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Georgien

Kultur und Bildung

Stand: März 2012

Die georgische Kultur spiegelt sich in allen Gebieten künstlerischen Schaffens wider und ist darüber hinaus seit Jahrhunderten verbunden mit dem orthodoxen christlichen Glauben und der eigenen georgischen Sprache.

Kultur und Kulturerbe

Die ältesten georgischen Kirchen stammen aus dem 5. Jahrhundert, seit dem 11. Jahrhundert sind dann die heute noch typischen Kreuzkuppelkirchen mit ihren teils noch erhaltenen Fresken entstanden. Glaube, Sprache und Kultur trugen über die wechselhafte Geschichte des Landes hinweg zur Festigung der nationalen Identität bei.

In Zeiten der russischen, später sowjetischen Machtausübung bot die Kultur den Georgiern eine gewisse Entfaltungsmöglichkeit. Bedeutende Künstler brachte Georgien im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Schriftsteller Ilja Tschawtschawadse, dem Maler Niko Pirosmani und dem Komponisten Zacharia Paliaschwili hervor. Auch heute gehört die Pflege dieses Kulturerbes zur natürlichen Lebensgewohnheit der Georgier aller Generationen.

Seit 2010 unterstützt die Bundesrepublik Georgien bei der Reorganisation des Georgischen Nationalmuseums. Bei dieser von der EU finanzierten Partnerschaft liegt die Federführung bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.


Bildungssystem

Das Bildungssystem befindet sich seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Saakaschwili in einem umfassenden Restrukturierungsprozess. Dieser hat das Ziel, die Schulen und Hochschulen des Landes auf internationales Niveau zu führen. Georgien hat sich dabei den Zielen des Bologna-Prozesses verschrieben. Das von Deutschland gemeinsam mit Frankreich als Junior-Partner gewonnene erste EU-Twinning-Projekt in Georgien (2009-2011) hatte die Verbesserung der Kapazitäten im Bereich des Bologna-Prozesses zum Ziel.

Wichtigste jüngste Entwicklungsschritte im Hochschulbereich waren die Einführung einer landesweiten transparenten Hochschulzugangsprüfung, die Ausdünnung der vergleichsweise überdimensionierten Hochschullandschaft durch ein nationales Zertifizierungsverfahren und die innere Umstrukturierung der Universitäten. Wichtigste Neuerungen im Schulbereich sind die Einführung eines Abiturs sowie die englische Sprache als Pflichtfach ab der ersten Grundschulklasse ab dem Schuljahr 2011/2012. Es besteht Schulpflicht bis zur 8. Klasse. 2007 wurde die Gesamtschulzeit von 11 auf 12 Jahre verlängert, das Gymnasium führt nun in der 12. Klasse zum Abitur.

Die Weltbank unterstützt Georgien bei diesen Reformen mit Krediten. Die EU leistet Budgethilfe. Die wichtigsten staatlichen Universitäten befinden sich in Tiflis sowie in Batumi, Kutaissi und Gori.


Medienlandschaft

In Georgien gibt es eine vielfältige Medienlandschaft. Meinungsführer ist das Fernsehen, dessen wichtigste Stationen (Rustawi 2; TV Imedi; Mze; TV Adschara) sich - mit Ausnahme des regierungsnahen Öffentlichen Rundfunks (Georgian Public Broadcaster/GPB) - in privaten Händen befinden. Mit dem „Ersten Kaukasischen“ Kanal (PIK) wird nun erstmals ein russichsprachiges Programm des Öffentlichen Rundfunks über die Landesgrenzen hinaus gesendet. Wichtige landesweite Radiosender sind „GPB“, „Radio Imedi“, „Ucnobi“. Zu den wichtigsten georgischsprachigen Tageszeitungen gehören „Resonansi“ und „24Saati“. In englischer Sprache erscheinen u.a. die Tageszeitung „The Messenger“ und die Wochenzeitungen „GeorgiaToday“ und „The Georgian Times“. Das einzige verbliebene deutschsprachige Medienprodukt ist die Monatszeitschrift „Kaukasische Post“. Über den Satelliten Hotbird 13° können in Georgien ARD, ZDF, ARTE und Deutsche Welle empfangen werden. Das Internet ist frei zugänglich.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.