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Wirtschaft
Stand: Oktober 2011
Côte d’Ivoire ist ein tropisches Agrarland. Es hat die seit 1999 andauernde politische Krise wirtschaftlich überraschend gut überstanden. Aufgrund der jüngsten schweren Krise nach den Präsidentschaftswahlen 2010 wird für 2011 jedoch mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gerechnet.
Côte d’Ivoire trägt rund 40 Prozent zum BIP der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) bei, sein BIP pro Kopf ist das höchste Westafrikas. Côte d’ Ivoire ist der weltgrößte Kakaoproduzent und der größte Produzent von Robusta-Kaffee in Afrika. Ergänzt wurden diese traditionellen landwirtschaftlichen Einnahmequellen (neben Kakao/ Kaffee auch Baumwolle, Naturkautschuk, Palmöl, Holz und Früchte) in den vergangenen Jahren durch die Entdeckung von Öl- und Gasreserven vor der Küste. Investoren schätzen das gute Bildungsniveau der Eliten.
Durch die aus französischer Kolonialzeit herrührende feste Bindung der Landeswährung Franc CFA an den Euro herrscht eine relative Preisstabilität, andererseits birgt die Wechselkursbindung die Gefahr von Wettbewerbsnachteilen und Verzerrungen im Außenhandel.
Aktuelle Wirtschaftsentwicklung, konjunkturelle Lage
Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2010 rund 16 Milliarden Euro und verteilte sich nach IWF-Schätzungen wie folgt: Konsum: 84,0 Prozent (davon 8,8 Prozent Staatsverbrauch; Konsum 2006: 80,1 Prozent), Außenbeitrag: 7,3 Prozent (2006: 10,5 Prozent), Bruttoinvestitionen: 8,7 Prozent (2006: 9,4 Prozent).
Die neue Regierung hat angekündigt, den Akzent ihrer Wirtschaftspolitik auf die Stärkung des privaten Sektors zu legen. Außerdem sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch den Ausbau der einst vorbildlichen, mittlerweile aber in die Jahre gekommenen Infrastruktur verbessert werden. Insbesondere sollen die Verkehrswege, die Energieerzeugung, das Gesundheitswesen, Schulen und Hochschulen sowie die für die Exportzolleinnahmen unentbehrlichen Häfen modernisiert werden.
Struktur der Wirtschaft
Der Landwirtschaftssektor trägt rund 23 Prozent zum BIP bei, die Industrie 26 Prozent und der Dienstleistungsbereich 51 Prozent . Durch den krisenbedingten Ausfall des gesamten Bankensektors ist vor allem der Handel und der Dienstleistungssektor in der ersten Jahreshälfte beeinträchtigt worden. Es wird davon ausgegangen, dass die Verluste bis Mitte 2012 aufgeholt werden können.
Neben der in den letzten zehn Jahren stark gewachsenen Telekommunikationsbranche dürften sich in den kommenden Jahren vor allem die Bereiche Verkehr, Gesundheitswesen, Häfen und Bau wegen der von der Regierung angekündigten Infrastrukturmaßnahmen überdurchschnittlich entwickeln.
Unverändert liegt der größte Wettbewerbsvorteil von Côte d'Ivoire im Bereich der (auch landwirtschaftlichen) Rohstoffe. Die Rohstoffexporte machen Côte d’Ivoire zu einem der wenigen Länder Afrikas mit einem beständigem Außenhandelsüberschuss. Die wichtigsten Exportprodukte des Primärsektors sind Erdölprodukte, Kakao, Holz, Kaffee, Baumwolle, Kautschuk und Palmöl. Bedeutung haben daneben Fisch, Textilien, Zement und Tropenfrüchte.
Kakao und Kaffee
Kakao war lange die Hauptquelle der Exporteinnahmen (bis zu 40 Prozent der Exporterlöse). Mittlerweile ist die Bedeutung des Kakaos zugunsten des Erdölsektors zurückgegangen. 2007 betrug der Anteil von Kakaobohnen am Exporterlös gemäß IWF-Angaben lediglich 28,8 Prozent, der Anteil von Erdölprodukten 34,4 Prozent. 2007 wurden 1,2 Millionen Tonnen Kakao produziert, ein Minus von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kaffeeproduktion ist dagegen laut IWF um 45,9 Prozent auf 170,8 Tausend Tonnen gestiegen.
Erdölprodukte
Die Rohölproduktion hat in 2005 mit der Inbetriebnahme des Baobab-Feldes einen starken Aufschwung erfahren, bleibt aber im Vergleich zu anderen afrikanischen Produzenten bescheiden. 2007 wurden 17,4 Millionen Barrel Rohöl produziert.
Derzeit verfügt Côte d’Ivoire über Raffineriekapazitäten von 70.000 Barrel proTag. Die Grundsteinlegung für eine zweite Raffinerie mit einer Kapazität von 60.000 Barrel proTag erfolgte im November 2007. Neben dem eigenen Öl raffiniert Côte d’Ivoire auch Rohöl, das es aus anderen Ländern der Region (besonders Nigeria) importiert.
Die Gasproduktion in 2007 belief sich auf 1.420,32 Millionen Kubikmeter (Produktion insbesondere durch französische und amerikanische Firmen). Die Gasreserven werden vom ivorischen Energieministerium auf 23.690 Milliarden Kubikmeter beziffert.
Bergbau
Der neue Energieminister hat angekündigt, die in den letzten Jahren kaum mehr betriebene Erforschung ausbeutbarer Lagerstätten vorantreiben zu wollen. Es geht dabei um Eisenerz, Diamanten, Mangan, Gold und andere Rohstoffe.
Wirtschaftsklima
Das von der Regierung vorgestellte Programm zur wirtschaftlichen Gesundung hat schon jetzt eine Aufbruchstimmung in der Geschäftswelt erzeugt. Es ist zu erwarten, dass die Verluste in der Nachwahlkrise schnell wettgemacht werden und Côte d’Ivoire rasch zu einem ausreichenden Wirtschaftswachstum zurückfindet.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
