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Kultur und Bildung
Stand: Januar 2012
Bildung
Es besteht eine allgemeine neunjährige Schulpflicht, wobei über 90 Prozent eines Jahrgangs auch die Sekundarstufe II (Lyzeum) besuchen. Ausschlaggebend für die Vergabe der Studienplätze sind die Ergebnisse der Panhellenischen Prüfungen, der zentralen Hochschulzulassungsprüfung.
Im April 2010 wurde ein Gesetz zur Abschaffung der Zulassungsbasisnote 10 für die Aufnahme in Hochschulen verabschiedet. Im August 2011 wurde im Rahmen der Bildungsreformen ein neues Hochschulgesetz verabschiedet. Dieses zog massive Änderungen, wie z.B. die Abschaffung des Hochschulasyls, die Einsetzung von Hochschulräten, die z.T. aus Externen bestehen, und die Abschaffung des Mitspracherechts der Studenten bei der Wahl des Rektors, aber auch heftige Proteste nach sich.
Englisch spielt als erste Fremdsprache die führende Rolle. 1992 wurde für die weiterführenden Schulen die Einführung einer zweiten Fremdsprache beschlossen. Seitdem hatte das Unterrichtsfach Deutsch einen starken Aufschwung genommen. Im Jahr 2010 lernten rund 240.000 Schüler bei circa 2.500 Deutschlehrern an gut 3.800 staatlichen Schulen des Landes Deutsch.
Im Sommer 2011 wurden eine Reihe von Ministerialbeschlüssen erlassen, die den Sprachunterricht an griechischen Schulen betreffen. Pflichtfach in Grundschule, Gymnasium (7.-8. Klasse) und Lyzeum (9.-11. Klasse) ist Englisch.
In den Grundschulen und Gymnasien wird als zweite Fremdsprache Deutsch oder Französisch unterrichtet. Die Schulen mussten sich in diesem Sommer sehr kurzfristig für eine der beiden Sprachen entscheiden; die andere Sprache wird jeweils nicht mehr unterrichtet.
Im Lyzeum wird ab dem Schuljahr 2011/2012 nur noch eine Fremdsprache – Englisch – gelehrt. Eine zweite Fremdsprache ist nicht mehr vorgesehen.
Weiterhin - und aufgrund der Reformen bereits verstärkt - besteht eine starke Nachfrage nach privatem Deutschunterricht in kommerziellen Sprachinstituten.
Derzeit gibt es in Griechenland 24 Universitäten und 16 Fachhochschulen. Der Übergang zur Universität ist wegen der starken Nachfrage nach Studienplätzen nur einem Teil der Abiturienten (2005: 64 Prozent) möglich. Der Mangel an den besonders nachgefragten Studienplätzen (Medizin, Rechts- und Ingenieurswissenschaften) zwingt auch weiterhin viele griechische Studenten, im Ausland (vor allem Großbritannien, Italien, Deutschland, Frankreich, USA) zu studieren (2007 studierten 5.650 Griechen in Deutschland; Griechen stellten damit 2,3 Prozent aller ausländischen Studenten in Deutschland). Vor allem das Interesse an grundständigen Studien und Aufbaustudiengängen ist – wohl auch im Zeichen der Krise - ungebrochen stark und sogar erhöht, insbesondere in den Ingenieur- und Rechtswissenschaften.
Ebenso haben private griechische Einrichtungen, die teilweise in Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen verschiedene Studiengänge für derzeit 30.000 Studierende anbieten, großen Zulauf. Ihre Diplome werden vom griechischen Staat jedoch bisher nicht anerkannt. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom Oktober 2008, das eine solche Anerkennung verlangt, wurde bislang nicht umgesetzt, jedoch dürfte die Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie eine der bevorstehenden Reformen sein.
Medien
In Griechenland besteht nach wie vor eine große Vielfalt an Tageszeitungen, Wochen- und Fachzeitschriften in einem weiten Qualitätsspektrum; allerdings gehen seit Jahren sinkende Auflagenzahlen und Werbeeinnahmen, verstärkt durch die anhaltende Finanzkrise, nicht spurlos an den Blättern vorüber. So wird beispielsweise erwartet, dass sich die große Tageszeitung „Eleftherotypia“ nicht auf dem Markt halten wird.
Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Nachrichtenportale im Internet.
Wie in anderen EU-Staaten liegen die Einschaltquoten bei den privaten Fernsehsendern höher als bei den öffentlich-rechtlichen. Diese versuchen, ihr Angebot durch Kooperationen mit ausländischen Partnern zu verbessern. So hat die staatliche ERT im April 2009 eine Vereinbarung über verstärkte Zusammenarbeit mit "arte" getroffen. Eine wichtige Rolle nehmen die Radiosendungen ein. Programmteile in deutscher Sprache (meist der Deutschen Welle) werden von einzelnen Radiosendern ausgestrahlt (so von Athens International Radio oder ERT-Radio Filia).
Mit der "Griechenland-Zeitung" existiert eine deutschsprachige Wochenzeitschrift von guter Qualität.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Stand 23.01.2012
