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Guinea

Außenpolitik

Stand: Oktober 2011

Grundlagen der Außenpolitik

Traditionelle außenpolitische Grundpositionen Guineas waren seit der Unabhängigkeit 1958 die Blockfreiheit und eine panafrikanische Perspektive. Guinea hat häufig im Rahmen der Afrikanischen Union sowie bei UNO-Friedensmissionen Kontingente gestellt. Bei den Bürgerkriegen in Liberia (1989 – 2003) und Sierra Leone (1991 – 2002) war Guinea sowohl in der Überwachungsgruppe der westafrikanischen ECOWAS-Staaten (ECOMOG) beteiligt wie auch Aufnahmeland für 1 Million Flüchtlinge aus Liberia und Sierra Leone, seit 2002 auch aus der Côte d'Ivoire. Seit 2007 sind alle Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückgekehrt, aber die ivorische Verfassungskrise hat zur Neuaufnahme von einigen Hundert ivorischen Flüchtlingen geführt.

Nach dem Militärputsch vom Dezember 2008 wurde Guineas Mitgliedschaft in der AU und in ECOWAS suspendiert. Seit dem Amtsantritt von Präsident Alpha Condé im Dezember 2010 ist Guinea wieder Vollmitglied in den afrikanischen Organisationen.

Präsident Alpha Condé hat angekündigt, dass er die Süd-Süd-Zusammenarbeit in der Außenpolitik verstärken will, insbesondere mit China, Indien und Brasilien.

Beziehungen zu anderen Staaten

In der ersten Republik (1958 – 1984) orientierte sich Guinea ideologisch an der Sowjetunion und anderen kommunistischen Staaten, pflegte aber aus wirtschafts- und entwicklungspolitischen Gründen auch die Kontakte zu den USA und anderen westlichen Staaten, seit Mitte der 70er Jahre auch wieder mit Frankreich. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts richtete sich die guineische Außenpolitik auf die eigene Subregion und auf wirtschafts- und entwicklungspolitische Interessen aus. Die Europäische Union ist mit ihren Mitgliedstaaten wichtigster Entwicklungshilfegeber. Aus rohstoffpolitischen Gründen sind die Beziehungen zu den USA, Kanada und Russland traditionell ausgedehnt, verstärken sich aber insbesondere zu China und Australien (Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP Billiton). Wegen der jahrzehntelangen Abgeschlossenheit des Landes unterhält das Land nur wenige aktive diplomatische Beziehungen, in Conakry sind weniger als 30 Botschaften vertreten.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.