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Estland

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Juni 2017

Politische Beziehungen

Zu den Höhepunkten des intensiven Besucheraustauschs gehören Besuche der Bundespräsidenten Köhler im November 2004 und Juni 2005 und Wulff im September 2010, sowie der Staatsbesuch von Bundespräsident Gauck in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation im Juli 2013. Staatspräsident Ilves war vom 18. bei 21. Mai 2015 mit einer Wirtschaftsdelegation auf Staatsbesuch in Deutschland. Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen besuchten Estland im April 2015. Im Mai 2016 führte Außenminister Steinmeier im Rahmen seiner Baltikumsreise erneut Gespräche in Estland. Außenminister Gabriel reiste im März 2017 nach Estland. Der estnische Außenminister Mikser reiste am 21.06.2017 zu Gesprächen mit Außenminister Gabriel nach Berlin. Nachdem der ehemalige estnische Premierminister Taavi Rõivas im März 2014 zum Antrittsbesuch in Berlin war, nahm er im Mai 2016 an der Kabinettssitzung der deutschen Bundesregierung auf Schloss Meseberg teil. Bundeskanzlerin Merkel reiste im August 2016 nach Estland. Der estnische MP Ratas war am 15.06.2017 zu Besuch bei Bundeskanzlerin Merkel. Am 27./28.10.2016 und 10.-14.06.2017 hielt sich der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, in Estland auf.

Regelmäßige Reisen von Bundestagsabgeordneten und hochrangigen Vertretern der deutschen Ministerialverwaltung unterstreichen die Bedeutung, die Estland für die deutsche Außen- und Europapolitik hat. So besuchte eine Delegation der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe des Bundestages im Juni  2016 Estland.

Im Oktober 2015 besuchte eine Delegation des Bundestagsausschusses Digitale Agenda Tallinn, um sich umfassend über e-Governance und digitale Entwicklungen in Estland zu informieren. Im Februar 2016 war eine estnische Parlamentsdelegation auf Einladung der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe zu Besuch in Deutschland. Eine deutsche Delegation um die Hessische Staatsministerin Lucia Puttrich besuchte im April 2016 im Rahmen des Kulturfestivals „Deutscher Frühling“  die Republik Estland. Seither fanden zahlreiche weitere Reisen deutscher Delegationen nach Estland  - und umgekehrt – statt.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland war 2016 nach Finnland, Schweden und Lettland der viertgrößte Handelspartner Estlands. Der Anteil des Warenverkehrs zwischen Estland und Deutschland betrug im vergangenen Jahr etwa 9 Prozent (2,2 Mrd. Euro) des estnischen Außenhandelsvolumens. Deutschland ist nach Finnland zweitgrößter Lieferant für estnische Importe mit einem Anteil von rund 11Prozent (1,5 Mrd. Euro) am estnischen Importvolumen (Importe aus Deutschland 2015: 1,5 Mrd. Euro).

Als Zielland für estnische Exporte liegt Deutschland auf dem sechsten Platz mit 6 Prozent aller estnischen Exporte. 2016 konnte Estland seine Exporte nach Deutschland um 16% auf 704 Mio. Euro steigern (Exporte nach Deutschland 2015: 607.8 Mio. 2014: 589 Millionen Euro). Wichtigste Exportzielländer für Estland sind Schweden (18 Prozent), Finnland (16 Prozent der estnischen Exporte), Lettland (9 Prozent) und Russland (7 Prozent der estnischen Exporte). Bei ausländischen Direktinvestitionen liegt Deutschland auf Platz 12. Größter ausländischer Direktinvestor ist weiterhin Schweden mit rund 4 Milliarden Euro (26 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in Estland.

In Estland sind etwa 400 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung registriert. Direkter Ansprechpartner der deutschen Wirtschaft ist die Deutsch-Baltische Handelskammer mit Büro in Tallinn.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Estland ist historisch gewachsen; die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen gehen auf die Hanse zurück, die Präsenz der deutsch-baltischen Bevölkerung währte 700 Jahre. Die starke Stellung der deutschen Sprache bis Mitte der 1990er Jahre sowie die enge Verflechtung mit der estnischen Geistesgeschichte haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die kulturellen Bande zwischen Esten und Deutschen auch während der Zeit der sowjetischen Besatzung nie abgerissen sind.

Nach Wiederherstellung der estnischen Unabhängigkeit im Jahre 1991 haben sich die kulturellen Beziehungen weiter intensiviert. Sie werden von der Botschaft, zahlreichen deutschen Mittlerorganisationen (wie Goethe-Institut, DAAD, Zentralstelle für das Auslandsschulwesen-ZfA, anderen Nichtregierungsorganisationen sowie deren estnischen Partnern mit Leben erfüllt. Schwerpunkte der kulturellen Zusammenarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaften und Hochschulen sowie die Kulturprogramme des Goethe-Instituts in Tallinn.

Seit 2010 präsentieren sich deutsche Organisationen und Partner einmal jährlich im Rahmen des „Deutschen Frühlings“ mit einem vielfältigen Programm in Estland. In den vergangenen Jahren waren mit Bayern (2013), Schleswig-Holstein (2014),  Hessen (2016) und Baden-Württemberg (2017) jeweils Bundesländer zu Gast. Im Jahr 2017 fand das Kulturfestival "Deutscher Frühling" fand vom 25. April bis zum 25. Mai statt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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