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Costa Rica

Wirtschaft

Stand: Februar 2017

Wirtschaftsstruktur 

Costa Rica hat eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft. Traditionelle Exportgüter wie Kaffee und Bananen haben zwar an Bedeutung verloren, die Landwirtschaft bleibt aber nach dem Tourismus und den Exporten in der Computerbranche wichtigster Devisenbringer des Landes.

Costa Rica ist Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Es existieren Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA), Mexiko, Chile, Kanada, der Dominikanischen Republik (CARICOM Caribbean Community), Panama und China sowie mit Peru, Singapur, der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelszone EFTA. Ende April 2014 konnte mit Kolumbien ein Freihandelsabkommen abgeschlossen werden. Im August 2016 ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Costa Rica in Kraft getreten, das somit seit 1. Januaar 2017 anwendbar ist. Die costa-ricanische Wirtschaft wies in den letzten Jahren ein stetiges moderates Wachstum auf. Gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug das Wachstum zuletzt 4,3% (2016).

Die Warenexporte erreichten 2016 einen Wert von 9,93 Mrd. USD (+ 8%), die Warenimporte 15,2 Mrd. USD (2015).

Das Haushaltsdefizit lag 2016 bei 5,1% des BIP. Für 2017 wird wieder ein weiterer Anstieg erwartet. Die Sanierung des Haushaltes und die Durchsetzung einer seit langem geplanten Steuerreform bleiben die größten Herausforderungen für die Regierung Solís, ohne dass derzeit realistische Aussichten auf Besserung bestehen.

Die Landeswährung Colón floatet zum US-Dollar innerhalb einer von der Zentralbank gestützten Bandbreite, zur Zeit liegt der Kurs bei etwa 557 Colones für 1 USD. Seit 2013 weist das Land einstellige Inflationsraten auf; 2014 betrug die Inflation 3,2%, 2015 fiel sie sogar auf -0,8%. 2016 betrug die Inflationsrate 0,8%.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Costa Rica hat sich heute vom Agrarstaat zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt. Während die Landwirtschaft 1965 noch 23,5% zum BIP beitrug, waren es 2014 nur noch 6%. Dienstleistungen und Industrie haben heute dagegen einen Anteil von 73,9% und 20,1%.

In den letzten Jahren bemühte sich Costa Rica erfolgreich um Investitionen ausländischer Firmen, vor allem auch im Hightech-Bereich. Vor allem US-amerikanische Großkonzerne haben sich in den Freihandelszonen in Costa Rica niedergelassen. Auch große deutsche Firmen sind im Großraum San José z.T. neu (Bosch, Evonik u.a.) vertreten.

Der Tourismus ist inzwischen vor der Landwirtschaft (Ananas, Bananen, Kaffee) wichtigster Devisenbringer des Landes (2015: 2,882 Mio. USD). Im Jahr 2016 kamen 2,92 Mio. Touristen nach Costa Rica (2015: 2,66 Mio.), d.h. +12,8%. Knapp 50% der Touristen stammten aus Nordamerika, die meisten davon aus den USA. Aus Deutschland reisten 2016 knapp 67.000 Touristen ein. Insbesondere der "Ökotourismus" bringt Gäste nach Costa Rica. Über 30% der Landfläche stehen unter Naturschutz.

Für die Stromerzeugung sind erneuerbare Energien immer wichtiger (ca. 99%, rund 75% Wasserkraft). Bei Öl besteht volle Importabhängigkeit.


Außenwirtschaft

Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costa-ricanischen Wirtschaft dar; die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ. Hauptexportgüter waren 2016 Waren pflanzlichen Ursprungs (27%), medizinische Geräte etc. 26%, lebensmittel 16%. Die Exportquote betrug 2015 17,4%/BIP (2014: 18,5%).

Das Leistungsbilanzdefizit in Höhe von 4,0% (2015) des BIP wird hauptsächlich durch Mineralölimporte verursacht.

Dominierender Handelspartner Costa Ricas sind die USA. 39,1% der Exporte gehen in die USA. Bei den Importen beträgt  der Wert 43,1%.

Nach dem 2011 abgeschlossenen Freihandelsabkommen mit China haben sich die Exporte in das asiatische Land mehr als verdoppelt. 2014 gingen 3% der Exporte nach China. Der Anteil importierter Waren belief sich auf 9,8%, Tendenz steigend.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATT und 1995 Gründungsmitglied der Welthandelsorganisation WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano). Zu Beginn des Jahres 2009 trat das Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA) in Kraft. Costa Rica nahm 2015 formal Beitrittsverhandlungen mit der OECD auf.

Das Mitte 2012 unterzeichnete Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Zentralamerika wurde im Juli 2013 durch Costa Rica ratifiziert; seit dem 1.10.2013 wird der Handelsteil des Abkommens gegenüber Costa Rica vorläufig angewendet. Es enthält Regelungen über Freihandel zwischen den beiden Regionen sowie Bestimmungen über Kooperation und Politischen Dialog; es sieht schrittweise Zollerleichterungen vor.

Seit 1. Januar 2017 ist das nach 20-jährigen Verhandlungen 2016 in Kraft getretene deutsch-costa-ricanische Doppelbesteuerungsabkommen anwendbar.


Umwelt

Umweltpolitik genießt in Costa Rica einen hohen Stellenwert. Das von der Regierung Arias (2006 – 2010) angekündigte Ziel, im Jahr 2021 als erstes Land der Welt eine ausgeglichene CO2-Bilanz vorweisen zu können, wird weiterhin verfolgt. Costa Rica erzeugt etwa 99% des Stroms aus erneuerbaren Energien (vor allem Wasserkraft, Geothermie, Windkraft). Für Spitzenverbrauch in der Trockenzeit (Rückgang der Wasserkraft) stehen Schweröl-Kraftwerke bereit.

Für die kommenden Jahre werden hohe Investitionen in die Energieinfrastruktur erforderlich sein. Die notwendigen Kapazitäten sollen vor allem durch den Bau neuer Wasserkraft-Großanlagen erzeugt werden. Im September 2011 wurde das Wasserkraftwerk Pirrís eingeweiht, im September 2016 folgte das Wasserkraftwerk Reventazón (305 MW). 2016 deckte Costa Rica 75% seines Strombedarfs aus Wasserkraft. Daneben wächst auch die Bedeutung der Stromgewinnung aus Geothermie und Windkraft. Costa Rica nimmt im Klima- und Umweltschutz weltweit eine Vorreiterrolle ein. Beides sind in der costa-ricanischen Bevölkerung tief verwurzelte Maximen, denen sich auch die Regierung verpflichtet fühlt. Costa Rica verfügt über einen "nationalen Klimaaktionsplan", der konsequent umgesetzt wird. So wurde z. B. die Waldfläche in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt (54% des Landes, angestrebt: 60%), knapp 30% des Landes stehen unter Naturschutz. Costa Rica betreibt gezielt "Ökotourismus".

Bei der Abwasserentsorgung besteht allerdings erheblicher Nachholbedarf. Nahezu alle Abwässer fließen ungeklärt in Flüsse und Meere. Die costa-ricanische Regierung investiert 1,08 Milliarden USD in den Bau drei neuer Kläranlagen im Großraum San José, die bis 2028 den Betrieb aufnehmen sollen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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