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Honduras

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Februar 2017

Politische Beziehungen

Seit dem 20. Januar 1960 bestehen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Honduras diplomatische Beziehungen. Das Verhältnis ist traditionell freundschaftlich. Die von der Bundesregierung und privaten deutschen Gebern nach der Hurrikan-Katastrophe von 1998 ("Mitch") geleistete Sofort- und Wiederaufbauhilfe und die fortgesetzte bilaterale, regionale und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit werden von Honduras besonders gewürdigt.

Nach dem Staatsstreich gegen Staatspräsident Manuel Zelaya Rosales vom 28. Juni 2009 und der Verletzung der Menschenrechte von Regimegegnern wurden alle Kontakte und die Entwicklungshilfe vorübergehend eingestellt. Nach dem Amtsantritt des gewählten Staatspräsidenten Porfirio Lobo Sosa 2010 haben sich die Beziehungen wieder normalisiert.


Wirtschaft

Der Außenhandel mit Deutschland ist relativ gering und starken Schwankungen unterworfen. Aus Honduras wurden im Jahr 2015 Waren im Wert von 413 Millionen Euro nach Deutschland eingeführt. Die Ausfuhren aus Deutschland nach Honduras beliefen sich 2015 auf 141 Millionen Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt DESTATIS).

Als Lieferant nahm Honduras 2015 Platz 79 der Liste der Lieferländer ein, als Abnehmerland Deutschlands reichte es für den 120. Platz.

Honduranische Hauptexportprodukte nach Deutschland sind Kaffee, der von Hamburg aus auch in EU-Nachbarländer geliefert wird, Fisch und Zitrusfrüchte, Kakao, Bananen, Tabak und Holz spielen eine weniger bedeutende Rolle. Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter nach Honduras sind Anlagenbau, Maschinen- und Elektrogeräte, chemische und Kunststoffprodukte, Motoren und Kraftfahrzeuge, Eisenwaren und Bleche.

Zwischen beiden Staaten besteht ein Investitionsschutz- und Förderungsabkommen, das am 27.05.1998 in Kraft getreten ist und bisher nur zu wenigen deutschen Direktinvestitionen geführt hat. Tegucigalpa ist Sitz der Deutsch-Honduranischen Außenhandelskammer.


Entwicklungszusammenarbeit

Honduras ist ein wichtiges Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1961 hat Deutschland insgesamt bilaterale Mittel in Höhe von kanpp 500 Millionen Euro für und Programme der technischen und finanziellen Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Damit gehört die Bundesrepublik Deutschland neben den USA, Spanien, Japan und Kanada zu den größten bilateralen Geberländern von Honduras. Abgesehen von Spanien ist kein weiterer Mitgliedstaat der EU mit größeren Summen in Honduras engagiert.

Hinzu kommt der deutsche Anteil von rund 20% an der Entwicklungskooperation der Europäischen Union sowie der deutsche Anteil an den Leistungen der Internationalen Finanzinstitutionen wie Weltbank und Interamerikanischer Entwicklungsbank sowie den Programmen der Vereinten Nationen. Das Programm der Europäischen Union (2014 - 2020) hat ein Volumen von 235 Mio. Euro und konzentriert sich auf die Bereiche Ernährungssicherung, Beschäftigung und Rechtsstaatsförderung. Die Interamerikanische Entwicklungsbank und die Weltbank sind mit etwa 100 Mio. Euro bzw. 50 Mio. Euro pro Jahr die größten multilateralen Geber.

Insgesamt wird Honduras von etwa 30 Gebern unterstützt. Die wichtigsten bi- und multilateralen Partner des Landes (zusammen etwa 97% des Fördervolumens) stimmen ihre Programme im Kreis der sogenannten Gruppe der 16 (G 16) ab. Neben diesen klassischen Gebern engagieren sich in Honduras insbesondere Südkorea, Taiwan, Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Chile.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die beiden Schwerpunktbereiche Bildung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz einschließlich der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und Klimaschutz. Insbesondere in diesen Bereichen gilt Deutschland in Honduras als anerkannter und einflussreicher Partner.

Die umfangreichen Regionalvorhaben konzentrieren sich auf die Schwerpunkte Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen einschl. Klimawandel, nachhaltige erneuerbare Energien und Energieeffizienz, sowie nachhaltige Wirtschafts- und Finanzsektorförderung. Auch das für die weitere Entwicklung von Honduras zentrale Thema der Jugendgewaltprävention wird aufgegriffen. Wichtige regionale Partner sind die Zentralamerikanische Bank für Wirtschaftsintegration BCIE mit Sitz in Honduras, das System der zentralamerikanischen Integration SICA sowie die Dreiländer-Kommission Trifinio.

Bei den letzten Regierungsverhandlungen im November 2016 hat Deutschland Honduras insgesamt 20 Millionen Euro für Maßnahmen der finanziellen und technischen Zusammenarbeit zugesagt. Die nächsten Regierungsverhandlungen finden im Jahre 2018 in Honduras statt. Verhandlungen mit BCIE und SICA zu den Regionalvorhaben sind für Mitte 2017 geplant.

Das Portfolio der aktuell laufenden Projekte und Programme beläuft sich auf etwa 160 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 26 Millionen Euro aus dem Drittgeschäft der GIZ oder einer EU Kombifinanzierung. In Honduras sind 28 entsandte Fachkräfte der deutschen Zusammenarbeit tätig. Hinzu kommen etwa 75 lokale Mitarbeiter/innen.

Außerdem sind einige deutsche nichtstaatliche Entwicklungsorganisationen wie Kirchen, Stiftungen und Vereine in Honduras aktiv.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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