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Angola

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2012

Kultur

Angola ist kulturell geprägt von afrikanischen Traditionen, der 500-jährigen portugiesischen Kolonialherrschaft, der sozialistischen Phase der Endsiebziger und achtziger Jahre und seit Ende der neunziger Jahre zunehmend durch brasilianische und US-amerikanische Medien. Besondere Bedeutung hat seit Mitte der 90er Jahre Rapmusik und die mit ihr verbundene Lebenskultur gewonnen. „Kuduro“ ist ein in den angolanischen Slums (Musseques) entstandener harter Sprechgesang-Rap-Stil.

Die kulturelle Infrastruktur in Angola konzentriert sich auf die Hauptstadt Luanda und vereinzelt auf die Küstenstädte Cabinda, Benguela und Lobito sowie Lubango im südlichen Landesinneren. Dort gibt es eine zum Teil sehr rege Musikszene. Es gibt mehrere Theatergruppen mit zum Teil aber niedrigem Niveau. Angolanische Literatur (es gibt einige prominente angolanische Schriftsteller, wie Pepetela, José Eduardo Agualusa, Ondjaki, deren Werke teilweise auch ins Deutsche übersetzt wurden) hat eine Tradition, die weit vor die Zeit der Unabhängigkeit zurückreicht. Zunehmend macht sich eine junge Filmemacher- und auch Klubszene in Luanda bemerkbar.

Nach europäischen Gesichtspunkten sehenswerte Museen gibt es selbst in Luanda nicht; am ehesten lohnend ist das Anthropologiemuseum mit einer Sammlung afrikanischer Kunst und einer größeren Anzahl von Masken. Darüber hinaus sind eine Vielzahl bemerkenswerter historischer Bauten und Baudenkmäler vorhanden, bedauerlicherweise oft im Zustand des Verfalls.

Unter der Bezeichnung Trienal von Luanda wurde 2007 ein Zyklus von Kulturveranstaltungen durchgeführt, der in der zweiten Jahreshälfte 2010 als zweite Veranstaltungsreihe (von insgesamt drei) und diesmal mit Unterstützung des Goethe-Instituts Luanda fortgeführt wurde.

Im Juni 2009 wurde in Luanda das erste Goethe-Institut im lusophonen Afrika eröffnet. Es legt seinen Schwerpunkt zunächst auf die kulturelle Programmarbeit. In seinen Räumen finden aber auch deutsche Sprachkurse statt.


Bildung

Gerade im Bildungssektor sind die Auswirkungen des langen Bürgerkriegs spürbar. Der Großteil der angolanischen Bevölkerung verfügt höchstens über eine Grundschulbildung in öffentlichen Schulen, deren Standard aber sehr niedrig ist, da auch die Lehrer nicht über ausreichende Ausbildung verfügen. Viele Kinder und Erwachsene (für Alphabetisierungskurse) insbesondere in den ländlichen Gegenden, aber auch in den überbevölkerten Musseques (Slums) haben gar keinen Zugang zu Schulbildung, da es immer noch an qualifizierten Lehrkräften, ausreichenden Unterrichtsräumen und Lehrmaterialien fehlt.

Im Hochschulbereich gibt es neben der "Agostinho-Neto-Universität" in Luanda mittlerweile sieben weitere staatliche Universitäten in den Provinzen, die aber bei weitem nicht über alle Fachbereiche verfügen. Daneben gibt es etwa 20 private Universitäten, von denen 12 staatlich anerkannt sind, darunter die „Katholische Universität von Angola“ und die „Universität der Lusiaden“ („Universidade das Lusíadas“). Die Zahl der Studienbewerber übersteigt regelmäßig deutlich die Zahl der angebotenen Studienplätze. Es mangelt an qualifiziertem Lehrpersonal.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.