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Ghana

Außenpolitik

Stand: März 2016

Gute Nachbarschaft

Ghana betreibt seit Jahrzehnten erfolgreich eine Politik guter Nachbarschaft, regionaler Integration und panafrikanischer Ausrichtung. Das Land versteht sich als Stabilitätsanker in der Region und hat gegenüber den Nachbarstaaten einen ausgleichenden Einfluss. Ein gutes Verhältnis besteht auch zum größten ECOWAS-Mitgliedsstaat Nigeria, das wichtiger Öl- und Gaslieferant für Ghana ist.

Ghana sieht sich als ein Modellland für Westafrika und für den gesamten Kontinent. Es verweist dabei auf den 20-jährigen Demokratisierungsprozess mit bereits sechs als frei und transparent anerkannten Wahlen, auf den bereits zweimaligen gewaltlosen Übergang der Regierungsgewalt von der Regierung auf die Opposition (zuletzt Anfang Januar 2009) wie auf die international anerkannte gute Regierungsführung. Zu weiteren Errungenschaften zählen die Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die vorbildliche Umsetzung des "African Peer Review Mechanism" und die seit Jahrzehnten betriebene reformorientierte Politik. Im afrikanischen Vergleich zeichnet sich Ghana durch politische Stabilität und ein hohes Maß an Liberalität aus.

Regionale Kooperation

Ghana ist ein besonders aktives Mitglied in der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS). Von Ende März 2014 bis Ende Mai 2015 hatte der ghanaische Präsident John Dramani Mahama ihren Vorsitz inne.
Ein Schwerpunkt der ECOWAS-Präsidentschaft war die Unterstützung der Organisation wie auch der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen Ebola. Ghana stellte sich als Sitz für die neu gegründete UN-Hilfsmission für Ebola-Nothilfe (UNMEER) zur Verfügung. Der Flughafen Accra wurde zum Drehkreuz für Hilfstransporte in die von Ebola betroffenen Länder. Als ECOWAS-Präsident hat sich Staatspräsident Mahama aktiv bei der innenpolitischen Krise in Burkina Faso 2014 und bei den Wahlen in Nigeria und Togo (März/April 2015) eingebracht. Hier konnte er jeweils entscheidend zu einer Beruhigung der aufgeheizten innenpolitischen Lage beitragen.
Ghana engagiert sich darüber hinaus insbesondere in den Friedens- und Stabilisierungsprozessen der ECOWAS. Es stellt z. B. ein Pionierkontingent für die afrikanische Mission zur Stabilisierung Malis (AFISMA). Ein wichtiger Beitrag ist auch das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) in Accra. Hier werden Soldaten, Polizisten und Zivilisten aus ECOWAS-Ländern auf die Teilnahme an internationalen Friedensmissionen vorbereitet. Ghana ist außerdem mit etwa 3.200 Soldaten und Polizisten der drittgrößte afrikanische Truppensteller für Einsätze der Vereinten Nationen (und achtgrößter Truppensteller weltweit) und entsandte in den letzten Jahren unter anderem Blauhelme nach Sudan, Liberia, Kongo, Côte d’Ivoire, Tschad, Libanon, Georgien, Mali, Nepal, Sierra Leone und in die Zentralafrikanische Republik.

Beziehungen zur EU

Ghana betrachtet die Europäische Union (EU) als Vorbild für die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und den Euro als Muster für die angestrebte westafrikanische Gemeinschaftswährung. Die Mitgliedsländer der Europäischen Union sind wichtige Abnehmer ghanaischer Exporte.

Ghana hat großes Interesse an der Umsetzung des "Economic Partnership Agreement" (EPA) zwischen der EU und der ECOWAS, mit dem die Mitgliedstaaten privilegierten Zugang zum europäischen Binnenmarkt erlangen und – reziprok – der westafrikanische Markt teilweise für europäische Ausfuhren geöffnet würde.  Die Mehrheit der ECOWAS-Staaten (außer Nigeria und Gambia) hat das Abkommen bereits unterzeichnet. Es kann aber erst nach Unterzeichnung aller Mitglieder und der Ratifizierung durch eine qualifizierte Mehrheit der Vertragspartner in Kraft treten.
Die Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union mit Ghana ist umfassend und genießt eine entsprechend hohe Wertschätzung. Unter den in Ghana vertretenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der EU-Delegation gibt es zu den einzelnen Programmen und Projekten kontinuierlichen intensiven Austausch und Abstimmung. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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