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Algerien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2012

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Algerien und Deutschland sind traditionell gut und freundschaftlich. Auch in den 1990er Jahren, als Algerien in beispielloser Weise vom islamistischen Terrorismus heimgesucht wurde, wurden diplomatische Kontakte aufrechterhalten. Anfang April 2001 stattete Präsident Bouteflika als erster algerischer Präsident Deutschland einen offiziellen Besuch ab, im Dezember 2010 folgte ein weiterer Besuch in Berlin. Der Besuch von Bundespräsident Köhler im November 2007 war der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Algerien. Im Juli 2008 besuchte Bundeskanzlerin Merkel Algerien. Am 07.01.2012 stattete Außenminister Westerwelle  Algerien einen Besuch ab.

Wirtschaftsbeziehungen 

Deutschland importierte 2010 Waren im Wert von 6,93 Mrd. Euro aus Algerien; davon waren 95,7 Prozent Erdöl und Mineralölerzeugnisse. Der Gesamtwert des deutschen Exports lag 2010 bei 1,4 Mrd. Euro und stieg damit um 32 Prozent. Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Maschinen sowie chemische und elektrotechnische Erzeugnisse.

Algerien gewinnt als Energielieferant für Europa an Bedeutung. Staatliche Investitionsprogramme, vor allem in den Bereichen Straßen- und Schienenverkehr, Häfen, Staudämme, Kläranlagen und dem Wohnungsbau, machen Algerien auch für deutsche Unternehmen interessant. Über 200 deutsche Unternehmen mit etwa 400 deutschen Beschäftigten sind derzeit in Algerien tätig. 2010 trugen Erdöl und Erdgas 34,7% zum Bruttoinlandsproduktbei.

Der deutsch-algerische Unternehmensverband APREAA wurde am 3. Oktober 2005 in eine bilaterale Handelskammer umgewandelt und ist seitdem Teil des Außenhandelskammernetzes des DIHK. Am 1. Juni 2006 wurde die AHK Algerien offiziell eröffnet. Sie hat derzeit rund 700 Mitglieder.

Am 08./09.03.2011 tagte die die von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Bouteflika vereinbarte Gemeinsame Wirtschaftskommission unter Leitung des algerischen Industrieministers Benmeradi und dem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium  Pfaffenbach erstmals in Berlin.

Deutschland und Algerien unterhalten ein Investitionsschutzabkommen, ein Schifffahrtsabkommen sowie ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung, das im Dezember 2008 in Kraft trat.

Kulturbeziehungen

Das Goethe-Institut Algier wurde 1963 gegründet. Nach Jahren der Stilllegung (1994-2001) ist es seit 2003 wieder präsent. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Spracharbeit. Seit dem Wintersemester 2008/2009 ist ein DAAD-Lektor an der Universität in Oran tätig.

Deutsch wird in den Schulen neben anderen europäischen Sprachen als dritte Fremdsprache (nach Französisch und Englisch) gelehrt. Die Universitäten in Algier und Oran haben Deutschabteilungen, darüber hinaus wird in den zentralen universitären Sprachzentren Deutsch unterrichtet.

In Algier sind folgende politische Stiftungen präsent: Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stifung und Friedrich-Naumann-Stiftung.

Das Deutsche Archäologische Institut engagiert sich seit Sommer 2008 für die Restaurierung des Antikenmuseums Cherchell. Vor Ort wurde eine erfolgreiche Restaurierungskampagne durchgeführt. Folgekampagnen sind für 2012 in der Planung.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.