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Dänemark

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2017

Politische Beziehungen

Die deutsch-dänischen Beziehungen sind in allen Bereichen von enger, gutnachbarlicher Zusammenarbeit geprägt. Höhepunkte in den politischen Beziehungen waren zuletzt der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kopenhagen am 28. April 2015, die Reise von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen nach Berlin am 28. August 2015,   der Besuch von Königin Margrethe II in Wittenberg am 2. Oktober 2016 sowie das Gespräch des ehemaligen Bundesaußenministers Frank-Walter Steinmeier mit dem DNK Außenminister Anders Samuelsen am 13.12.2016 in Berlin. Lars Løkke Rasmussen hielt zudem aus Anlass des Volkstrauertages 2016 eine Rede im Bundestag.

Eine besondere Dimension der bilateralen Beziehungen besteht durch die Existenz einer deutschen Minderheit in Nordschleswig und einer dänischen Minderheit in Südschleswig. Grundlage der erfolgreichen Minderheitenpolitik beiderseits der deutsch-dänischen Grenze sind die Bonn-Kopenhagener Erklärungen vom 29. März 1955.

Der Dialog und die Begegnungen auf allen politischen Ebenen sind sehr intensiv. Die Außenminister beider Länder treffen sich regelmäßig. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig nimmt häufig Termine in Dänemark wahr.


Wirtschaftsbeziehungen

Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind intensiv und eng. Der während der Wirtschaftskrise stark zurückgegangene Handelsaustausch hat sich wieder erholt und wächst kontinuierlich Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Außenhandelspartner Dänemarks; umgekehrt liegt Dänemark bei den deutschen Ein- und Ausfuhren von Jahr zu Jahr zwischen dem 18. und dem 20. Platz. Deutschland importiert aus Dänemark Industrieprodukte, Maschinen, Lebensmittel, landwirtschaftliche Produkte sowie Medizintechnik und Pharmazie-Produkte. Deutsche Exporte sind hauptsächlich Maschinen und Fahrzeuge, Halbfertig- und Fertigwaren, Chemikalien, Konsumartikel und Lebensmittel.

Auch Direktinvestitionen gehen in beide Richtungen über die Grenze: Dänische Firmen haben über einige Tausend Tochtergesellschaften in Deutschland, von denen ein großer Teil bei der dänischen Handelsvertretung in Hamburg gelistet ist. Besonders bekannt sind Firmen wie Netto, Dänisches Bettenlager, Rockwool, Velux, Carlsberg oder Danfoss. Deutsche Direktinvestitionen in Dänemark haben die Größenordnung von etwa 5,5 Milliarden Euro. Viele deutsche Unternehmen haben Tochtergesellschaften in Dänemark.

Im September 2008 wurde mit der Unterzeichnung eines Staatsvertrags der Startschuss für das bedeutendste deutsch-dänische Projekt der kommenden Jahre gegeben: den Bau eines Tunnels unter dem Fehmarnbelt. Nach jetzigem Stand könnte  2018 oder 2020  mit den Haupt-Bauarbeiten begonnen werden, die Bauzeit soll ca. 8,5 Jahre betragen.


Kulturaustausch

Seit Jahrhunderten existieren enge kulturelle Verflechtungen zwischen Deutschland und Dänemark. Bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 (Schlacht von Düppel) waren Schleswig, Holstein und Lauenburg in Personalunion mit der dänischen Krone verbunden, der heutige Hamburger Stadtteil Altona war zweitgrößte Stadt des dänischen Reiches, und die erste Eisenbahnlinie führte von Altona nach Kiel.

Von zentraler Bedeutung für den Kulturaustausch sind die im europäischen Vergleich guten Deutschkenntnisse in Dänemark. Deutsch ist nach Englisch die am häufigsten gelernte Fremdsprache an dänischen Schulen und wird seit 2014 bereits ab der 5. Klasse unterrichtet. An den Volksschulen (Einheitsschule bis Klasse 9) lernen circa drei Viertel aller Schüler mindestens zwei bis drei Jahre Deutsch. Eine rückläufige Tendenz lässt sich jedoch an den Gymnasien erkennen, wo der Anteil der Deutschlerner auf unter 50 Prozent gefallen ist.

Deutschland trägt zur guten schulischen Infrastruktur durch verschiedene Akteure bei.

  • Die Sprachabteilung des Goethe-Instituts Dänemark bietet Lehrerfortbildungen und Online-Sprachkurse an.
  • In Dänemark sind derzeit vier Schulen (Gymnasium Middelfart, Gymnasium Tondern / Tønder, Sorø Privatschule, Deutsche Auslandsschule St. Petri-Schule Kopenhagen) in das weltweite Partnerschulnetzwerk PASCH (Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.pasch-net.de) aufgenommen. Ab 2017 werden auch die Zahles-Gymnasieskole (Grundschule und Gymnasium) in Kopenhagen und die Sorö Akademie (Gymnasium) das Deutsche Sprachdiplom (DSD) abnehmen und somit dem PASCH-Netzwerk beitreten. Das Deutsche Gymnasium Nordschleswig in Apenrade / Aabenraa ist kooptierter Netzwerkpartner.

    Das Bundesinnenministerium unterstützt den Deutschen Schul- und Sprachverein (DSSV) in Nordschleswig, der die Schulen der deutschen Minderheit in Nordschleswig betreibt.

Der universitäre und studentische Austausch wird durch eine entsandte DAAD-Lektorin an der Universität Aarhus sowie einem DAAD-Lektorat an der Universität Kopenhagen betreut.

Die 1575 gegründete Sankt Petri Schule im Zentrum Kopenhagens ist die älteste deutsche Auslandsschule. In der Privatschule nach dänischem Recht wird zu gleichen Teilen in deutscher und dänischer Sprache unterrichtet. Die Schule führt sowohl zum deutschen Abschluss der Sekundarstufe I als auch zur dänischen Volksschulabgangsprüfung. Seit 2013 kann an der St. Petri-Schule auch die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP) abgelegt werden. Die Sankt Petri Schule ist als „exzellente deutsche Auslandsschule“ zertifiziert.

In Kopenhagen gibt es drei deutsche Kirchengemeinden, die lutherische Sankt-Petri-Kirche, die Deutsch-Reformierte Gemeinde sowie die deutschsprachige katholische Gemeinde. In Nordschleswig gibt es weitere deutschsprachige Kirchengemeinden.

Neben der offiziellen Präsenz ist der Kulturaustausch zwischen Deutschland und Dänemark äußerst vielfältig. Dänemark übt mit seinen vielen Festivals, Museen, Spielstätten und Galerien eine starke Anziehungskraft auf deutsche Künstler aus. Die dänische Stadt Aarhus ist 2017 Kulturhauptstadt Europas.

Umgekehrt erfreuen sich Kunst, Literatur und Musik aus Deutschland in Dänemark großer Beliebtheit. Darüber hinaus ist Deutschland für das interessierte dänische Publikum ein kultureller Magnet.

Das Goethe-Institut Dänemark in Kopenhagen unterstützt den Kulturaustausch im Rahmen seiner vielfältigen Programmarbeit. Insbesondere Berlin steht bei dänischen Kulturschaffenden hoch im Kurs: mittlerweile leben und arbeiten über 3500 Dänen in Berlin, darunter mehr als 300 dänische Künstler aus allen Kunstgattungen, die diedortige Kulturszene bereichern.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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