Hauptinhalt

Dominikanische Republik

Außenpolitik

Stand: September 2017

Grundlinien

Die Regierung der Dominikanischen Republik verfolgt eine unideologische, pragmatische Außenpolitik. Das Hauptinteresse gilt traditionell den USA, dem wichtigsten Partner in der (sicherheits-)politischen Zusammenarbeit, Haupthandelspartner und „Sehnsuchtsort“: Ca. 1,5 Mio. Dominikaner leben in den USA (teilweise Doppelstaatler), davon etwa 1 Mio. in New York.

Daneben sind die komplexen Beziehungen zum  Nachbarland Haiti, dem ärmsten Land des Kontinents, von essenzieller Bedeutung.


Nachbarstaaten

Die historisch belasteten Beziehungen zum einzigen Grenznachbarn, Haiti, stellen das vielschichtigste Einzelthema der dominikanischen Außenpolitik dar. Die grundsätzlich schon immer vorhandene Immigration aus Haiti verstärkte sich nach dem Erdbeben vom 10. Januar 2010 und den andauernden Entwicklungsdefiziten weiter. Die Dominikanische Republik gehörte mit rund 50 Mio. USD zu den größten Gebern nach dieser Naturkatastrophe und war auch nach Hurrikan „Matthew“ im Oktober 2016 als erstes mit Hilfslieferungen vor Ort. Das deutliche Wohlstandsgefälle (Verhältnis 1:7,4) führt zu anhaltender Armutsmigration in die Dominikanische Republik, wo die „billigen“ Arbeitskräfte aus Haiti vor allem in der Landwirtschaft und auf dem Bau Arbeit finden und dort wesentlich zum Wirtschaftswachstum beitragen. Sie werden jedoch mit Misstrauen betrachtet und oft diskriminiert, was das bilaterale Verhältnis trübt. Handelsstreitigkeiten, oft kaschiert durch vermeintliche phytosanitäre, zollrechtliche, sicherheitsspezifische und andere Maßnahmen, trüben das bilaterale Verhältnis. Grenzüberschreitende Entwicklungsprojekte, die von der EU und den Mitgliedsstaaten durchgeführt werden, tragen jedoch auch zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik bei.

Die Beziehungen zu den übrigen Nachbarstaaten der Karibik haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Die Dominikanische Republik möchte sich als Bindeglied und Mittler zu den karibischen und zentralamerikanischen Staaten etablieren, wozu Lage und wirtschaftliche Bedeutung sie prädestinieren. So hatte die Doninikanische Republik 2016 die Präsidentschaft der „Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten“ (CELAC) inne. Seit 2013 ist die Dominikanische Republik Mitglied im Zentralamerikanischen Integrationssystem (SICA). Darüber hinaus gehört das Land der „Association of Caribbean States“ (ACS) an. Mit der „Caribbean Community“ (CARICOM) ist die Dominikanische Republik über das „Caribbean Forum“ (CARIFORUM) der EU verbunden.

Die regionale Integration ist im wirtschaftlichen Bereich am weitesten vorangeschritten: Mit CARICOM und den USA/Zentralamerika (DR-CAFTA) wurden Freihandelsabkommen abgeschlossen. Als eines von 16 Mitgliedern von CARIFORUM unterzeichnete die dominikanische Regierung am 2008 das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) mit der Europäischen Union. Damit verfügt die Dominikanische Republik über freien Zugang zu den europäischen, zentralamerikanischen und US-amerikanischen Märkten.

Zu Kuba bestehen seit 1998 diplomatische Beziehungen; Kooperationsabkommen bestehen im Bildungs- und Forschungs- sowie Landwirtschaftsbereich. Die zunehmende Öffnung Kubas für den Tourismus wird in der Dominikanischen Republik mit Sorge beobachtet.

Auch die Beziehungen zu Venezuela sind intensiv, vor allem im wirtschaftlichen Bereich. Die Dominikanische Republik ist Mitglied des PETROCARIBE-Abkommens, das den karibischen Staaten stark verbilligten Zugang zu venezolanischem Öl einräumte, durch die anhaltende venezolanische innenpolitische Krise jedoch seine Bedeutung verloren hat. In dieser Krise ist das Streben der Dominikanischen Republik nach einer vermittelnden Position erkennbar.


EU

Zu Europa bestehen starke historisch-emotionale, gesellschaftliche, kulturelle, politische und wirtschaftliche Verbindungen. Geprägt werden die Beziehungen zu den europäischen Staaten maßgeblich durch eine gemeinsame Wertebasis und eine enge Zusammenarbeit bei den globalen Zukunftsfragen (Agenda 2030, Klimaschutz, geregelte Migration, Bekämpfung von Organisierter Kriminalität und Terrorismus).

Seit langem sind die Europäische Union und ihre Mitgliedsländer der größte Geber von Entwicklungsgeldern, der zweitwichtigste Handelspartner (nach den USA) und der zweitgrößte Investor in der Dominikanischen Republik. Aus dem 11. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) werden in den Jahren 2014 bis 2020 Mittel in Höhe von rund 72 Mio. EUR zur Verfügung gestellt, Schwerpunkte sind: Beschäftigungsförderung, Reformen der öffentlichen Verwaltung und Wasser. DEU ist mit rd. 20% größter Beitragszahler. Durch das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit der EU (in Kraft seit 2009) haben sich die wirtschaftlichen Verbindungen weiter dynamisch entwickelt.


Beziehungen zu weiteren Staaten

Die intensivsten Beziehungen bestehen zu den zentral- und südamerikanischen Staaten, die nahezu vollständig mit Botschaften in Santo Domingo vertreten sind.

Die Beziehungen zu Asien, insbesondere zu Japan und Taiwan, aber auch der Volksrepublik China, mit der keine diplomatischen Beziehungen bestehen, konzentrieren sich auf den Wirtschaftsbereich und die Entwicklungszusammenarbeit.

Die Dominikanische Republik unterhält Beziehungen zu Israel; die Türkei ist seit 2013 diplomatisch vertreten. Bisher bestehen nur sporadische Beziehungen zu afrikanischen Staaten, meist im Rahmen von Treffen der Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP-Staaten) oder Begegnungen während der UN-Generalversammlung in New York.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere