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Serbien

Serbien

Stand: Oktober 2013

Ländername: Republik Serbien (SRB, RS), Republika Srbija

Klima: Gemäßigt kontinental

Lage: Zentralbalkanischer Staat. Nachbarn: Ungarn, Rumänien, Bulgarien, EJR Mazedonien, Kosovo, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien

Größe: 77.484 Quadratkilometer

Hauptstadt: Belgrad (Beograd), 1.659.440 Millionen Einwohner (Volkszählung 2011)

Bevölkerung: 7.186.862 (Volkszählung 2011)

Ethnische Zusammensetzung (Volkszählung 2011): 83,32 Prozent Serben, 3,53 Prozent Ungarn, 2,02 Prozent Bosniaken, 2,05 Prozent Roma, 0,32 Prozent "Jugoslawen", 0,54 Prozent Montenegriner, 0,81 Prozent Kroaten, 0,73 Prozent Slowaken, 0,08 Prozent Albaner (diese niedrige Zahl ergibg sich daraus, dass die albanische Minderheit die Volkszählung teilweise boykottiert hat), 0,49 Prozent Vlachen, 0,41 Prozent Rumänen, 0,32 Prozent Mazedonier, 0,26 Prozent Bulgaren, 0,23 Prozent Bunjewatzen, 0,2 Prozent Russinen und circa 0.006 Prozent (4.064) Deutsche von insgesamt 21 Minderheiten.

Bevölkerungswachstum: circa -0,47 Prozent (um Migrationssaldo bereinigt); Geburtenrate: 1,4; Lebenserwartung: 74,32 Jahre.
Im Jahr 2012 lebten etwa 70.000 Flüchtlinge überwiegend aus Kroatien und Bosnien und Herzegowina sowie offiziell etwa 210.000 aus serbischer Perspektive sogenannte Binnenvertriebene aus Kosovo in Serbien.

Landessprache: Serbisch (geschrieben sowohl in lateinischer als auch in kyrillischer Schrift, wobei die serbischen Behörden im Schriftverkehr zum Gebrauch der kyrillischen Schrift verpflichtet sind), daneben die Sprachen der Minderheiten (Ungarisch 3,8 Prozent, Bosnisch 1,8 Prozent, Romanes 1,1 Prozent, andere 4,1 Prozent), die in deren jeweiligen Siedlungsgebieten offiziell aber nur in beschränktem Umfang Anwendung finden.

Religionen (Stand 2012): 84,6 Prozent serbisch-orthodox, 5 Prozent römisch-katholisch, 3 Prozent muslimisch, 1 Prozent protestantisch, 0,04 Prozent sonstige christliche Kirchen, 0,02 Prozent östliche Religionen, 0,008 Prozent Juden, 0,02 Prozent sonstige Religionen, 0,06 Prozent Agnostiker und 1,1 Prozent Atheisten.

Nationalfeiertag: 15.02. („Tag der Staatlichkeit“, Aufstand gegen die Osmanen 1804)

Staats- und Regierungsform: Republik; Parlamentarische Demokratie

Staatsoberhaupt: Tomislav Nikolić, (Serbische Fortschrittspartei, SNS), Amtsantritt am 31.05.2012

Regierungschef: Ministerpräsident Ivica Dačić (Sozialistische Partei Serbiens, SPS), Amtsantritt am 27.07.2012

Außenminister: Ivan Mrkić (SNS), Amtsantritt am 27.07.2012

Parlament: Narodna skupština: 250 Abgeordnete, letzte Wahl: 06.05.2012, Parlamentspräsident: Nebojša Stefanović (SPS)

Regierung (seit 27.07.2012, in veränderter Zusammensetzung am 02.09.2013 vereidigt): 130 von 250 Mandaten.

  • Fraktionsgemeinschaft um die Serbische Fortschrittspartei (SNS, Vorsitzender: Aleksandar Vučić): 65 Mandate;
  • Fraktionsgemeinschaft um die Sozialistische Partei Serbiens (SPS, Vorsitzender: Ivica Dačić): 25 Mandate;
  • Partei der vereinigten Pensionäre Serbiens (PUPS, Vorsitzender: Jovan Krkobabić): 12 Mandate;
  • Sozialdemokratische Partei Serbiens (SDPS, Vorsitzender: Rasim Ljajić): 9 Mandate;
  • Neues Serbien (NS, Vorsitzender: Velimir Ilić): 8 Mandate;
  • Einiges Serbien (JS, Vorsitzender: Dragan Marković): 7 Mandate;
  • Fraktionsgemeinschaft um die Serbische Erneuerungsbewegung (SPO, Vorsitzender: Vuk Drašković): 5 Mandate;
  • Hinzu kommen anlassbezogen die Stimmen von Minderheitenvertretern und einzelnen fraktionslosen Abgeordneten.

Opposition:

  • Fraktionsgemeinschaft um die Demokratische Partei (DS, Vorsitzender: Dragan Djilas): 45 Mandate;
  • Demokratische Partei Serbiens (DSS, Vorsitzender: Vojislav Koštunica): 21 Mandate;
  • Fraktionsgemeinschaft Union der Regionen Serbiens (URS-G17 Plus, Vorsitzender: Mladjan Dinkić): 15 Mandate;
  • Liberaldemokratische Partei (LDP, Vorsitzender: Čedomir Jovanović): 12 Mandate;
  • Gemeinsam für Serbien (Abspaltung von der DS, wird derzeit geführt von Dušan Petrović): 7 Mandate;
  • Liga der Wojwodina Sozialdemokraten (LSV, Vorsitzender: Nenad Čanak): 5 Mandate;
  • Allianz der Ungarn der Wojwodina (SVM, Vorsitzender: Ištvan Pasztor): 5 Mandate;
  • Minderheitenvertreter sowie sonstige fraktionslose Abgeordnete: 11 Mandate.

(Hinweis: Die Zahlen geben den gegenwärtigen Stand an – die Zusammensetzung kann sich im Laufe einer Legislaturperiode z.B. durch Fraktionswechsel von Abgeordneten verändern.)

Gewerkschaften: Vereinigte unabhängige Branchengewerkschaft (Nezavisnost), Vorsitzender: Branislav Čanak; Bund der selbständigen Gewerkschaften Serbiens (Samostalnost), Vorsitzender: Ljubisav Orbović; Gemeinschaft der freien und unabhängigen Gewerkschaften (ASNS), Vorsitzende: Ranka Savić.

Organisationen der Wirtschaft: Union der Arbeitgeber Serbiens (Unija poslodavaca Srbije), Vorsitzender: Nebojša Atanacković; Serbischer Business-Club "Privrednik", Vorsitzender: Miodrag Kostić; Wirtschaftskammer Serbiens, Präsident Željko Sertić .

Verwaltungsstruktur: weitgehend zentralisiert. Die Region Wojwodina ist eine Provinz mit Selbstverwaltungsrechten. Serbien betrachtet auch Kosovo als Teil des eigenen Staatsgebiets. Serbien ist eingeteilt in Kreise ("okruzi"), 17 in Zentralserbien und 7 in der autonomen Wojwodina (das Land beansprucht 5 weitere Kreise in Kosovo). Auf kommunaler Ebene gibt es 157 Gemeinden ("opštine"), davon 47 in der Wojwodina (im von Serbien beanspruchten Kosovo gibt es außerdem 28 Gemeinden). Es gibt 23 Städte ("gradovi") sowie die Hauptstadt Belgrad mit einem Sonderstatus.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen unter anderem: Stabilitätspakt für Südosteuropa beziehungsweise Regionaler Kooperationsrat als Nachfolgeorganisation (26.10.2000), Vereinte Nationen (01.11.2000), OSZE (27.11.2000), UNIDO (06.12.2000), Internationaler Währungsfonds (IWF, 20.01.2001), Weltbank (08.05.2001), Europarat (03.04.2003), Mitgliedschaft im Programm Partnership for Peace (PfP) der NATO (14.12.2006), assoziiertes Mitglied der Europäischen Organisation für Nuklearforschung (CERN, 10.01.2012).

Wichtigste Medien:

Fernsehen:

  • RTS (Radio Televizija Srbije): öffentlich-rechtliches Fernsehen, zwei landesweite Programme, ausgewogenes Programm aus Information und Unterhaltung
  • TV Prva: Privatsender (an deutschen Privatsendern orientiert)
  • TV Pink: erfolgreicher Privatsender des ehemaligen soz. Parteifunktionärs Mitrović, vor allem Volksmusik, Quiz, Filme (höchste Einschaltquoten)
  • TV B92 und TV B92 Info: früherer Oppositionssender, hoher Informationsanteil, unabhängig-kritische Berichterstattung
  • TV Studio B: Fernsehsender der Stadt Belgrad
  • TV Vojvodina: öffentlich-rechtlicher Sender der Provinz Wojwodina
  • weitere regionale Fernsehsender

Radio:

  • RTS (landesweit): Informationen, Nachrichten, Musik
  • Radio S (landesweit): Unterhaltung und Nachrichten, höchste Zuhörerquoten
  • B 92 (landesweit): unabhängiger, unter dem Milošević-Regime oppositioneller Informations-, Nachrichten- und Musiksender (Partner der Deutschen Welle)
  • Studio B (Belgrad und Umgebung): Informationen, Nachrichten, Musik (Partner der Deutschen Welle)
  • Radio NAXI (Belgrad und Umgebung): Musik, Nachrichten vollständig von Deutsche Welle
  • weitere regionale und lokale Radio-Sender

Tageszeitungen:

  • Blic (Belgrad): unabhängige Tageszeitung, hohe Auflage (Axel-Springer / Rignier)
  • Večernje Novosti (Belgrad): hohe Auflage, breite Leserschicht
  • Politika (Belgrad): Qualitätstageszeitung, älteste Zeitung des Balkans
  • Press, Kurir (beide Belgrad): führende Boulevardzeitungen
  • Danas (Belgrad): Qualitätstageszeitung, intellektuelle Leserschaft
  • Dnevnik (Novi Sad): wichtigste Tageszeitung in der Wojwodina
  • Pregled (Belgrad): Wirtschaftstageszeitung
  • Magyar Szo (Novi Sad): ungarischsprachige Tageszeitung

Magazine:

  • Nachrichtenmagazine NIN, Vreme, NEDELJNIK, NOVI MAGAZIN
  • Wirtschaftsmagazin Ekonomist

Bruttoinlandsprodukt (2012): 28,7 Milliarden Euro

BIP pro Kopf (2012): 3.967 Euro

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.