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Costa Rica

Beziehungen zwischen Costa Rica und Deutschland

Stand: Oktober 2016

Politik

Das Verhältnis zwischen Costa Rica und der Bundesrepublik Deutschland ist herzlich und vertrauensvoll, die bilateralen Beziehungen sind problemlos und vor allem geprägt durch den Handels- und Wirtschaftsaustausch, die langjährige entwicklungspolitische Zusammenarbeit, die Kooperation bei Umwelt- und Klimaschutzthemen sowie die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen.

In der costa-ricanischen Öffentlichkeit genießt Deutschland viel Sympathie. Das Deutschlandbild profitiert außerdem von der gut integrierten deutschen Kolonie.


Wirtschaft

Deutschland zählt innerhalb der EU zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes. Im Jahr 2015 wurden costa-ricanische Waren im Wert von 444,8 Millionen US-Dollar nach Deutschland exportiert; die costa-ricanischen Importe aus Deutschland beliefen sich auf 209,5 Millionen US-Dollar. Wichtigste Exportgüter aus Costa Rica sind Bananen, Ananas, Kaffee und Zierpflanzen. Bei den Importen aus Deutschland handelt es sich vornehmlich um Maschinen, chemische Produkte und Kfz und Kfz-Teile.

Costa Rica ist ein beliebtes Urlaubsziel: 2015 kamen knapp 70.000 deutsche Touristen ins Land.

Seit 1998 ist ein bilaterales Investitionsschutz- und Förderungsabkommen in Kraft. Im Februar 2014 wurde ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen in San José unterzeichnet, das seine zweite, abschließende Lesung im Parlament am 8. Januar 2016 erfolgreich absolviert hat. Das Abkommen bedarf formal noch der Zeichnung durch den Staatspräsidenten und der Veröffentlichung im Gesetzblatt, damit es zum 1. Januar 2017 in Kraft treten kann.

Im Mai 2010 wurden die Verhandlungen zwischen der EU und sechs zentralamerikanischen Staaten – darunter Costa Rica – über ein bi-regionales Assoziierungsabkommen, das schrittweise Zollerleichterungen vorsieht, abgeschlossen. Die innerstaatliche Ratifizierung durch Costa Rica erfolgte im Juli 2013. Seit dem 1.10.2013 wird der Handelsteil des Assoziierungsabkommens gegenüber Costa Rica vorläufig angewendet.


Entwicklungszusammenarbeit

Costa Rica zählt mit einem BIP pro Kopf von 10.963 US-Dollar (2015) im weltweiten Vergleich zu den Ländern mit mittlerem Einkommen ('middle income countries'). Die liberale Wirtschaftspolitik und ein insgesamt hoher Bildungsstand haben mit Ausnahme von 2009 für ein anhaltend stabiles Wirtschaftswachstum über mehrere Jahre gesorgt. Nach offiziellen Angaben beträgt die Armutsrate über 20%, davon leben 6,7% in extremer Armut. Der Gini-Koeffizient beläuft sich auf 0,508 (2014).

Im November 2006 wurden in San José letztmals Neuzusagen für die auslaufende "traditionelle" technische und finanzielle Zusammenarbeit gegeben. Seitdem hat sich ein neuer Schwerpunkt im Bereich Klimaschutz durch Einbindung von Costa Rica in die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) der Bundesregierung entwickelt. Dieser relativiert den Ausstieg aus der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Als Vorreiter für klimaneutrales Wachstum - auch die aktuelle Regierung unter Präsident Solís verfolgt weiterhin das Ziel, bis 2021 "CO2-Neutralität" zu erreichen - ist Costa Rica für Deutschland ein attraktiver Partner, um in der internationalen Klimakooperation neue Wege und Formen der Zusammenarbeit zu erproben.

Costa Rica wird darüber hinaus auch immer mehr ein zentraler Partner und Standort für regionale Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit Costa Rica im Rahmen der Kooperation über das mittelamerikanische Integrationssystem (SICA) sind die Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, die Förderung der Beschäftigung und Unternehmensgründung Jugendlicher, Energieeffizienz und –einsparung, Biodiversitätsschutz und Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD). Ferner wird ein Vorhaben mit dem Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof zur Stärkung des Zugangs zu Recht unterstützt.


Kultur und Bildung

Obwohl sich Costa Rica nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch kulturell vor allem an den Vereinigten Staaten orientiert, ist der Kultursektor ein wichtiger Bestandteil der deutsch-costa-ricanischen Beziehungen. Unter anderem als Reaktion auf den wachsenden US-amerikanischen Einfluss, besonders in den Massenmedien, besteht in Costa Rica nachhaltiges Interesse an europäischer Kultur.

Wichtiger Teil der deutschen Kulturarbeit ist die Förderung der deutschen Humboldt-Schule "Colegio Humboldt", einer Begegnungsschule mit insgesamt knapp 1.000 Schülern und Kindern im Kindergarten, 10 entsandten Lehrern und 4 Bundesprogrammlehrkräften. Im Rahmen der auch vom Auswärtigen Amt geförderten Partnerschulinitiative 'Schulen: Partner der Zukunft' gibt es vier Partnerschulen.

Der DAAD ist in San José mit einem Informationszentrum vertreten, das bilaterale und regionale Programme zum Dozenten- und Studentenaustausch (insbesondere im Postgraduiertenbereich) sowie zur Hochschulkooperation für ganz Zentralamerika und die Dominikanische Republik durchführt. Mit verschiedenen costa-ricanischen Institutionen (wie dem Rektorenverband CONARE und der staatlichen Universidad de Costa Rica) bestehen spezielle bilaterale Abkommen zum Wissenschaftler- und Studentenaustausch, ebenso wie mit dem zentralamerikanischen Hochschulverband CSUCA. Der DAAD verfügt über ein Netz von Kontaktpersonen und unterstützt die Ehemaligenvereinigungen in der Region. Jährlich wird eine große Zahl an Austauschmaßnahmen mit und in der Region finanziert; dazu gehören Individualstipendien ebenso wie die Finanzierung von institutionellen Kooperationsprojekten in Forschung und Lehre. Im März 2005 wurde an der "Universidad de Costa Rica" (UCR) der "Humboldt-Lehrstuhl" eingerichtet, mit dem der wissenschaftliche Austausch interdisziplinär weiter vertieft wird. Im September 2012 wurde zudem der "Wilhelm und Alexander von Humboldt-Sonderlehrstuhl für Geistes- und Sozialwissenschaften" an der UCR ins Leben gerufen, der von der UCR und dem DAAD kofinanziert wird.

In Costa Rica gibt es ein Goethe-Zentrum, das an zwei Standorten in San José Deutschkurse in allen Stufen und entsprechende Deutschzertifikate anbietet. Insgesamt schreiben sich jährlich rund 1.800 Personen in einen Sprachkurs des Goethe-Zentrums ein.


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