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Argentinien

Wirtschaft

Stand: September 2016

Wirtschaftsstruktur

Argentinien ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 607 Milliarden US-Dollar die größte Volkswirtschaft des spanischsprachigen Südamerikas. In Lateinamerika sind lediglich Brasilien und Mexiko wirtschaftlich bedeutender. Argentinien verfügt über eine im Regionalvergleich relativ gut entwickelte Industrie; wichtigster Sektor ist die Automobilindustrie (u.a. Volkswagen und Daimler), die wesentliche Anteile der Produktion nach Brasilien exportiert.

Die verarbeitende Industrie, Immobilien/Unternehmensdienstleistungen sowie der Handel tragen jeweils rund 10% zum BIP bei. Der Beitrag der reinen Land- und Forstwirtschaft zum BIP liegt bei knapp 5%; allerdings wird geschätzt, dass rund 1/3 der Arbeitsplätze direkt oder indirekt (zum Beispiel Transport, Verpackung) im Zusammenhang mit der Agrarindustrie stehen. Auch bei den Exporten dominiert der Anteil der Nahrungsmittel (rund 45%) deutlich vor Auto(teile)-Exporten (um 10%).

Insgesamt ist die Bedeutung des Außenhandels für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Argentiniens etwas geringer als in Brasilien, mit einer Außenhandelsquote von knapp 20% des BIP, bei einer Exportquote von etwa 10%. Bei der Einkommensverteilung liegt Argentinien mit einem Gini-Koeffizienten von rund 42 weltweit weiter im unteren Drittel, ähnlich wie Uruguay, etwas besser als die Nachbarn Brasilien, Chile und Paraguay. Die letzte offizielle Messung der Armutsquote erfolgte Ende 2013 und soll bei unter 5% gelegen haben; unabhängige Institute sprechen jedoch teilweise von deutlich über 20%. Seit Ende 2015 soll die Armut zudem nach Angaben mancher Quellen spürbar angestiegen sein. Nach Zahlen des neu formierten Statistischen Bundesamt (INDEC) liegt die Arbeitslosenquote bei rund 9%.

Argentinien ist Mitglied wichtiger internationaler Wirtschaftsorganisationen wie WTO, IWF, Weltbank, G-20 (Vorsitz 2018), sowie auf regionaler Ebene Mercosur und ALADI. Eine Mitgliedschaft in der OECD wird angestrebt.


Aktuelle Wirtschaftslage

Mit der Wahl von Maurico Macri zum Präsidenten Argentiniens im November 2015 hat sich die Grundausrichtung der Wirtschaftspolitik grundlegend geändert. Nach 12 Jahren protektionistischer Politik unter Néstor und Cristina Kirchner setzt die neue Regierung auf Liberalisierung und Weltmarktintegration. Der Start der neuen Regierung wird durch erhebliche Erblasten der vorangegangenen Regierung (steigende Neuverschuldung, abgeschmolzene Devisenreserven, Einbrüche bei Wachstum, Industrieproduktion, Exporten) und ein international wenig hilfreiches Umfeld erschwert (tiefe Rezession beim Haupthandelspartner Brasilien, Zinswende in den USA, Wachstumsrückgang in China).

Ende 2015/Anfang 2016 hat die Regierung Macri erfolgreich Devisenbeschränkungen gelockert, Importrestriktionen weitgehend außer Kraft gesetzt, Exportsteuern aufgehoben oder abgesenkt (Soja von 35 auf 30%), das Wechselkursregime vereinheitlicht und den Kurs des Pesos freigegeben (Abwertung um 40%). Im April 2016 gelang zudem eine Lösung des seit Jahren schwelenden Konflikts mit einer Gruppe von US-amerikanischen Privatgläubigern.

Im Moment befindet sich Argentinien in einer Anpassungsrezession, mit einem erwarteten Rückgang des BIP für 2016 von 1,5%. Im ersten Halbjahr waren die Industrieproduktion (-4%) – insbesondere der unter der brasilianischen Rezession leidende Automobilsektor – und das Baugewerbe (-12,4%) schwer betroffen.

Wirtschaftsanalysten und offizielle Stellen erwarten ein BIP-Wachstum von 3,5% für 2017, angetrieben durch (ausländische Direkt-) Investitionen und die Erholung des Konsums. Gerade die für Ende 2016 vorgesehene Steueramnestie für nicht deklarierte (Auslands-) Vermögen soll zur Wiederbelebung der Wirtschaftsaktivität beitragen.

Die von der Kirchner-Regierung geerbte Inflation ist weiter auf hohem Niveau. Langfristig sinnvolle Maßnahmen wie die Wechselkursfreigabe und der Abbau von Subventionen  - zum Beispiel beim Strom und Gas - haben die Teuerung kurzfristig weiter angeheizt. Das von der Regierung zu Beginn des Jahres ausgegebene Ziel von unter 25% wurde bereits im ersten Halbjahr überschritten. Für Jahreswende wird ein Wert unter 40% erwartet.


Agrar- und Ernährungswirtschaft

Die Landwirtschaft spielt traditionell eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Dieses Potential will die neue Regierung nutzen und setzt zur Belebung der Landwirtschaft auf eine weitgehende Liberalisierung der Agrarmärkte. Sie hat alle Exportquoten und nahezu alle Ausfuhrabgaben auf landwirtschaftliche Erzeugnisse abgeschafft. Außerdem fordert sie den weltweiten Abbau der Agrarsubventionen.

Der landwirtschaftliche Sektor ist schon immer sehr exportorientiert gewesen. Ziel der neuen Regierung ist es, die in den letzten Jahren verlorengegangenen Marktpositionen langsam zurückzugewinnen und gleichzeitig neue Märkte zu erschließen. Dazu soll insbesondere der Ausbau der heimischen Ernährungsindustrie beitragen. Rund 60 Prozent der Ausfuhren Argentiniens werden in der Landwirtschaft produziert. Weltweit rangiert Argentinien als der elftgrößte Agrarexporteur und nach Brasilien als zweitgrößter Agrarnettoexporteur. Die heimische Produktion reicht aus, um rund 400 Mio. Menschen zu ernähren.

Innerhalb der Landwirtschaft ist Soja die mit Abstand wichtigste Anbaukultur. Sie wird auf rd. 60% der Ackerbaufläche vorwiegend in Direktsaat angebaut (ca.  21 Mio. ha, Erntemenge 2015/16 ca.  55 Mio. Tonnen). Soja ist auch das wichtigste Exportprodukt des Landes. Es spielt insbesondere als proteinhaltiges Futtermittel weltweit eine große Rolle. Argentinien ist neben Brasilien einer der weltweit wichtigsten Lieferanten von Sojaschrot/mehl und -öl.

Neben Soja sind die Getreidekulturen, vor allem Mais ( 26 Mio. t) und Weizen (über  11 Mio. t) von wirtschaftlich herausragender Bedeutung. Die Getreide- und Ölsaatenernte in 2015/16 fiel wegen ungünstiger Witterungsbedingungen mit etwa 108 Mio. Tonnen unterdurchschnittlich aus, was  einem Rückgang ggü. dem Vorjahr von 12 % entspricht. Argentinien gehört neben den USA und Brasilien nach wie vor zu den  weltweit größten Maisexporteuren. Beim Weizenexport hat Argentinien dagegen seine für den Weltmarkt  wichtige Rolle eingebüßt, was im Wesentlichen auf die Handelspolitik der vorigen Regierungen zurückzuführen ist.

Auch die Rindfleischerzeugung zeigt infolge der neuen Ausrichtung der Handelspolitik erste Zeichen der Belebung. Zu beobachten ist, dass verbesserte Exportmöglichkeiten zu steigenden Einkommen führen und zusätzliche Investitionen, insbesondere in die Aufstockung der Herden, auslösen.

In der Milcherzeugung sowie Schweine- und Geflügelproduktion ist Argentinien auf den internationalen Märkten gegenwärtig nicht wettbewerbsfähig. Diese Produktionszweige sind die Sorgenkinder von Agrarminister Buryaile - und werden es auf absehbare Zeit bleiben. Wesentlicher Grund dafür sind die strukturellen Nachteile. Um diese zu überwinden, sind umfangreiche Investitionen erforderlich, die der Sektor von sich aus nicht erwirtschaften kann und daher auf Fremdinvestitionen angewiesen ist.

Darüber hinaus sind Fischereierzeugnisse sowie Obst und Wein sowohl in der Erzeugung als auch im Export für das Land von Bedeutung. 


Außenhandel

Argentiniens Wirtschaft ist in hohem Maß vom Außenhandel abhängig. Haupteinnahmequelle für Devisenzuflüsse sind die Agrarexporte. Die einheimische Industrie benötigt viele importierte Rohstoffe, Zwischenprodukte und Kapitalgüter.

2015 exportierte Argentinien Waren im Wert von 56,75 Milliarden US-Dollar. -Der Rückgang von 17% gegenüber 2014 fußt im Wesentlichen auf niedrigeren Preisen, nicht Volumina. Auch die geringen Exporte im ersten Halbjahr 2016 von 2,6% gehen auf die niedrigeren Preise zurück. Unter den Exportgütern Argentiniens stehen traditionell Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel im Vordergrund. 2014 und 2015 lagen sie mit rund 60% aller Ausfuhren an der Spitze (in erster Linie Tierfutter, Getreide, Fette und Öle, Ölsaaten und -früchte, Fleisch und Fleischwaren). Industriegüterexporte (vor allem Kfz und Chemie) machten 2015 32% der Ausfuhren aus, Kraftstoffe und Energie 4%.

Die Einfuhren für 2015 belaufen sich auf 59,79 Milliarden US-Dollar. Der Rückgang um 8% ist auf einen Preisverfall zurückzuführen. Das Volumen der Importe stieg um 5%, ein Trend, der sich im ersten Halbjahr 2016 mit einem Minus von 5,8% fortgesetzt hat. Unter den Importgütern Argentiniens stehen 2015 mit rund 40% Kapitalgüter (Maschinen und Maschinenteile) an der Spitze. Rohstoffe und Zwischenprodukte für die weiterverarbeitende Industrie machten 20% aus, während sich die Konsumgüter auf 11% beziffern.

Erstmals im neuen Jahrtausend verzeichnete Argentinien in 2015 ein Außenhandelsdefizitvon 3.035 Millionen US-Dollar, was in etwa 0,5% des BIP entspricht. Das 1. Halbjahr 2016 hingegen verzeichnete einen Handelsbilanzüberschuss von 479 Millionen US-Dollar.

Nach Handelsblöcken unterteilt gingen 2015 24% aller argentinischen Exporte in den MERCOSUR, 23% an ASEAN und China, Südkorea, Japan, Indien,  15% an die EU und 10% an NAFTA. Unter den einzelnen Abnehmerländern liegt Brasilien mit 17,8% an erster Stelle, gefolgt von China mit 9,5% und den USA und Chile mit 6,0% bzw. 4,2%. Bei den argentinischen Importen dominierten 2015 die Handelsblöcke ASEAN und China, Südkorea, Japan, Indien mit 28%, gefolgt von Mercosur mit 23% und der EU und NAFTA mit jeweils 17%. Als Hauptlieferländer dominieren Brasilien mit 21,8% und China mit 19,7%, gefolgt von den USA mit 12,9% und Deutschland mit 5,2%.

Deutschland rangiert weiter als viertwichtigstes Herkunftsland argentinischer Importe, fiel aber unter den Abnehmerländern für argentinische Exporte von Rang neun auf zwölf zurück. Das bilaterale Handelsvolumen ist 2015 um 3,3% angewachsen, basierend auf den gesteigerten deutschen Ausfuhren nach Argentinien.   Deutschland wies für 2015 einen Handelsbilanzüberschuss gegenüber Argentinien von rund 1,1 Milliarden USD auf.


Haushalts- und Finanzpolitik

Das primäre Haushaltsdefizit ist 2015 auf  über 5,4% des BIP gestiegen; Negativrekord seit 1988. . Die Umsetzung der Wahlversprechen der neuen Regierung (namentlich Aufhebung der Exportsteuern) sowie ausgabenwirksame Neuvorhaben der Regierung (unter anderem Rentenanpassung, Länderfinanzausgleich, Wohnungsbauförderung) erschwerendie Einhaltung des angesetzten Primärdefizits für 2016 von 4,8%. 

Die Devisenreserven der argentinischen Zentralbank sind im Laufe des Jahres 2015 auf rund 25 Milliarden US-Dollar abgeschmolzen. Im ersten Halbjahr 2016 ergab sich laut offiziellen Daten eine leichte Erholung auf 31,5 Milliarden US-Dollar. Die Regierung Macri setzt auf eine Zusammenarbeit mit dem IWF, inklusive Einblick in die Bilanzen der Zentralbank. Der Fonds hat im zweiten Semester 2016 eine Mission nach Argentinien entsandt. 

Pariser Club: Argentinien hat seit dem Abschluss der Schuldenregelung mit den öffentlichen Gläubigern im Jahr 2014 die vereinbarten Minimal-Verpflichtungen eingehalten; so wurde auch der Mindesttilgungsbetrag für Deutschland per 30.05.2016 pünktlich bedient. 

Nach nur wenigen Monaten im Amt erzielte die Regierung Macri eine Einigung mit den sogenannten "holdouts" in Bezug auf die bislang nicht umgeschuldeten Altschulden privater Gläubiger. Zur Rückzahlung von circa 9 Milliarden US-Dollar erteilte der Kongress die Zustimmung über die Neuverschuldung auf dem internationalen Kreditmarkt in Höhe von rd. 16 Milliarden US-Dollar, mit durchschnittlichem Zinssatz von knapp über 7% bei Laufzeiten von 3-30 Jahren. Durch diese  Regelung hat Argentinien wieder Zugang zum internationalen Kapitalmarkt.

Die multilateralen Banken (Weltbank, IDB, CAF) haben angekündigt, ihr Engagement in Argentinien auszweiten. Argentinien rechnet im laufenden Jahr mit neuen Kreditlinien der Internationalen Finanzinstitutionen in Höhe von insgesamt 3 Milliarden US-Dollar.

Bilaterale Abkommen: Deutschland und Argentinien streben die Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein modernisiertes Doppelbesteuerungsabkommen sowie ein umfassendes Sozialversicherungsabkommen an.


Energie

Der argentinische Primärenergiebedarf wird gegenwärtig zu 88% von fossilen Trägern gedeckt (51% Gas, 37% Erdöl). In den vergangenen Jahren gingen die Öl- und Gasreserven aufgrund fehlender Investoren deutlich zurück. In 2015 stieg der Elektrizitätsverbrauch um 4,5% auf ca. 136.870 GWh. Die gesamte installierte Leistung beträgt 31.800MW, durch die verringerte Leistungskapazität stehen davon nur 25.800MW zur Verfügung. Der Energiemix setzte sich aus 64,1% Wärmekraft (fossile Treibstoffe); 30,7% Wasserkraft; 4,8% Nuklearenergie und 0,4% Erneuerbare Energien) zusammen.

Das Land ist trotz vielversprechender heimischer Rohstoffvorkommen – vor allem bei Schiefergas und -öl (hier nimmt Argentinien Platz 2 und 4 der weltweiten Vorkommen ein) – auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen, um die wachsende Nachfrage zu decken.  Die defizitäre Energiehandelsbilanz betrug 2015 trotz sinkender Erdölpreise noch rund 4,8 Mrd. USD (2014: 6,5 Mrd. USD).

Parallel dazu stiegen die Subventionen im Energiesektor im Jahre 2015 auf 16,39 Mrd. USD (2014: 15,7 Mrd. USD) und machten rund 60% der gesamten Staatssubventionen aus.

Argentinien muss in den nächsten 20 Jahren mindestens 1.500 MW jährlich an zusätzlicher Stromerzeugungskapazität ans Netz bringen, um die um etwa 4% jährlich wachsende Stromnachfrage decken zu können. Es ist ferner gezwungen, die finanziell untragbare Belastung des Energiehandelsdefizits kurzfristig zu beheben. 

Die neue Regierung beabsichtigt, mit privaten Investitionen den Anteil der Erneuerbaren Energien am Energiemix bis 2025 von 2 auf 20% auszubauen und setzt dabei vor allem auf Windpotentiale im Süden und Sonnenressourcen im Nordwesten. In drei Jahren sollen 3.000 MW, und bis 2025 insgesamt 10.000MW aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden.

Die ersten Maßnahmen in diese Richtung wurden bereits innerhalb des ersten Halbjahres 2016 getroffen, so beispielsweise die Gründung eines Ministeriums für Energie und Bergbau mit speziellen Untersekretariaten für Erneuerbare Energien sowie Energieeinsparung und -effizienz, der Abbau von Subventionen im Bereich Strom und Gas und die Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Nr. 27.191, mit dem Stromanbieter verpflichtet werden, bis spätestens 2017 mindestens 8% des Stromangebotes aus Erneuerbaren Energiequellen zu generieren. Dieser Anteil muss stufenweise bis 2020 auf 15% und bis 2025 auf 20% erhöht werden. Steuerentlastungen sowie fondsbasierte Finanzierungs- und Garantiemöglichkeiten sollen die entsprechenden Investitionen fördern. Gleichzeitig werden Großverbraucher verpflichtet, einen Anteil ihres Stromverbrauches aus Erneuerbaren Energien zu beziehen.

In Rahmen des sogenanten Plans “RenovAR“ wurde die erste Ausschreibungsrunde über 1000 MW (600MW Wind, 300MW Solar, im Übrigen kleine Wasserkraftwerke und Bioenergie) lanciert. Die Erwartungen wurden  bei weitem übertroffen:  Insgesamt wurden 123 Projekte über insgesamt 6.366MW (entsprechend einer Gesamtinvestition von rund 10 Mrd. USD) eingereicht.  Die technischen Angebote sollen bis zum 03.10.2016 ausgewertet werden; anschließend dann die Prüfung der Wirtschaftlichkeit.

Die Regierung erwartet, in dieser ersten Phase eine Gesamtinvestition von  1,5 – 2 Mrd. USD  und Einsparungen von ca. 300 Mio. USD an Energieimporten für die Stromerzeugung und rund 2 Mio Tonnen an CO2-Emissionen zu erlangen.

Unabhängig davon setzt Argentinien weiterhin auf Nuklearenergie und konkretisiert mit einem neuen Schritt den Bau einer vierten und fünften Anlage: am 30.06.2016 unterschrieben Energieminister Juan José Aranguren und der Leiter der chinesischen Atombehörde, Nur Bekri, in Beijing eine Absichtserklärung zum Bau zweier neuer KKWs in Argentinien. Der Bau der ersten Nuklearanlage (CANDU-Reaktor, Schwerwasser) soll im ersten Quartal 2017 beginnen, die zweite (PWR, angereichertem Uran und Leichtwasser) im Laufe des Jahres 2019.


Umwelt- und Klimapolitik

Laut den im Rahmen der COP21/2015 von Argentinien bekanntgegebenen  nationalen Ziele zum Klimaschutz sollen die argentinischen Treibhausgasemissionen  von 2005 bis 2030 um 15% gesenkt werden  (auf ein  für den Zielzeitraum berechnetes Business-as-usual-Szenario). Bei entsprechender internationaler Finanzierung ist Argentinien bereit, das Ziel auf -30% zu erhöhen. Die neue Regierung sieht dieses Vorhabenals Minimalziel. Es wurde ein interministerieller nationaler Ausschuss  für den Klimaschutz (Comisión Nacional de Cambio Climático) gebildet.  Der aus Vertretern des Umwelt-, Bildungs- , Energie und Bergbau-, Sozialen Entwicklungs- und Außenministeriums sowie weiterer Fachgremien  gegründete Ausschuss für den Klimaschutz hat sich zur Aufgabe gestellt, bis 2019 einen ambitionierten nationalen Plan zur Minderung und Vermeidung der Emissionen aufzustellen.


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