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Haiti

Bildung, Wissenschaft, Kultur

Stand: Februar 2017

Bildung

Die staatlichen Schulen in Haiti haben einen sehr schlechten Ruf. Da der Staat auf diesem Gebiet jahrzehntelang keinen angemessenen Standard aufgebaut hat, sind heute über 80% der Schulen in privater Trägerschaft und erheben Schulgeld. Die Folge ist ein zu niedriger Anteil an Einschulungen sowie eine hohe Abbruchquote. Mehr als 50% der erwachsenen Bevölkerung sind Analphabeten. Von der Lehrerschaft ist der überwiegende Teil nicht adäquat ausgebildet.

Unter dem ehemaligen Präsidenten Martelly wurde ein Programm gestartet, um mehr Kindern den Schulbesuch an einer funktionierenden staatlichen Schule unentgeltlich zu ermöglichen und tägliche  Schulspeisungen zu finanzieren. Dazu werden Mittel des Petrocaribe Programms eingesetzt; internationale Geber wie Frankreich, die Interamerikanische Bank und die Weltbank sind ebenfalls beteiligt.

Haïti gehört zur Frankophonie – Französisch ist neben dem Kreolischen eine der beiden Amtssprachen, wird jedoch nicht von allen Haitianern verstanden oder gesprochen. Gleichzeitig orientiert sich die jüngere Generation stark in Richtung Nordamerika.


Wissenschaft

Wie auch im Schulsystem, sind die Kapazitäten gering und die Qualität der Hochschulbildung schlecht. Gleichzeitig besteht eine hohe Nachfrage. Studienplätze sind Mangelware, ein großer Teil der Universitäten sind in privater Hand und kosten Geld, das von der überwiegend armen Bevölkerung nicht aufgebracht werden kann. Für den Stand der Wissenschaft und Lehre im Land noch dramatischer ist die Tatsache, dass weiterhin viele gutausgebildete junge Menschen das Land verlassen, bzw. vom Auslandsstudium nicht zurückkehren, um vorwiegend in Nordamerika eine bessere Zukunft zu suchen.


Kultur

Trotz des weitgehenden Fehlens formeller Strukturen wie Kinos, Theater oder Museen, hat sich Haiti eine ausgeprägte traditionelle Kulturszene erhalten. Dies gilt vor allem im Bereich der Musik, die mit starken kreolischen Wurzeln die Brücke zu international aktuellen Entwicklungen wie Hip-Hop und Rap schlägt. Die (naive) Malerei Haitis ist über die Region hinaus bekannt. Einige Filmemacher genießen internationale Wertschätzung. Die haitianische Literatur hat es im eigenen Land mit hoher Armut (bei hohen Buchpreisen) und weit verbreitetem Analphabetismus sowie wenigen öffentlichen Bibliotheken schwer, stößt aber dennoch auf großes Interesse, teils auch international. Der haitianischstämmige Schriftsteller (kanadischer Staatsangehörigkeit) Dany Laferrière erhielt 2014 den internationalen Literaturpreis des Haus der Kulturen der Welt in Berlin und ist Mitglied der Academie Francaise. Der deutsche Schriftsteller Hans-Christoph Buch (mit haitianischen Familienangehörigen) hat sich in seinen Werken intensiv mit Haiti auseinandergesetzt, wie in der Vergangenheit auch Heinrich von Kleist, Anna Seghers, Hubert Fichte und andere.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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