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Wirtschaft
Stand: Oktober 2011
Wirtschaftliche Grundlagen
Guinea gehört trotz großer wirtschaftlicher Ressourcen (größte Bauxitvorkommen der Welt, reiche Vorkommen an Eisenerz, Nickel, Gold, Diamanten, Wasserkraft, großes landwirtschaftliches Anbaupotenzial) zu den ärmsten Ländern der Welt. Ursächlich dafür war früher die Misswirtschaft unter dem einstigen Staatspräsidenten Sekou Touré, die mit einem Niedergang der Infrastruktur, der Unterdrückung jeglicher Privatinitiative und einer weitgehenden Isolation des Landes einherging. Nach dem Tod Tourés (1984) gelang es mit externer Unterstützung, Preiskontrollen und Importrestriktionen abzuschaffen, ein marktorientiertes Wechselkurssystem zu errichten, einen Teil der unrentablen Staatsfirmen zu privatisieren oder aufzulösen, den überbesetzten öffentlichen Dienst um 50 Prozent zu reduzieren und die Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Flughafen, Hafen) zu verbessern. Folge war ein starkes Wachstum im Bauwesen und eine zunehmende Aktivität von Kleingewerbetreibenden. Seit Anfang 2000 verschlechterte sich die Regierungsführung erneut, Guinea wurde zu einem der korruptesten Länder der Welt (Transparency International 2010: Rang 164 von 178). Entsprechend schlecht ist das Investitionsklima: Nummer 179 von 183 Ländern nach einer Weltbank-Studie.
Außenwirtschaft
Das Rückgrat der guineischen Außenwirtschaft ist der Bergbau, auf den wertmäßig über 50 Prozent der Güterexporte entfallen. Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Bauxit, Tonerde, Gold, Diamanten, daneben Kaffee und Fisch. Mit einem Weltmarktanteil von knapp zwanzig Prozent ist Guinea einer der größten Bauxit-Exporteure der Welt.
Die wichtigsten Handelspartner Guineas sind China, danach die Europäische Union, die Schweiz, die USA, Russland und China. Nur ein geringer Teil entfällt bisher auf den Handel mit den Ländern der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS/CEDEAO).
Staatshaushalt
Die nominale externe Gesamtverschuldung Guineas lag bei rund 2,9 Milliarden US Dollar (20 geschätzt). Guinea leidet darüber hinaus an einer hohen Inlandsverschuldung. Das Haushaltsdefizit 2010 lag bei 14,2 Prozent des BIP, für 2011 schätzt es der IWF auf 12,2 Prozent. Neben der Suspendierung der internationalen Hilfe nach dem Putsch im Dezember 2008 war die hohe Korruption der Militärjunta für diese katastrophale Budgetentwicklung verantwortlich.
Anfang 2011 hat die guineische Regierung mit dem IWF Verhandlungen über ein Dreijahresprogramm im Rahmen der Rapid Credit Facility aufgenommen. Nach einem Jahr erfolgreicher Laufzeit soll Guinea in die erweiterte Schuldeninitiative (HIPC) aufgenommen werden.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
