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Angola

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2014

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Angola sind gut und haben sich in den letzten Jahren intensiviert.

Im Juli 2011 besuchte Bundeskanzlerin Merkel als erste deutsche Regierungschefin Angola. Neben den offiziellen Gesprächen traf sie sich auch mit Künstlern und Menschenrechtlern, ließ sich über die Entwicklung Luandas unterrichten und führte den ersten Spatenstich für den Bau einer Cateringhalle , einer Direktinvestition unter Beteiligung der deutschen Firma LSG Sky Chefs, einer Tochter der Lufthansa, durch.

Im Anschluss an den Besuch von Bundeskanzlerin Merkel wurde im Juli 2011 in Luanda eine Gemeinsame Absichtserklärung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Angola zur Vertiefung des bilateralen Dialogs durch die Begründung einer umfassenden politischen Partnerschaft unterzeichnet. Die Gründungssitzung der darin vorgesehenen bilateralen Kommission fand im Februar 2012 im Auswärtigen Amt unter Leitung von Staatssekretärin Haber und Staatssekretär Augusto statt. Die bilaterale Kommission verfügt über Arbeitsgruppen für die Themen Außen- und Sicherheitspolitik sowie Wirtschaft und Energie. Die zweite Sitzung der bilateralen Kommission ist für Februar/März 2015 in Luanda geplant.

Der angolanische Staatspräsident dos Santos hatte Deutschland bereits im Februar 2009 einen Besuch abgestattet. Im Rahmen des zweiten deutsch-angolanischen Wirtschaftsforums war aus diesem Anlass ein Kultur- und Bildungsabkommen und eine gemeinsame Absichtserklärung zum Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet worden. Der Besuch von Bundesaußenminister Steinmeier im März 2014 gab den deutsch-angolanischen Beziehungen weitere wichtige Impulse. Außenminister Steinmeier traf unter anderem zu einem ausführlichen Gespräch mit Staatspräsident dos Santos zusammen. Er lobte die wichtige Rolle Angolas bei den Bemühungen zu Lösung regionaler Konflikte und warb für mehr Engagement deutscher Firmen in Angola.

Derzeit sind keine deutschen Stiftungen vor Ort vertreten. Sowohl die Konrad-Adenauer-Stiftung als auch die Friedrich-Ebert-Stiftung organisieren Veranstaltungen in Angola von ihren Sitzen in Windhuk aus.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich dynamisch. Angola ist in kurzer Zeit zum drittwichtigsten Handelspartner im deutschen Außenhandel mit Subsahara-Afrika aufgestiegen (nach Südafrika und Nigeria). Nach dem Ende des Bürgerkriegs nahmen deutsche Exporte nach Angola zu. Im Jahr 2012 stiegen sie im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent auf 391 Millionen Euro. Das jährliche Importvolumen aus Angola schwankt in Abhängigkeit zu den Erdöleinfuhren, 2012 betrug es 294 Millionen Euro.

Während der deutsche Import aus Angola fast ausschließlich aus Rohöl, Erdgas und Mineralölerzeugnissen besteht, machen Fahrzeuge, Maschinen und Technik rund drei Viertel des deutschen Exports nach Angola aus.

Das Interesse deutscher Unternehmen, beim Wiederaufbau der Infrastruktur in Angola mitzuwirken, nimmt stetig zu. 2010 eröffnete Staatssekretär Pfaffenbach (BMWi) in Luanda eine Delegation der Deutschen Wirtschaft mit einem entsandten Leiter als Vorstufe einer künftigen bilateralen Außenhandelskammer. Schon 2007 war eine deutsch-angolanische Wirtschaftsinitiative (DAWI) ins Leben gerufen worden. Ebenfalls 2007 trat der deutsch-angolanische Investitionsschutz- und Fördervertrag in Kraft.

Beweise für die neue Qualität der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen waren das vierte deutsch-angolanische Wirtschaftsforum, das am 16. und 17. Juni 2011 in Anwesenheit des angolanischen Wirtschaftsministers Gourgel in München stattfand, sowie das fünfte, welches der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft am 04. und 05. Juni 2013 unter Teilnahme von Bundeswirtschaftsminister aD Glos und fünf Ministern von angolanischer Seite in Angola ausrichtete. Daran schloss sich die Reise einer Unternehmerdelegation in die Provinzen Huíla und Benguela an.

Weiterführende Luftverkehersverhandlungen fanden Mitte März 2014 in Angola statt. Die Eröffnung einer dritten Lufthansa-Direktverbindung nach Luanda im September 2014 stellt einen weiteren Meilenstein der deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen dar.

Ein Fixpunkt ist die jährlich im Juli in Luanda stattfindende Industrie- und Handelsmesse "FILDA", an der sich Deutschland seit 1999 regelmäßig beteiligt.

Im April 2013 reiste der angolanische Energie- und Wasserminster Borges das zweite Jahr in Folge, und diesmal begleitet durch Ölminster Botelho de Vasconcelos, zum Deutsch-Afrikanischen Energieforum des Afrikavereins der deutschen Wirtschaft in Hamburg und Hannover.

Im November 2013 besuchte die Referatsleiterin für Spezielle Handelspolitik, Agrarpolitik, Subsahara-Afrika des BMWi, Monika Ottemeyer, Luanda in Begleitung einer Markterkundungsreise zu den Themen Bauwirtschaft, Energie, Umweltschutz, Entsorgung und Maschinen- und Anlagenbau.

Angola ist mit Mosambik, Russland und Südafrika Teilnehmerland des durch das BMWi geförderten Projekts "TREE" (Transfer Renewable Energy & Efficiency) zum Know how-Transfer im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Angola war bis Ende 2012 Partnerland der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. im September 2013 lief ein 2010 von der GIZ begonnenes Projekt zur beruflichen Bildung im Bausektor aus. Ein Projekt zur Verbandsförderung zwischen der Industrie- und Handelskammer München und dem angolanischen Industrieverband ist im März 2013 ausgelaufen.


Kulturelle Beziehungen

Mehr als 2000 Angolaner haben in der DDR studiert oder sind dort zu Fachkräften ausgebildet worden. Dieser Personenkreis – unter ihnen auch einige derzeitige und frühere Minister – bleibt Deutschland und der deutschen Sprache verbunden. Weitere Angolaner sind nach dem Ende der DDR in den Westteil Deutschlands gezogen. Es gibt zahlreiche Rückkehrer nach Angola mit hervorragenden Deutschkenntnissen und auch doppelter Staatsangehörigkeit.

Am 8. August 2012 ist das deutsch-angolanische Kultur- und Bildungsabkommen in Kraft getreten. Es bildet die Grundlage für die Arbeit des Goethe-Instituts Luanda.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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