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Côte d'Ivoire

Wirtschaft

Stand: Mai 2017

Côte d'Ivoire ist ein tropisches Agrarland, der Rohstoffsektor (Erdöl, Erdgas, Gold, Mangan, Nickel) gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Wegen der gewalttätigen politischen Krise während der ersten vier Monate des Jahres 2011 brach die Wirtschaft um 4,5 Prozent ein. Die Lage hat sich inzwischen stabilisiert. 2015 wurde ein Wirtschaftswachstum von 8,9 Prozent erreicht, 2016 waren es 7,9 Prozent.

Trotz guter makroökonomischer Daten erschwert das mit 2,6% hohe Bevölkerungswachstum die Armutsbekämpfung. Im Human Development Index 2015 belegt CIV Rang 172 von 188. (2014: 171 von 187). Nach Angabe von UNDP (November 2015) hat sich die Armutsrate leicht verbessert. 46,3% der Bevölkerung (bisher 50%) leben unter der Armutsgrenze (2009: 48 % aber: 1984: 10 %).

Côte d'Ivoire ist der weltgrößte Kakaoproduzent und der größte Produzent von Robusta-Kaffee in Afrika. Ergänzt wurden diese traditionellen landwirtschaftlichen Einnahmequellen (neben Kakao/Kaffee auch Baumwolle, Naturkautschuk, Palmöl, Holz und Früchte) durch Öl- und Gasreserven vor der Küste.

Durch die feste Bindung der Landeswährung Franc CFA an den Euro herrscht annähernd Preisstabilität. Der Wechselkurs (1 € = 655,957 FCFA) ist seit 1994 nicht mehr verändert worden und erlaubt dem Land, seine Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen weltweit zu vermarkten.

Aktuelle Wirtschaftsentwicklung, konjunkturelle Lage

Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2016 rund 32,2 Milliarden Euro, das BIP pro Kopf 1.324 Euro.

Die Regierung legt den Akzent ihrer Wirtschaftspolitik auf die Stärkung des privaten Sektors. Besonders die Landwirtschaft mit den Exportprodukten Kakao, Kaffee, Kautschuk, Cashewnüssen und Palmöl hat hohe Priorität. Außerdem sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch den Ausbau der in den Krisenjahren 1999 bis 2011 stark in Mitleidenschaft gezogenen, einst vorbildlichen Infrastruktur verbessert werden (Verkehrswege, Energieerzeugung, Gesundheitswesen, Schulen und Hochschulen sowie die für die Exportzolleinnahmen unentbehrlichen Häfen). Public-Private-Partnerships, mit denen Privatinvestoren für Großprojekte gewonnen werden sollen, spielen bei der Modernisierung der Infrastruktur eine wichtige Rolle.  


Struktur der Wirtschaft

Der Landwirtschaftssektor trägt rund 22 Prozent zum BIP bei, die Industrie 29 Prozent und der Dienstleistungsbereich 49 Prozent. Neben dem Ausbau der Infrastruktur hat die Reform des Bankenwesens hohe Priorität, damit der Wirtschaft ausreichend Liquidität zur Verfügung steht. Seit 2015 befindet sich der Hauptsitz der Afrikanischen Entwicklungsbank (BAD/AfDB) wieder in der Côte d’Ivoire.

Die Telekommunikationsbranche ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Auch die Bereiche Verkehr, Gesundheitswesen, Häfen und Bau profitieren von den von der Regierung durchgeführten Infrastrukturmaßnahmen. Unverändert liegt der größte Wettbewerbsvorteil von Côte d'Ivoire im Bereich der (auch landwirtschaftlichen) Rohstoffe. Die Rohstoffexporte machen Côte d'Ivoire zu einem der wenigen Länder Afrikas mit einem beständigen Außenhandelsüberschuss. Die wichtigsten Exportprodukte des Primärsektors sind Kakao, Kaffee, Erdölprodukte, Holz, Baumwolle, Kautschuk und Palmöl. Bedeutung haben daneben Fisch, Textilien, Zement, Tropenfrüchte und der Bergbau (Gold, Mangan, Nickel und Eisen).

Seit 2011 vergibt die Regierung Explorationslizenzen für off-shore liegende Öl- und Gasfelder. Vor der ivorischen Küste sind neue Bohrinseln zu sehen. Die Ölproduktion lag in den vergangenen 15 Jahren jeweils zwischen 50.000 und 70.000 Fass/Tag (2014: 60 000 Fass/Tag). Sie soll bis Ende des Jahrzehnts auf 200.000 Fass/Tag gesteigert werden und wird mit ihren Einnahmen einen wichtigen Beitrag für das staatliche Budget liefern. Im Oktober 2015 wurde ein neues Offshore Ölfeld mit einer Produktion von 1.100 Barrel pro Tag in Betrieb genommen.


Wirtschaftsklima

Côte d’Ivoire bietet ein großes Potenzial für Handel und Investitionen, was weitere Verbesserungen bei den Investitionsrahmenbedingungen nötig macht. Mit der Reform der Kakaopreise (November 2011), dem Nationalen Investitionsplan (August 2012), dem zweiten Nationalen Entwicklungsplan (März 2016; Laufzeit 2016-2020), einer modernen Investitionsgesetzgebung sowie der Einführung einer Handelsschiedsgerichtsbarkeit und vereinfachter Verwaltungsabläufe zur Gründung privater Unternehmen hat die Regierung wichtige Grundlagen zur Verbesserung des Geschäftsklimas gelegt.

Die politische Stabilisierung des Landes trägt auch hinsichtlich der Rückansiedlung internationaler Organisationen Früchte: nach der afrikanischen Entwicklungsbank hat die Internationale Kakaoorganisation (ICCO) beschlossen, ihren Sitz von London nach Abidjan zu verlegen, auch die Europäische Investmentbank (EIB) hat kürzlich ein Büro in Abidjan eröffnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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