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Benin

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2016

Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland unterhält seit 1960 ununterbrochen diplomatische Beziehungen zu Benin. Das bilaterale Verhältnis ist seit dem Ende der Diktatur 1990 gut. Schwerpunkt ist die entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Mehrfach kam es in den letzten Jahren zu hochrangigen Besuchen. Im Dezember 2004 reiste Bundespräsident Köhler nach Benin, im Oktober 2006 und im Januar 2013 besuchte Präsident Boni Yayi Deutschland. Der persönliche G8-Afrika Beauftragte der Bundeskanzlerin Günter Nooke reiste im Februar 2011, im Dezember 2012 und im Juli 2013 nach Benin, Außenminister Nassirou Bako-Arifari kam im März 2012 und im Mai 2014 nach Berlin. Bundespräsident a.D. Köhler besuchte Benin erneut im Mai 2012. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, besuchte Benin am 02./03. Januar 2016.


Entwicklungszusammenarbeit

Seit 1960 ist Deutschland entwicklungspolitisch in Benin aktiv. Benin ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Dies verdankt Benin vor allem seiner jüngeren politischen Entwicklung seit 1990 zu einer liberalen Demokratie. Die Ergebnisse dieser "Demokratisierungsdividende" sind noch nicht ausreichend.

Die staatliche Kooperation läuft im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen gemeinsamer Programme der technischen und finanziellen Zusammenarbeit, die durch die GiZ und die KfW umgesetzt werden. Das deutsch-beninische Entwicklungsprogramm ist sehr anerkannt. Mit dem Abschluss der Regierungsverhandlungen im September 2016 in Berlin stieg die Gesamtsumme der seit 1960 erfolgten bilateralen Zusagen auf fast 900 Millionen Euro.

Die nächsten Regierungsverhandlungen finden voraussichtlich 2019 statt. Die Zusammenarbeit erfolgt entlang der Entwicklungsachsen der Stratégie de Croissance pour la Réduction de la Pauvreté (SCRP),  in der die beninische Regierung ihren Entwicklungsplan für die verschiedenen Sektoren darlegt. Das im September 2016 vereinbarte deutsch-beninische Kooperationsprogramm für die Jahre 2016 – 2019 umfasst etwa 70 Millionen Euro und konzentriert sich auf die folgenden drei Schwerpunktbereiche:

  • Dezentralisierung und Kommunalentwicklung
    Deutschland unterstützt die nationale Politik zur Steigerung der kommunalen Selbstverantwortung und kommunalen Kompetenz für soziale und bürgernahe Dienstleistungen vor Ort sowie der politischen Teilhabe der Basis. Auch fiskalische Verantwortlichkeiten sollen von der nationalen Ebene auf die Kommunen übertragen werden.

  • Trinkwasser, Wassermanagement, Abwasser/Abfallentsorgung
    Die beninische Regierung wird dabei unterstützt, die Lebensbedingungen der Bevölkerung durch ganzjährigen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu verbessern und Krankheiten durch eine bessere Sanitärversorgung zu vermindern.
  • Sicherung der Ernährung, Landwirtschaft
    Wegen der Bedeutung der Landwirtschaft für die Minderung der Armut, das Sozialprodukt und die Ernährungssicherung wird die Regierung bei der Umsetzung der nationalen Landwirtschaftsstrategie beraten. Gleichzeitig werden Wertschöpfungsketten landwirtschaftlicher Produkte (Baumwolle, Karité, Cashewnüsse, Reis, etc.) in den ländlichen Räumen ganz Benins gefördert. Dabei wird dem Klimawandel und dem Erhalt natürlicher Ressourcen und der verstärkten Einbindung der Privatwirtschaft Rechnung getragen. Die im Jahr 2015 gestartete BMZ-Sonderinitiative "Eine Welt ohne Hunger", an der Benin partizipiert, unterstreicht die Bedeutung, die beide Regierungen der Bekämpfung des Hungers beimessen. Sie hat ein Volumen von zusätzlich mehr als 37 Millionen Euro.

Um Transparenz und Effizienz zu stärken, beraten deutsche Experten im Rahmen der technischen Zusammenarbeit Entscheidungsträger der beninischen Verwaltung im Bereich der Makroökonomie und im Finanzsektor. Zusätzlich werden im Grundbildungssektor beninische Schulämter bei einer umfassenden Organisationsentwicklung beraten.

Schließlich beteiligt sich die Deutschland an der Sicherung der Energieversorgung Westafrikas im Allgemeinen und Benins im Speziellen über Finanzierungsbeiträge zum West African Power Pool (WAPP) im Rahmen eines überregionalen Engagements. Weitere länderübergreifende und mit deutschen Geldern finanzierte Initiativen von denen Benin profitiert, befassen sich mit Umweltschutz, Anpassung an den Klimawandel und Erhaltung der Flora und Fauna.

Das Programm der Entwicklungszusammenarbeit steht unter der Zielsetzung der Paris-Erklärung für die Steigerung der Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit, mehr Geberharmonisierung und Partnerverantwortung. In fast allen Programmen besteht deshalb eine strukturelle Kooperation mit anderen Gebern. Außerdem erfolgt vor Ort eine regelmäßige Abstimmung unter den Gebern und mit den zuständigen beninischen Ministerien. Mit der Regierung werden übergeordnete Themen wie gute Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung für effektivere Zusammenarbeit erörtert.

In Benin sind seit 2008 regelmäßig zwischen 15 und 30 junge Menschen über das "Weltwärts" Freiwilligen-Programm in verschiedenen sozialen Projekten tätig. Zahlreiche Initiativen der deutschen Zivilgesellschaft, der Kirchen sowie deutscher Städte und Gemeinden sind - zum Teil mit Unterstützung des BMZ - in der Armutsbekämpfung in Benin engagiert.

Die in Benin tätigen deutschen politischen Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung) mit Programmen zur Förderung von Demokratie und Sozialpolitik genießen hohes Ansehen.


Wirtschaftliche Beziehungen

Der Handel mit Deutschland ist gering. Der Wert der Einfuhren aus Deutschland betrug 2014 77,2 Millionen Euro gegenüber 92,21 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2013. Umgekehrt wurden 2014 nach Deutschland Waren im Wert von 8,4 Millionen Euro exportiert gegenüber 0,78 Millionen Euro im Jahr 2013. Die beninischen Exporte stiegen damit gegenüber den Vorjahren erheblich (Quelle: Ausfuhrbericht des Statistischen Bundesamtes vom 20.11.2015). Global gesehen bleibt die Handelsbilanz Benins mit Deutschland negativ.

Die deutsche Privatwirtschaft ist über eine norwegische Tochter von Heidelberg Zement am lokalen Unternehmen CIMBENIN als Mehrheitseigentümer beteiligt. Seit 2009 ist die Allianz Versicherung über ihre französische Niederlassung in Benin etabliert. Zudem ist DHL seit 1984 in Benin tätig.


Kulturelle Beziehungen

Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit bestehen rege Kontakte im kulturellen Bereich. 1987 wurde ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Benin unterzeichnet, das am 13. Mai 1988 in Kraft getreten ist. Das Goethe-Institut in Abidjan ist auch für Benin zuständig, eine GI-Unterrichtsexpertin in Lomé (Togo) deckt auch Benin ab. Die Deutsche Welle kooperiert mit beninischen Medien (Ko-Produktionen, Ausbildungsprogramme). Die Deutsche Botschaft fördert die bilateralen Kulturbeziehungen durch die Vermittlung von Stipendien und Gastprofessuren (der DAAD ist in Benin durch eine Lektorin und eine Sprachassistentin vertreten), sowie die Organisation von Deutschkursen, Musikveranstaltungen, Filmvorführungen und Sportgerätespenden. 

Die Botschaft veranstaltet seit 2008 deutsche Kulturwochen in Cotonou (zuletzt im März 2014) und Natitingou (zuletzt im Herbst 2012). Zudem unterstützt Deutschland gelegentlich beninische Kulturprojekte. Mit deutscher Hilfe wurde das Museum für Geschichte und Ethnographie "Honme" in Porto-Novo restauriert. Einer der Königspaläste in Abomey wurde mit Mitteln zum Kulturerhalt wieder aufgebaut. Beide Projekte sind ein Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes in Benin. 


Wissenschaft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt ein Forschungsprogramm, das auch in Benin tätig ist. Das Vorhaben WASCAL  - West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use - ist eine Initiative des BMBF zur Einrichtung eines Kompetenzzentrums zum Klimawandel und zur angepassten Landnutzung in Westafrika. Das Vorhaben wurde gemeinsam vom BMBF, deutschen Wissenschaftler und Partnern aus Politik und Wissenschaft der beteiligten westafrikanischen Länder entwickelt. WASCAL baut hierbei auf Netzwerken und Strukturen auf, die im Rahmen von BMBF-geförderten Projekte (GLOWA-Impetus und BIOTA-West Africa) im Zeitraum 2000 bis 2011 aufgebaut worden sind. 

Benin erhält für den Aufbau einer Graduiertenschule etwa 1,5 Millionen von den bisher für WASCAL genehmigten rund 21 Millionen Euro. Die Projektlaufzeit (Vor- und Hauptphase) ist von 2010 bis 2016. 

Einige deutsche Universitäten kooperieren mit den beiden beninischen Universitäten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Benin ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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