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Beziehungen zu Deutschland
Stand: März 2012
Politische Beziehungen
Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Angola sind gut und haben sich vor allem in den letzten Jahren intensiviert.
Am 12. und 13. Juli 2011 besuchte Bundeskanzlerin Merkel als erste deutsche Regierungschefin Angola. Neben den offiziellen Gesprächen traf sie sich auch mit Künstlern und Menschenrechtlern, ließ sich auf der Festung São Miguel über die Entwicklung Luandas unterrichten und absolvierte den ersten Spatenstich für eine Cateringhalle mit deutscher Beteiligung (LSG) am Flughafen. Im Anschluss an den Besuch von Bundeskanzlerin Merkel unterzeichneten der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland und die Staatssekretärin für Zusammenarbeit der Republik Angola am 18. Juli 2011 in Luanda eine Gemeinsame Absichtserklärung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Angola zur Vertiefung des bilateralen Dialogs durch die Begründung einer deutsch-angolanischen Partnerschaft. Die bilaterale Kommission hat sich am 15.2.12 im Auswärtigen Amt unter Leitung von Staatssekretärin Haber und Staatssekretär Augusto und Teilnahme zahlreicher Ressorts konstituiert. Es wurde beschlossen, Arbeitsgruppen für die Themen Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschaft sowie Energie einzusetzen.
Die Bundeskanzlerin erwiderte den Deutschlandbesuch von Staatspräsident dos Santos vom Februar 2009. Bei diesem Besuch waren im Rahmen des zweiten deutsch-angolanischen Wirtschaftsforums ein Kultur- und Bildungsabkommen und eine gemeinsame Absichtserklärung zum Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet worden. Bereits im Dezember 2007 unterzeichneten Bundeswirtschaftsminister Glos und Finanzminister Morais eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit.
Wirtschaftliche Beziehungen
Die deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich dynamisch. Der deutsche Export ist seit dem Ende des Bürgerkrieges 2002 von 56 Millionen Euro auf 384 Millionen Euro im Jahre 2008 gestiegen, seit der Finanzkrise 2009 allerdings wieder zurückgegangen (2010 nach vorläufigen Angaben: 263 Millionen Euro). Das jährliche Importvolumen aus Angola schwankt in Abhängigkeit zu den Erdöleinfuhren und belief sich 2010 auf knapp 228 Millionen Euro, hat sich aber 2011 voraussichtlich im Vergleich zum Vorjahr ungefähr vervierfacht. Während der deutsche Import aus Angola fast ausschließlich aus Rohöl/Erdgas und Mineralölerzeugnissen besteht, machen Fahrzeuge und Ausrüstungslieferungen rund drei Viertel des deutschen Exports nach Angola aus. Angola ist in kurzer Zeit zum drittwichtigsten Handelspartner im deutschen Außenhandel mit Subsahara-Afrika aufgestiegen (nach Südafrika und Nigeria).
Das Interesse deutscher Unternehmen, beim Wiederaufbau der Infrastruktur in Angola mitzuwirken, nimmt stetig zu. 2010 eröffnete Staatssekretär Pfaffenbach (BMWi) in Luanda eine Delegation der Deutschen Wirtschaft mit einem entsandten Leiter als Vorstufe einer künftigen bilateralen Außenhandelskammer. Schon 2007 war eine deutsch-angolanische Wirtschaftsinitiative (DAWI) ins Leben gerufen worden.
Ein eindrucksvoller Beweis für die neue Qualität der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen war das vierte deutsch-angolanische Wirtschaftsforum, das am 16. und 17. Juni 2011 in Anwesenheit des angolanischen Wirtschaftsministers Gourgel in München stattfand. Das fünfte Wirtschaftsforum will der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft 2012 in Angola ausrichten.
Der 2007 in Kraft getretene Investitionsschutz- und Fördervertrag sowie die Eröffnung einer zweiten Lufthansa-Direktverbindung nach Luanda im Juni 2009 stellen weitere Meilensteine der deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen dar.
Ein Fixpunkt ist die jährlich in Luanda stattfindende Industrie- und Handelsmesse „Filda“, an der sich Deutschland seit 1999 regelmäßig beteiligt. 2011 gewann Deutschland mit seinem Stand (15 Aussteller) zum zweiten Mal in Folge den „Goldenen Löwen“ als bester internationaler Auftritt der Messe.
Seit 1992 wurden drei Projekte der Technischen Zusammenarbeit aus dem Bereich entwicklungsorientierter Nothilfe durchgeführt. Zwei davon sind 2003 in das integrierte Programm „Lokale Entwicklung und Reintegration“ aufgenommen worden. 2007 bis 2009 wurden als Post-Konfliktmaßnahme Ex-Militärs an einer aus Projektmitteln errichteten und ausgestatteten Wildhüterschule für den Einsatz in Naturreservaten ausgebildet. Ein seit 2009 von der GIZ durchgeführtes Beratungsprojekt zur Berufsbildung läuft Anfang 2013 aus. Danach wird die bilaterale entwicklungspolitische Zusammenarbeit in andere Formen und Formate überführt.
Kulturelle Beziehungen
Mehr als 2000 Angolaner haben in der DDR studiert oder sind dort zu Fachkräften ausgebildet worden. Dieser Personenkreis – unter ihnen auch einige derzeitige und frühere Minister – bleibt Deutschland und der deutschen Sprache verbunden. Weitere Angolaner sind nach dem Ende der DDR in den Westteil Deutschlands gezogen und haben dort zum Teil an die 20 Jahre gelebt. Es gibt zahlreiche Rückkehrer nach Angola mit hervorragenden Deutschkenntnissen und auch doppelter Staatsangehörigkeit.
Mit Unterzeichnung des deutsch-angolanischen Kultur- und Bildungsabkommens im Februar 2009 und der Eröffnung des Goethe-Instituts am 15. Juni 2009 sind die Voraussetzungen für ein systematisches Spracharbeits- und generell Kulturprogramm für die interessierte angolanische Öffentlichkeit geschaffen worden.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung führt in Angola politische Bildungsprogramme von ihrem Sitz in Windhuk durch.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
