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Hongkong

Bildung, Kultur, Medien

Stand: April 2017

Bildung

Das Erziehungssystem Hongkongs folgt weitgehend dem britischen Vorbild. Die Schulpflicht umfasst zwölf Jahre (6. bis 18. Lebensjahr), die meisten Kinder besuchen ab dem Alter von drei Jahren eine Vorschule (Kindergarten). Der Pflichtunterricht ist in staatlichen Schulen gebührenfrei.

Nach zwölf Schuljahren (Primarstufe sechs Jahre und Sekundarstufe sechs Jahre) kann die Hochschulqualifikation (Hong Kong Diploma of Secondary Education – HKDSE) erreicht werden. Das HKDSE wird in Deutschland nach Maßgaben der 2014 vereinfachten Bewertungsvorschläge der Kultusministerkonferenz der Länder anerkannt. Mit dem Studienjahr 2012/2013 ist das Bachelor-Studium um ein Jahr auf vier Jahre verlängert worden.

Es gibt 50 internationale Schulen mit circa 41.000 Plätzen, darunter die 1969 gegründete renommierte Deutsch-Schweizerische Internationale Schule. Seit Einführung der Muttersprachenpolitik drängten zunehmend chinesischsprachige Schüler in die englischsprachigen Schulen/Zweige der internationalen Schulen. Insgesamt ist trotz hoher Schulgebühren eine steigende Nachfrage nach Plätzen in den internationalen Schulen Hongkongs zu verzeichnen, die zu Kapazitätsengpässen führt.

In Hongkong gibt es acht öffentliche Hochschulen, elf weitere sich selbst finanzierende Institutionen der höheren Bildung sowie die (staatlich finanzierte) "Hong Kong Academy for Performing Arts". Hongkong liegt weltweit an fünfter Stelle bei den für ausländische Studenten beliebtesten Studienstandorten (QS-Ranking 2015/16). Im internationalen Ranking erreichen die Hongkonger Universitäten regelmäßig beachtliche Platzierungen; unter den weltweit 200 besten Universitäten befinden sich drei aus Hongkong:

  1. The University of Hong Kong– HKU (THE Ranking 44)
  2. Hong Kong University of Science and Technology – HKUST (THE Ranking 59)
  3. Chinese Universityof Hong Kong– CUHK (THE Ranking 138)

(Quelle: Times Higher Education (THE), WorldUniversityRankings 2015/16)

Die HKU wurde damit nach der "University of Tokyo" und der "National University of Singapore" erneut als drittbeste Universität Asiens eingestuft; die relativ junge HKUST steht asienweit mittlerweile an siebter Stelle.

Rund 87.600 Vollzeit-Studenten sowie etwa 3.900 Teilzeit-Studenten besuchten im Studienjahr 2014/2015 die acht mit öffentlichen Mitteln geförderten Hochschulen. Den jährlich circa 70.000 Schulabgängern stehen circa 18.000 Studienplätze an den acht staatlich geförderten Hochschulen gegenüber. Die Hongkonger Studentenschaft hat sich in den letzten Jahren deutlich politisiert. Wachsende Forderungen nach politischer Selbstbestimmung und Autonomie führen zu vielfältigen Protesten gegen die Hongkonger Regierung, gegen die stärkere Einflussnahme Chinas, gegen die aus Preissteigerungen resultierenden zunehmend schlechteren Zukunftsperspektiven und für den Erhalt der akademischen Freiheit.

Der Hongkonger Bildungssektor steht seit Beginn des akademischen Jahres 2010/2011 vor umfangreichen Reformen. Es ist das erklärte Ziel der Regierung, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Hongkong auch im Bildungssektor zu stärken, langfristig zu sichern und hier einen "Regional Education Hub" für Ostasien zu etablieren. Damit tritt Hongkong in direkte Konkurrenz zu Singapur und Australien. Die Regierung setzt für den Bildungsbereich erhebliche öffentliche Mittel ein. Im Haushaltsjahr 2015/2016 sind Ausgaben von umgerechnet etwa acht Milliarden Euro geplant, was einen Anteil von 18% der laufenden Regierungsausgaben ausmacht.

Die Bemühungen um engere Vernetzung auch außerhalb des anglophonen Raums sowie um Internationalisierung des Lehr- und Forschungsbetriebs sollen deutlich intensiviert werden. Auch mit dieser Zielsetzung fand im Juli 2011 eine internationale Konferenz mit hochrangiger Beteiligung aus elf Partnerstaaten, darunter Deutschland, statt. Im Oktober 2012 unternahm die Leitung der angesehenen HKUST eine Deutschlandtour, um Möglichkeiten für die Intensivierung des akademischen Austauschs mit deutschen Hochschulen für Studenten und Dozenten zu sondieren. Mittlerweile bestehen über 100 Kooperationsabkommen zwischen Hongkonger Universitäten und Hochschulen in Deutschland.


Kultur

Kulturelle Großveranstaltungen (Hong Kong Arts Festival, Art Basel Hong Kong, Hong Kong International Film Festival, Hong Kong International Literary Festival, Hong Kong Book Fair, ....) und die Verpflichtung international renommierter Künstler und Orchester, darunter auch aus Deutschland, sollen den eigenen Anspruch, "Asiens Weltstadt" zu sein, unterstreichen. Der Hongkonger Kulturbetrieb ist durch einen überdurchschnittlichen Finanzrahmen aus öffentlichem Budget und hohen Sponsoreneinnahmen abgesichert.

Mit der phasenweisen Verwirklichung des Großvorhabens "West Kowloon Cultural District", einem Komplex von Gebäuden und Freiarealen für Kulturveranstaltungen und –projekte aller Art in prominenter Lage (Theater, Oper, Auditorien, Konzertsäle und –bühnen, Ausstellungshallen und -flächen, diverse Räumlichkeiten für Kunstschaffende) wird Hongkong mittelfristig über eine in der Region einmalige Infrastruktur für Kunst und Kultur verfügen. Das Vorhaben ist nach Abschluss der Planungsphase 2014 mit dem Beginn erster Baumaßnahmen in die Umsetzungsphase eingetreten, die Anlagen des ersten Bauabschnittes, darunter ein Park und ein Museum und sollen 2018 fertiggestellt sein. Für politische Kontroversen sorgte Ende 2016 das Bekanntwerden von Plänen der Hongkonger Regierung, auf dem Gelände eine Hongkonger Version des Pekinger Palastmuseums zu bauen mit Dauerleihgaben aus dem Palastmuseum in Peking. Die Regierung hatte die Entscheidung ohne vorherige Befassung der Bevölkerung getroffen, an den Plänen nehmen vor allem die Befürworter einer stärkeren Hongkonger Autonomie Anstoß, die in dem Bau des Museums ein Zeichen für eine weitere Assimilation Hongkongs mit dem Festland sehen. 

Im Bereich des Sports gibt es einige herausragende jährlich stattfindende Veranstaltungen wie zum Beispiel das Rugby-Turnier "Hong Kong Sevens" sowie die traditionellen Drachenboot-Wettbewerbe, an denen auch Teams aus Deutschland mit Erfolg teilnehmen. Die wöchentlich stattfindenden traditionsreichen Hongkonger Pferderennen sind Publikumsliebling Nr. 1.


Christliche Kirchen, soziale Einrichtungen

In Hongkong gibt es circa 870.000 Angehörige christlicher Gemeinden, viele davon mit konservativer Weltanschauung. Der "Hong Kong Christian Council" vereint die einzelnen christlichen Kirchengruppen und hält Verbindung zu anderen Religionsgruppen. Er pflegt Beziehungen zu kirchennahen NGOs und protestantischen Kirchen in Festlandchina und dem Ausland.

Die "Ebenezer School and Home for the Visually Impaired" wurde 1897 von der Hildesheimer Blindenmission gegründet und ist eine gemeinnützige Einrichtung mit teilweise öffentlicher Finanzierung und Zuschüssen aus privaten Spenden.

Eine evangelische und eine katholische deutsche Kirchengemeinde kümmern sich um die seelsorgerische Betreuung der deutschen Gemeinde und arbeiten mit Hongkonger Einrichtungen im sozialen und schulischen Bereich zusammen. Des Weiteren betreut eine deutsche Seemannsmission die Besatzungen deutscher Handelsschiffe im Hongkonger Hafen.


Medien

Hongkong hat eine der höchsten Zeitungsleserdichten Asiens. Hier ist zugleich das weltgrößte Zentrum für chinesischsprachige Publikationen. Die Hongkonger Bevölkerung ist durch eine lebhafte Medienlandschaft sehr gut informiert. Neben den Print- und Online-Medien stehen diverse Radio- sowie circa 800 örtliche und regionale Fernsehkanäle zur Verfügung.

Die Medienlandschaft ist vielfältig; in Hongkong erscheinen circa 700 Publikationen, darunter 56 Zeitungen. Englischsprachige Tageszeitungen sind South China Morning Post (Auflage: durchschnittlich 94.000), The Standard (circa 222.000) und China Daily (HK Edition). Wichtigste chinesischsprachige Zeitungen sind Oriental Daily (circa 500.000), Sing Tao (circa 350.000), Apple Daily (circa 318.000), Ming Pao (circa 120.000), Wen Wei Po (circa 100.000), Hong Kong Economic Journal (circa 62.000) und Hong Kong Economic Times (circa 86.000). In Hongkong gibt es ferner fünf japanischsprachige Tageszeitungen. Die deutschsprachige Gemeinde gibt seit 2011 das Monatsmagazin "inhk" heraus.

Nach Insolvenz des Senders ATV gibt es zwei private TV-Stationen TVB und HKTVE (ViuTV), den öffentlichen Sender "Radio Television Hong Kong" (RTHK) sowie die Kabelsender "Cable TV" und "nowTV" und über zehn Satellitensender. Ferner gibt es fünf Radiostationen (neben RTHK vier kommerzielle Anbieter), die insgesamt auf 13 analogen und 17 digitalen Frequenzen senden. Hongkongs Mobilfunkmarkt ist weit entwickelt: Vier Anbieter bieten 2G, 3G und 4G Dienste an. Die Mobilfunk-Versorgung der Bevölkerung ist eine der höchsten der Welt. Auch die Versorgung im Festnetzbereich (102 Anschlüsse pro 100 Haushalte) ist überdurchschnittlich. Die Internetversorgung mit Breitbandtechnik erreicht 83% aller Haushalte, womit Hongkong international ebenfalls zu den Spitzenreitern gehört. Es stehen über 30.000 öffentliche "Wi-Fi Hotspots" zur Verfügung.


Hongkong als internationaler Medienstandort

Mehrere internationale Medienorganisationen unterhalten Büros in Hongkong. Hier werden die Regionalausgaben internationaler Zeitungen gedruckt, darunter "International New York Times", "The Financial Times", "The Wall Street Journal Asia", "USA Today International" und "The Nikkei". Ein Schweizer Wirtschaftskorrespondent berichtet für deutschsprachige Medien (unter anderem Börsenzeitung Frankfurt) aus Hongkong. Ferner sind eine Hongkonger dpa-Korrespondentin, ein GTaI-Korrespondent und einige wenige deutschsprachige Journalisten ("Freelancer") vor Ort. Channel News Asia, CNBC, CNN und Phoenix TV unterhalten Studios in Hongkong.

In Hongkong herrscht Presse- und Meinungsfreiheit, die in Artikel 27 des Hongkonger Grundgesetzes festgeschrieben ist. Es gibt in Hongkong keine staatliche Zensur. Ein Teil der Medien vermeidet gleichwohl Kritik an der Hongkonger Regierung und insbesondere an der Zentralregierung in Peking. Diese in den letzten Jahren stark zunehmende "Selbstzensur" sowie eine Einflussnahme Festlandchinas auf die Medien, zum Beispiel durch den Aufkauf der wichtigsten Hongkonger Tageszeitung durch den chinesischen Internet-Milliardär Jack Ma, führen zu anhaltenden Diskussionen in Hongkongs Öffentlichkeit über die Wichtigkeit der Bewahrung von Presse- und Medienfreiheit in der Sonderverwaltungsregion.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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