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Afghanistan

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Juli 2010

Schulwesen

Während es unter der Taliban-Herrschaft bis 2001 für Mädchen noch verboten war, in die Schule zu gehen, nehmen die Schüler- und Schülerinnnenzahlen seitdem stetig zu. Deutschland hat den Bau von über 2.000 Schulen unterstützt. 2009 gingen schon rund sieben Millionen Kinder – davon über ein Drittel Mädchen – zur Schule. Die mit Abstand beliebteste Fremdsprache ist Englisch, denn sie erleichtert häufig den Berufseinstieg. Auch Deutsch erfreut sich großer Beliebtheit.

Hochschulwesen

Der Wiederaufbau der 13 staatlichen und neun privaten Hochschulen, ist am weitesten in Kabul fortgeschritten. Dort gibt es die Universität Kabul mit mehr als 10.000 Studenten, die Technische Universität, die Pädagogische Hochschule und mehrere private Universitäten. Von den weiteren Universitäten im Lande, deren Größe stark variiert, sind die Universitäten in Herat und in Balkh hervorzuheben. Herat gilt traditionell auch als Zentrum der afghanischen Literatur und Dichtung. So stammt etwa der berühmte persische Dichter und Mystiker Dschami aus Herat. Die die Region prägende Mogularchitektur hat ebenfalls ihren Ursprung in dieser Provinz.

Kulturerhalt

Das vom Auswärtigen Amt geförderte und vom Aga Khan Trust for Culture durchgeführte Programm zum Erhalt der Altstadt von Herat erhielt im September 2008 den Award of Excellence der UNESCO. Im Jahr 2013 wird Ghazni die von der UNESCO ausgewählte kulturelle Hauptstadt der islamischen Welt sein.

Medienlandschaft

Seit einigen Jahren entwickelt sich die Medienlandschaft in Afghanistan zu einem äußerst vielfältigen Wirtschaftszweig. Auf dem Land ist das Radio noch das Medium mit der weitesten Verbreitung. In den Städten erfreuen sich die meist privat geführten Fernsehsender großer Beliebtheit. Die Nachrichtenberichterstattung spart meist nicht mit Kritik an der afghanischen Regierung. Viele Machthaber aus den Provinzen haben ihre eigenen Medienanstalten gegründet, teilweise aus kommerziellen Motiven, teilweise aber auch um ihre Macht zu erhalten bzw. auszubauen.

Kulturelles Leben

Zumindest in großen Städten wie Kabul gedeiht auch das kulturelle Leben wieder. Viele Menschen zeigen ein Interesse an afghanischer Kunst, Musik und Filmen. Einer der Preisträger des bekannten US-Filmfestival „Sundance“ war der afghanische Film „Afghan Star“. Nach wie vor mangelt es aber noch an Einrichtungen wie Theatern und Konzertsälen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Deutscher Soldat auf dem Vogelmarkt in Kundus, Afghanistan © picture-alliance/dpa/dpaweb

Deutsches Engagement in Afghanistan

Afghanistan darf nicht wieder zum Rückzugsraum für internationale Terroristen werden. Deshalb helfen Deutschland und die internationale Gemeinschaft Afghanistan, ein stabiles Land zu werden, in dem die Menschen sicher leben können und selbst über ihre Zukunft bestimmen.