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Indien

Beziehungen zwischen Indien und Deutschland

Stand: Oktober 2016

Politische Beziehungen

Indien zählte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den ersten Staaten, die die Bundesrepublik Deutschland diplomatisch anerkannten. Heute sieht Indien in Deutschland einen wichtigen Partner auf der Suche nach seiner neuen weltpolitischen und regionalen Rolle und vor allem für seine ambitionierten wirtschaftlichen Reformprogramme wie dem Ausbau der indischen Industrie. Grundlage der Beziehungen ist die "Agenda für die Deutsch-Indische Partnerschaft im 21. Jahrhundert" vom Mai 2000, die seither durch weitere gemeinsame Erklärungen fortgeschrieben wurde.

Der anhaltende beiderseitige Besucheraustausch gibt den Beziehungen starke Impulse. Besonders wichtig sind in diesem Kontext die Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen, zu denen die Kabinette beider Länder im Zweijahresrhythmus abwechselnd in Deutschland und Indien zusammenkommen. Deutschland ist das einzige Land, mit dem Indien dieses besondere Dialogformat pflegt. Zur ersten Runde dieser Konsultationen reiste Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mai 2011 nach New Delhi. 2013 lud Deutschland die indische Seite entsprechend nach Berlin ein. Die 3. bilateralen Regierungskonsultationen fanden am 5. Oktober 2015 in New Delhi statt, bei denen 18 bilaterale Vereinbarungen in Bereichen wie Energie, Wirtschaft, Berufsbildung, Kultur- und Wissenschaft, Sicherheit und Landwirtschaft getroffen wurden. Die Bundeskanzlerin wurde von insgesamt zwölf Bundesministern, Staatsministern und Staatssekretären begleitet.  Für die erste Jahreshälfte 2017 sind die nächsten Konsultationen geplant. Anlässlich der Hannover Messe und des Auftritts Indiens dort als Gastland hatte Premierminister Modi im April 2015 Deutschland besucht. 2016 waren der indische Eisenbahnminister Prabhu, Städtebauminister Naidu und Bildungsminister Vardhan zu Besuch in Deutschland; Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt besuchte Indien im Oktober 2016.


Wirtschaft

Deutschland ist Indiens wichtigster Handelspartner innerhalb der EU und (in absoluten Zahlen) sechstwichtigster Handelspartner im weltweiten Vergleich. Seit Beginn der indischen Reformpolitik 1991 hat das bilaterale Handelsvolumen rasant zugenommen.  Der bilaterale Handel zwischen Indien und Deutschland hat im Jahr 2015 zugelegt. Die deutschen Einfuhren sind im Vergleich zum Vorjahr um 7% angestiegen, die deutschen Ausfuhren nach Indien um 10%.

In der Rangfolge der deutschen Handelspartner steht Indien auf Platz 25, bei Einfuhren auf Platz 28 und bei Ausfuhren auf Platz 27. Umgekehrt steht Deutschland in Indien als Lieferant an 8. Stelle und als Abnehmer indischer Waren an 5. Stelle. Der Anteil der deutsch-indischen Handelsbeziehungen am deutschen Gesamthandelsvolumen beträgt jedoch  weniger als 1%. Der nach wie vor bestehende deutsche Handelsüberschuss von rund 2,2 Milliarden Euro (2015) basiert auf hoher indischer Nachfrage insbesondere nach deutschen Investitionsgütern (Maschinen, die etwa ein Drittel am Gesamtexport nach Indien ausmachen, sowie Elektrotechnologie, Metallwaren, Chemie, Automobile und Automobilteile).

Der Schwerpunkt indischer Exporte nach Deutschland liegt im Textilbereich, gefolgt von chemischen Erzeugnissen, Elektrotechnologie, Metallwaren, Leder und Nahrungsmitteln.

Zu den wichtigsten deutsch-indischen Wirtschaftsabkommen zählen:

  • Sozialversicherungsabkommen von 2009;
  • Doppelbesteuerungsabkommen, am 19.12.1996 in Kraft getreten;
  • Investitionsschutzabkommen, im Juli 1998 in Kraft getreten;
  • Handelsabkommen vom 31.03.1955;
  • Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung von 1971 und 1974.

Zu den 3. Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen im Oktober 2015 begleitete eine hochrangige Wirtschaftsdelegation die Bundeskanzlerin. Es wurden vier Absichtserklärungen unterzeichnet, in denen deutsche und indische Unternehmen ihre bilaterale Zusammenarbeit begründen.


Deutsche Direktinvestitionen

Deutschland zählt seit Jahrzehnten zu den zehn wichtigsten ausländischen Direktinvestoren in Indien und liegt dabei derzeit mit einer Höhe von über 8 Milliarden US-Dollar seit April 2000, auf Platz 7. Schwerpunktbereiche der Investitionen waren die Verkehrs-, Elektro- und Metallbranche. Über die letzten Jahre führte der Dienstleistungssektor mit einem Anteil von circa 26% (insbesondere Versicherungen), gefolgt von der Bauwirtschaft und der Automobilindustrie. Die neuen Direktinvestitionen im Finanzjahr 2015/16 aus Deutschland betrugen rund 986 Millionen US-Dollar (im Vorjahr: 1125 Millionen US-Dollar). Diese Zahl steht für unmittelbare Geldflüsse. Sie umfasst keine indirekten Investitionen und entspricht damit bei weitem nicht dem tatsächlichen Engagement deutscher Firmen.


Entwicklungszusammenarbeit

Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit Indien ist ein wichtiger Bestandteil der bilateralen Beziehungen. Indien ist "Globaler Entwicklungspartner" und hat eine Schlüsselrolle bei globalen Entwicklungsfragen, dem Schutz globaler Güter, dem Erreichen nachhaltiger Entwicklungsziele (SDG) sowie bei internationalen Prozessen (WTO-Doha-Runde, Klimaverhandlungen, Habitat III). Indien ist zudem ein Land extremer wirtschaftlicher und sozialer Gegensätze und hat weltweit die größte Zahl absolut armer Menschen: ungefähr 450 Millionen Menschen leben von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Auf der anderen Seite führt die rasante wirtschaftliche Entwicklung dazu, dass mehrere hundert Millionen Menschen in den letzten beiden Jahrzehnten der Armut entkommen konnten.  Gleichzeitig führen Industrialisierung und Urbanisierung auch zu gravierenden Umweltschäden. Indien ist inzwischen weltweit drittgrößter Emittent klimaschädlicher Gase.

Indien ist ein selbstbewusster Entwicklungspartner und weit entfernt von einer finanziellen ODA-Abhängigkeit (Official Development Assistance). Der ODA-Anteil am Bruttonational-einkommen beträgt lediglich 0,1%. Trotz weiterhin immenser Herausforderungen werden nur noch wenige Geber akzeptiert. Deutschland ist nach Japan der zweitgrößte bilaterale Geber und setzt fast alle Instrumente der entwicklungspolitischen Gestaltungmöglichkeiten ein. Unter anderem fördert die Entwicklungszusammenarbeit mit Indien auch privatwirtschaftliches Engagement, z.B. über die Deutsche Investitions- und Entwicklungsbank (DEG).

2016 wurde vereinbart, die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit auf folgende Schwerpunkte auszurichten:

  • Energie: Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Zugang zu Energie zur Armutsminderung;
  • Nachhaltige Stadtentwicklung: Verbesserung des städtischen und industriellen Umweltschutzes und der städtischen Infrastruktur, Klimaanpassung und Emissionsminderung, Verbesserung der Lebensbedingungen der armen Bevölkerung;
  • Umwelt- und Ressourcenschutz: Schutz der natürlichen Ressourcenbasis, Stärkung von Klimaanpassungskapazitäten sowie Steigerung der Produktivität und Einkommen in ländlichen Regionen. Dazu tragen auch die Maßnahmen der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ bei, in die Indien als erstes Land in Asien eingebettet ist.

Daneben unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit den Aufbau eines praxisorientierten (dualen) Berufsbildungssystems und leistet Anschub für innovative Ansätze z.B. in der Sozialpolitik oder bei der Förderung von „Start-Up-Unternehmen“.

Maßnahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit werden im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (Entwicklungsbank der KfW-Gruppe) durchgeführt und eng mit anderen Bundesressorts abgestimmt. Daneben fördert das BMZ Vorhaben der zivilgesellschaftlichen Kräfte wie politische Stiftungen, Kirchen und private Träger. Sowohl "Weltwärtsfreiwillige" als auch Senior Experten werden in Indien eingesetzt.

Der entwicklungspolitische Dialog wird auf Regierungsebene im Rahmen der jährlichen entwicklungspolitischen Regierungskonsultationen und Regierungsverhandlungen geführt.  Von 2012 bis 2015 konnten die Zusagen auf zuletzt 1,5 Mrd. Euro angehoben werden. Möglich ist das hohe Zusagevolumen durch die günstigen KfW-Refinanzierungsmöglichkeiten auf dem Kapitalmarkt, was eine stärkere Hebelung erlaubt.

Besonders zu erwähnen sind die beiderseitigen Übereinkommen im Rahmen der “Green Energy Corridors“, der Solarpartnerschaft und in der Beruflichen Bildung sowie das deutsche Engagement zur Unterstützung der „SMART-CITY-Initiative“ und der Ganges-Reinigung.


Bildung und Kultur

In Indien gibt es sechs Goethe-Institute, die unter dem Namen "Max Mueller Bhavan" - benannt nach dem deutschen Indologen Max Müller (1823-1900) - arbeiten. Die Institute leisten Programm-, Sprach- und Informationsarbeit in New Delhi, Kalkutta, Chennai, Bangalore, Mumbai und Pune. Das Institutsnetzwerk wird ergänzt durch fünf Goethe-Zentren in Ahmedabad, Chandigarh, Coimbatore, Hyderabad und Trivandrum. Neben der Veranstaltung und Organisation von Kulturprogrammen bildet die Spracharbeit einen wichtigen Schwerpunkt. Derzeit nehmen jährlich etwa 17.000 Personen an Deutschkursen der Goethe-Institute und -Zentren in Indien teil.

Im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) konnten das Goethe-Institut und die Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) in Indien 60 Schulen gewinnen, an denen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird. Die Zahl der Deutschschüler an diesen Schulen liegt bei circa 14.674. Mit der landesweit tätigen Schulkette Kendriya Vidyalaya Sangathan (KVS) arbeitet das Goethe-Institut seit Jahren eng zusammen. Zurzeit wird an circa 130 KVS-Schulen Deutsch unterrichtet; die Zahl der Schüler liegt bei circa 15.000.

Bei den Regierungskonsultationen im Oktober 2015 wurde eine gemeinsame Absichtserklärung zur Förderung von Deutsch als Fremdsprache in Indien und zur Förderung des Unterrichts in modernen indischen Sprachen in Deutschland unterzeichnet. Beide Seiten arbeiten daran, Deutsch ab dem Schuljahr 2016/2017 als Wahlfach in Indien anzubieten und Hindi in deutschen Schulen mit Hilfe der Kultusministerkonferenz einzuführen.

Die Außenstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in New Delhi fördert die bilaterale Hochschul- und Forschungskooperation und bietet Stipendienprogramme und Studienberatung an. Dazu gehören alle regulären Förderprogramme sowie eine Reihe von indienspezifischen, zum Teil ko-finanzierten Sonderprogrammen. Im Wintersemester 2015/16 waren rund 13.700 indische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Das entspricht einer Steigerung um fast 16% gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl deutscher Studenten an indischen Hochschuleinrichtungen wird auf etwa 1.000 geschätzt.

Momentan sind vier Lektoren für Deutsch als Fremdsprache in Indien tätig. Es gibt in New Delhi eine bis zum Abschluss der 12. Klasse (Deutsche Internationale Abiturprüfung) führende anerkannte Deutsche Auslandsschule.

Das Südasien-Institut der Universität Heidelberg ist seit 1962 mit einer Außenstelle in New Delhi vertreten und hat eine wichtige Brückenfunktion für Indologen deutscher und indischer Forschungsinstitutionen. In den vergangenen Jahren haben weitere deutsche Universitäten Repräsentanzen in Indien eröffnet: FU Berlin, Universität Göttingen, Universität Köln und TU München.

Die deutschen Auslandsvertretungen in Indien tragen im Rahmen des Programmes für Kulturerhalt zur Restauration indischer Kulturgüter bei. In den letzten Jahren wurden Arbeiten am Mogulgrabmal Chausath Khamba in New Delhi und am Avalokitesvara-Tempel in Ladakh sowie die Restaurierung des Schwarzen Pavillons im Mogulgarten Shalimar Bagh in Srinagar gefördert.

Zur weltweiten Förderung der Forschung  zur Indischen Kultur und Sprache (Indologie) hat die indische Regierung 2015 den „Distinguished Indologist Award“ vergeben. Preisträger war Prof.em. Heinrich von Stietencron (Tübingen).

In enger Kooperation mit dem Auswärtigen Amt, der Botschaft und den Generalkonsulaten bereiste im Januar 2016 die Studentennationalmannschaft des Deutschen Fußballbundes mehrere Städte in Indien.


Wissenschaft und Technologie

Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Indien reicht bis Ende der fünfziger Jahre zurück und gründet unter Anderem auf zwei Regierungsabkommen von 1971 und 1974. Die indische Wissenschaft genießt in Deutschland einen sehr guten Ruf (vor allem Raumfahrt, IT und Biotechnologie) und umgekehrt. Seit den neunziger Jahren finden regelmäßig Treffen auf Staatssekretärsebene statt, bei denen wichtige Projekte und Prioritäten der Zusammenarbeit besprochen werden, zuletzt im August 2015 in New Delhi. Etwa alle zwei Jahre trifft sich die deutsch-indische Arbeitsgruppe zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit, zuletzt im November 2014. Weiterhin wurde im November 2014 die erste Sitzung der Arbeitsgruppe im Bereich "Hochschulbildung" organisiert. Ein Folgetreffen fand im Juni 2016 statt.

Im Oktober 2012 wurde in New Delhi das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) eingeweiht. Die Zusammenführung deutscher Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen unter einem Dach soll indischen und deutschen Wissenschaftlern und Studierenden den Aufbau von Kontakten erleichtern und die Sichtbarkeit Deutschlands als Wissenschafts- und Forschungsstandort erhöhen. Die Entscheidung des Auswärtigen Amts, in Delhi eines von sechs Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäusern/-zentren (DWIH/DWZ) weltweit einzurichten, unterstreicht den hohen Stellenwert, der Indien als Partner für Wissenschaft und Forschung beigemessen wird. Mit seinen 15 Konsortialmitgliedern ist das DWIH in New Delhi das größte der sechs Häuser.

Mit Indien unterhält Deutschland sein weltweit einziges bilaterales Forschungsförderzentrum. Dieses "Indo-German Science and Technology Center" (IGSTC) in Gurgaon wird seit 2008 von Deutschland und Indien zu gleichen Teilen mit jährlich je 2 Millionen Euro finanziert. Es fördert bilaterale, anwendungsorientierte Forschungsprojekte unter Einbeziehung von Unternehmen auf beiden Seiten. Ab 2017 steigt die Fördersumme auf je 4 Millionen Euro jährlich.

Indien ist an mehreren Großforschungseinrichtungen in Deutschland maßgeblich beteiligt. Der indische Beitrag zum multinationalen Teilchenbeschleuniger FAIR in Darmstadt beträgt rund 30 Millionen Euro. Auch in Nutzungsrechte des Teilchenbeschleunigers DESY in Hamburg hat Indien erheblich investiert.

Für Indien ist Deutschland weltweit der zweitwichtigste Forschungspartner hinter den USA. Das zeigt die große Zahl gemeinsamer deutsch-indischer wissenschaftlicher Publikationen.

In Deutschland bilden über 1.000 indische Doktoranden die zweitgrößte Gruppe ausländischer Promotionsstudenten hinter China. Um den akademischen Austausch zwischen Deutschland und Indien weiter zu vertiefen, legte die damalige Bundesbildungsministerin Schavan bei ihrem Indienbesuch 2008 das Stipendienprogramm "A New Passage to India" auf. Das jährlich mit 4,3 Millionen Euro unterlegte Programm wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) umgesetzt und zielt insbesondere darauf ab, die Indienkompetenz deutscher Nachwuchswissenschaftler zu stärken.

Die Zusammenarbeit der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit Indien entwickelt sich auf Grundlage eines Abkommens mit dem indischen Forschungsministerium sehr dynamisch: Im Jahr 2015 kamen über 830 Wissenschaftler aus Indien an Max-Planck-Institute – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Was den internationalen Austausch junger Wissenschaftler anbelangt, ist Indien zu einem der größten Partnerländer der Max-Planck-Gesellschaft geworden. Im Jahr 2014 wurden 47 MPG-Projekte in Zusammenarbeit mit indischen Partnern durchgeführt. Die MPG unterhält zwei deutsch-indische Forschungszentren: Das Indo-German Max Planck Centre for Computer Science (IMPECS) am Indian Institute of Technology in New Delhi und das Indo-German Max Planck Center on Lipid Research am National Center of Biological Sciences in Bangalore.

Bei der Alexander-von-Humboldt-Stiftung nimmt Indien im Rahmen der Stipendienprogramme und Preisvergaben an ausländische Forscher nach den USA, Russland und Chinas einen prominenten Platz ein.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist seit 2006 mit einem Büro in New Delhi vertreten. Im Rahmen der Forschungszusammenarbeit zwischen DFG und der Indian National Science Academy (INSA) hielten sich bis dato rund 500 indische Wissenschaftler in Deutschland auf.

Im November 2012 hat das Fraunhofer-Institut eine permanente Repräsentanz in Bangalore eröffnet.


Umwelt

Indien steht vor massiven Herausforderungen hinsichtlich des städtischen und industriellen Umweltschutzes. Der langfristige und nachhaltige Schutz der Böden, des Wassers und der Luft sowie der Erhalt der Artenvielfalt sind Fragen von globaler Bedeutung. Indien und Deutschland arbeiten gemeinsam daran, international vereinbarte Umweltziele zu erreichen.

Angesichts der drängenden Herausforderungen im Umweltbereich setzt Deutschland auf einen verstärkten politischen Dialog mit Indien. Beim 2. Deutsch-Indischen Umweltforum unter Leitung von Bundesumweltministerin Dr. Hendricks und ihrem indischen Amtskollegen wurde im Januar 2015 eine Reihe von gemeinsamen Arbeitsgruppen auf den Weg gebracht, die seither regelmäßig zu den Themen Klima, nachhaltige Stadtentwicklung, Wasser sowie Abfall tagen.

Die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz sind traditionell Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit. Im Mittelpunkt der Klimaschutzmaßnahmen stehen dabei Vorhaben zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Die Zusammenarbeit im Bereich des Umweltschutzes beinhaltet zum Beispiel Maßnahmen im Bereich der Abfall- und Abwasserentsorgung in Ballungsräumen.

Im Rahmen der 2008 von der Bundesregierung ins Leben gerufenen, internationalen Klimaschutzinitiative werden Projekte in Indien gefördert. Diese beschäftigen sich ebenfalls mit erneuerbaren Energien und biologischer Vielfalt. Die Mittel hierfür stammen aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten in Deutschland.

Als erstes großes Schwellenland trat Indien im März 2009 der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) bei. Ergänzend zur IRENA-Mitgliedschaft ist Indien Gründungsmitglied des im Juni 2013 in Berlin gegründeten "Clubs der Energiewendestaaten". Am 2. Oktober 2016 ratifizierte Indien das Pariser Klimaschutzabkommen.


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