehungen
Die traditionell engen Wirtschaftskontakte zwischen Deutschland und Irak können maßgeblich zum Wiederaufbau von Infrastruktur und wirtschaftlicher Grundversorgung beitragen - und haben insofern positive Auswirkungen auf die politische Stabilisierung des Landes. Darüber hinaus birgt der irakische Markt ein enormes Potential für die deutsche Wirtschaft. Ein besonderes Augenmerk legt die Bundesregierung auf die Reform des Berufsbildungssektors.
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Kulturelle Beziehungen
Deutschland und der Irak arbeiten im Kultur- und Bildungsbereich eng zusammen. Die Rahmenbedingungen für die kulturelle Arbeit im Irak sind jedoch - trotz der im Vergleich zu den Vorjahren verbesserten Sicherheitslage - immer noch sehr schlecht. Deutlich zu unterscheiden ist die Situation in den föderalen Regionen Kurdistan-Irak, da hier die vergleichsweise stabile Sicherheitslage Rahmenbedingungen für die Rückkehr zu einer "normalen" Kulturarbeit schafft.
Die Bundesregierung verstärkte ihr Engagement in den letzten Jahren deutlich und knüpft dabei an eine lange Tradition der kulturellen Zusammenarbeit mit dem Irak an, insbesondere bei der Hochschulzusammenarbeit in Form von Partnerschaften und Stipendienförderung des DAAD und dem Erhalt des kulturellen Erbes über Kooperation des Deutschen Archäologischen Instituts.
Das Goethe-Institut unterhält Dialogpunkte in Bagdad und Erbil.
Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ werden fünf Schulen gefördert, an denen Deutsch unterrichtet wird. Darunter die 2010 neu aufgenommene Deutsche Schule Erbil sowie vier weitere Schulen im nationalen Bildungssystem.
Mit der sich vorsichtig stabilisierenden Sicherheitslage lebt im Irak auch die Kunst- und Kulturszene langsam wieder auf.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
